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Bayern Hof

Der Fußball-Klassiker der Region: Die SpVgg Bayern empfängt Bayreuth

SpVgg Bayern Hof gegen SpVgg Bayreuth - der Kracher in der zweiten Hauptrunde des Toto-Pokals am Dienstag um 18.15 Uhr elektrisiert die Fans in Oberfranken.



Volle Hütte: Die Hofer Verantwortlichen rechnen beim Pokal-Derby mit etwa 2000 Zuschauern.
Volle Hütte: Die Hofer Verantwortlichen rechnen beim Pokal-Derby mit etwa 2000 Zuschauern.  

Duelle dieser beiden Rivalen waren in der Vergangenheit oft Fußball-Feste – egal, ob sie in der Liga oder in Pokalspielen aufeinandertrafen. Wo haben beide Teams ihre Stärken, wo ihre Schwächen? Ein Vergleich.

 

Wie viele Fans kommen in die Au?

Für die SpVgg Bayern Hof ist es ein Heimspiel, das ist natürlich ein Vorteil. "Die Stimmung wird großartig sein. Wir hoffen auf eine große Kulisse", sagt Kapitän Christian Schraps. Wie viele Zuschauer es am Ende sein werden? 1500? 2000? Vielleicht sogar 3000? Die Verantwortlichen haben eine grobe Vorstellung. So rechnet Vorstandsmitglied Stefan Ziegler - zugleich Sicherheitsbeauftragter - mit etwa 2000 Anhängern. Entscheidend bei der Einschätzung der Zuschauerzahl ist auch die Frage, wie viele Gästefans sich auf den Weg von Bayreuth nach Hof machen.

Die Rahmenbedingungen stimmen: Für den heutigen Dienstagabend sind angenehme Temperaturen und ein weitgehend wolkenloser Himmel über Hof vorhergesagt. Beste Gegebenheiten, um den Fans ein Fußball-Fest zu bieten. Eine Verlängerung wird es übrigens nicht geben. Sollte es nach dem Ende der regulären Spielzeit unentschieden stehen, entscheidet das Elfmeterschießen über Sieg oder Niederlage.

 

Torhüter

Der Hofer Keeper David Guyon kassiert in der Bayernliga im Schnitt 1,77 Gegentore pro Partie. Bei zwei von neun Spielen stand bislang die Null. Eines ist dabei auffällig: Steht der 21-Jährige auf der Linie, macht er meist einen ordentlichen Job. Fehler passieren dann, wenn er aus seinem Tor muss - bei langen Bällen und Ecken beispielsweise. Dann wirkt Guyon unsicher, dann fallen auch Gegentore. Dem Hofer Schlussmann fehlt noch eine Portion Erfahrung, das ist immer wieder zu spüren. Potenzial hat er dennoch. Und dieses Potenzial wird auch dem 22-jährigen Sebastian Kolbe im Tor der Altstädter bescheinigt. 2,16 Gegentreffer kassierte er pro Spiel, dabei wurde der junge Torhüter aber auch oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Kolbe ist ein solider Schlussmann, kein überragender. Was am Ende für den Bayreuther spricht: Gravierende Aussetzer leistete er sich bislang nicht. Fazit: Vorteil Bayreuth

Liveticker

Einen Liveticker zum Pokal-Derby gibt es unter www.frankenpost.de .

 

 

Defensive

Trainer Alexander Spindler setzt hier vor allem auf einen Mann: Heron Miranda. Er ist im Abwehrzentrum einer der wenigen erfahrenen Spieler, allerdings war er zu Saisonbeginn nicht ganz fit. Also vertraute Spindler zunächst auf den jungen Jonathan Müller - und der machte direkt einen Fehler. Müller verletzte sich im Anschluss, die Hofer hatten aber noch einen Trumpf im Ärmel: Ondrej Chocholousek. Der 23-jährige Neuzugang nimmt die zweite zentrale Rolle in der Innenverteidigung ein - und macht seine Sache bislang gut. Zudem haben die Hofer mit dem Ex-Bayreuther Mikel Seiter, Malik McLemore und Andreas Knoll dynamische Spieler, die sich aus der Defensive heraus auch nach vorne mit einschalten. Der defensive Verbund passt, sofern die Hofer einzelne Nachlässigkeiten abstellen können. In Bayreuth läuft die Findungsphase noch. Hier experimentiert Trainer Josef Albersinger. Gesetzt ist Kapitän Thore Dengler, der aber auch noch nicht den sichersten Eindruck machte. Zudem fehlen dem 22-Jährigen Führungsqualitäten. Zu Dengler gesellen sich Neuzugang Steffen Eder, der durchaus eine Verstärkung sein kann, Johannes Golla, Tobias Weber und Nick Prasad - ebenfalls ein neuer Mann. Keiner dieser Spieler ist älter als 23. So ist es nicht ganz verwunderlich, dass Albersinger seine A-Lösung noch nicht gefunden hat. Fazit: Vorteil Hof

