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Bayern Hof

"Das ist eine absolute Katastrophe"

Die SpVgg Bayern Hof ist in der Fußball-Bayernliga momentan am Boden. Im Interview meldet sich jetzt Kapitän Christian Schraps zu Wort. Waren alle zu lieb zueinander?



Kapitän am Boden - hier sichert Christian Schraps den Ball für sein Team. Foto: Mario Wiedel
Kapitän am Boden - hier sichert Christian Schraps den Ball für sein Team. Foto: Mario Wiedel  

Herr Schraps, 0:4 gegen den FC Sand, 0:7 gegen die SpVgg Ansbach - was läuft bei der SpVgg Bayern Hof schief?

Hajek weg - "Schwachsinn", sagt Bifano

"Das wird ein richtiges Brett, das wir da vorgesetzt bekommen." Hofs Trainer Fulvio Bifano hätte nach der 0:7-Heimschlappe gegen Ansbach freilich lieber gegen einen anderen Gegner gespielt als am heutigen Samstag um 14 Uhr bei der DJK Gebenbach. Die Gastgeber bezeichnet der Bayern-Coach als die Mannschaft der Stunde. "Die Oberpfälzer haben ihre letzten vier Spiele gewonnen und sind richtig gut drauf", zollt Bifano dem Team des ehemaligen Hofer Trainers Faruk Maloku allergrößten Respekt.

Doch in Ehrfurcht versinken, werden die Gelb-Schwarzen heute sicher nicht. Sie haben einiges gutzumachen und sind auch personell wieder besser aufgestellt. Sowohl Adam Hajek als auch Adam Sevcik sind wieder mit dabei. "Damit haben wir in der Offensive mehr Durchschlagskraft und bekommen mehr Ballsicherheit in den vorderen Reihen. Genau das war zuletzt unser Problem", freut sich Bifano, dass die beiden Tschechen wieder fit sind.

In diesem Zusammenhang verweist er Gerüchte in das Reich der Fabel, wonach Hof in der Winterpause Adam Hajek aus Kostengründen abgeben müsse. "Das hab ich auch schon gehört, ist aber absoluter Schwachsinn. Wir geben doch nicht unsere Lebensversicherung her." Hajek, der in der Nähe von Prag wohnt, nehme zwar großen Aufwand auf sich, sei für die SpVgg Bayern derzeit unverzichtbar. Ohne den eingeschlagenen Weg zu verlassen, auf die eigene Jugend zu bauen, will Bifano in der Winterpause natürlich den Spielermarkt genau beobachten. B. N.


Da gibt es nicht den einen Punkt. Viele Dinge funktionieren momentan nicht richtig. Schlimm sind natürlich die individuellen Fehler, die wir machen. So etwas wird einfach bestraft. Es gibt aber auch mannschaftstaktische Dinge, die wir auf dem Feld nicht richtig umsetzen. Zudem läuft es im Spiel nach vorne alles andere als rosig.

Macht sich Resignation breit?

Nein. Das spüre ich auf gar keinen Fall. Wir wollen ja Fußball spielen - vielleicht war gerade das auch ein Fehler. Selbst, als es gegen Ansbach 0:4 oder 0:5 stand, wollten wir noch nach vorne spielen. Wir wollten den Zuschauern etwas bieten. Das ist dann nach hinten losgegangen, weil Ansbach das auch sehr clever gemacht hat. Man darf bei all dem aber auch nicht vergessen, dass wir mehr als eine Halbzeit in Unterzahl gespielt haben.

Die Körpersprache an sich stimmt also?

Ja, das denke ich schon.

Sie sind der Kapitän dieser Mannschaft. Wie haben Sie direkt nach dem 0:7 die Stimmung erlebt?

Da wurde nicht viel geredet. Nach so einem Ergebnis willst du als Spieler nur noch nach Hause, da gibt es keine großen Analysen mehr. Dementsprechend ruhig war es in der Kabine. Jeder war für sich.

Das Ergebnis sieht vernichtend aus. Sagen Sie: Niederlage ist Niederlage - oder spielen die genauen Zahlen dann doch eine Rolle?

Natürlich wäre es besser gewesen, wenn wir das Ergebnis erträglicher gestaltet hätten. So haben wir sieben Stück kassiert. Da muss man ehrlich sagen: Das ist für den gesamten Verein eine absolute Katastrophe - und da darf auch nichts schöngeredet werden.

Sie haben als Tabellen-13. nur noch einen Zähler Vorsprung auf die Abstiegs-Relegationplätze. Da geht es jetzt nur noch um den Klassenerhalt, oder?

Ja, das muss jetzt im Kopf eines jeden Einzelnen angekommen sein.

Haben Sie das Gefühl, dass es bei manch einem vielleicht noch nicht Klick gemacht hat?

(überlegt) Ich kann nicht für andere sprechen. Meine Hoffnung ist einfach, dass jetzt jeder unsere sportliche Lage verstanden hat.

War die Erwartungshaltung vor Saisonbeginn zu hoch?

Die Erwartungshaltung ist in Hof immer hoch. Das ist nichts Neues.

Man hat ja schon verschiedene Saisonziele vernommen - wie müsste denn das "richtige" lauten?

Jetzt heißt es nur noch Ligaverbleib. Ich bin schon der Meinung, dass wir auf dem Papier ein gutes Team haben und ein bisschen weiter vorne stehen könnten. Das hilft uns aber nichts. Wir müssen unsere Leistung, die wir teilweise im Training wirklich gut zeigen, auch in einem Pflichtspiel auf den Platz bringen. Da werden die Punkte vergeben.

Im Training läuft also alles bestens?

Ja. Da zeigen wir oft ein anderes Gesicht. Es ist erstaunlich.

Wie können Sie als Kapitän die Stimmung des Teams wieder ein bisschen aufhellen?

Da helfen nur Erfolgserlebnisse. Wenn man gewinnt, wird die Stimmung von ganz allein besser. Natürlich müssen wir ganz klar und ohne Samthandschuhe unsere Fehler analysieren. Wir müssen Klartext reden. Vielleicht waren wir in den vergangenen Wochen auch ein bisschen zu lieb zueinander.

Immer wieder gibt es den Vorwurf, dass das Hofer Team zu jung und unerfahren sei. Ihre Meinung dazu?

Für mich zählt am Ende des Tages die Qualität - und die haben wir auf jeden Fall. Unerfahrenheit ist natürlich ein Nachteil, aber unsere sportliche Situation lässt sich keinesfalls nur darauf reduzieren. Es ist mir ein bisschen zu billig, alles nur auf die Jugend zu schieben. In gewisser Weise ist das für unsere jüngeren Spieler auch ein Lernprozess. Das mag jetzt ein bisschen abgedroschen klingen, aber ich sage es trotzdem: Wenn wir diese Talfahrt überwinden, werden wir stärker als bisher daraus hervorgehen.

Wenn es sportlich nicht läuft, wird schnell der Trainer hinterfragt. Wie stehen Sie zu Coach Fulvio Bifano?

Ich kann absolut nichts Negatives über ihn sagen. Er ist ein kompetenter Trainer - sowohl fachlich als auch menschlich. Er ist sicher nicht schuld an der sportlichen Misere. Da müssen wir Spieler uns an der eigenen Nase packen.

Am Samstag um 14 Uhr gastieren Sie bei der DJK Gebenbach (8.). Ihre Prognose?

Das wird sicher nicht einfach. Das ist ein Gegner, der sich durch strukturiertes und kompaktes Spiel auszeichnet. Da steckt sehr viel Ordnung drin. Uns sollte entgegenkommen, dass wir nicht das Spiel machen müssen. Da tun wir uns momentan ein bisschen leichter.

Sie haben in sieben Auswärtsspielen erst zwei Pünktchen geholt, auf fremdem Platz ist Hof das zweitschlechteste Team. Spielt das irgendeine Rolle?

Grundsätzlich tun wir uns zu Hause sicher leichter als auswärts, bei vielen Teams ist das normal. Nach zwei solchen Klatschen ist es aber vielleicht ganz gut, dass wir nicht vor heimischem Publikum antreten müssen. Da ist der Druck nicht ganz so groß. Das Gespräch führte

Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2019
00:00 Uhr

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12. 10. 2019
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