 

Mittelfeld

Das Mittelfeld ist die Schaltzentrale eines Teams. Hier werden Ideen und Lösungen kreiert - es ist das Herz einer Mannschaft. Bei der SpVgg Bayern Hof sticht ein Mann bislang heraus: Kevin Winter. Der 25-Jährige glänzt durch Spielfreude, hat den Blick für den Mitspieler - und strahlt auch im Spiel nach vorne Gefahr aus. Vier Treffer erzielte er in neun Spielen, darunter sein sehenswerter Sololauf zum Bayernliga-Start gegen die DJK Gebenbach. Doch es ist nicht nur Winter, der das Hofer Spiel ausmacht. Der junge Tom Feulner findet sich in der Rolle vor der Abwehr als Ballverteiler immer besser zurecht. Neuzugang Patrik Kavalir brauchte eine Eingewöhnungszeit, seine Formkurve zeigt nun nach oben. Die Struktur passt, das Zusammenspiel auch. Bei den Bayreuthern kommt hingegen in der Zentrale zu wenig. Der Abgang von Kristian Böhnlein tut immer noch weh. Neuzugang Edwin Schwarz ist derzeit nicht in der Lage, das Team zu führen. Auch Chris Wolf und Mario Götzendörfer - Spieler, von denen die Bosse viel erwarten - suchen noch ihren Rhythmus. Der 20-jährige Kevin Coleman zeigt immer wieder gute Ansätze, doch die Konstanz fehlt. Für die Altstädter geht es darum, das Zusammenspiel noch zu verfeinern. Nur so entstehen Torchancen - und nur so schießt man dann auch Tore, bisher Fehlanzeige in der Liga. Fazit: Vorteil Hof

 

Offensive

Hier bietet die SpVgg Bayern Hof in der Bayernliga mit 15 Toren aus neun Spielen einen durchschnittlichen Wert. Und die SpVgg Bayreuth? Bei der Altstadt steht in der Regionalliga an dieser Stelle immer noch eine Null. An sechs Spieltagen haben es die Wagnerstädter kein einziges Mal geschafft, den gegnerischen Torwart zu überwinden. Ganz klar: Hier liegt das Bayreuther Hauptproblem. Dabei ist die Offensive mit Ivan Knezevic, Anton Makarenko, Christoph Fenninger und dem jüngsten Neuzuganz Shpetim Sulejmani stark besetzt - zumindest nominell. Warum es mit dem Toreschießen nicht klappt, kann sich in Bayreuth niemand so richtig erklären. Den Hofern dürfte das egal sein. Bei ihnen läuft es im Angriff zwar nicht außerordentlich gut, dennoch setzen die Bayern immer wieder bedeutende Akzente - und sie schießen dann auch die Tore. Im Sturm tun sich immer wieder Adam Hajek und Matej Kyndl (je drei Treffer) hervor. Auch aus dem Mittelfeld schalten sich immer wieder Spieler gefährlich mit nach vorne ein - so zum Beispiel Kevin Winter (vier Tore). Bei den Bayreuthern dagegen lahmt das Spiel, oft fehlen kreative Lösungen. Bezeichnend war auch das Pokalspiel gegen den Landesligisten FC Coburg. Hier siegten die Altstädter zwar 2:0, doch beide Tore fielen nicht etwa aus dem Spiel heraus, sie fielen nach Standardsituationen. Fazit: Vorteil Hof

 

Trainer

Josef Albersinger ist Profi-Trainer. Die Bosse in Bayreuth halten große Stücke auf ihn. Immerhin stehen in seiner Vita bereits Vereine wie der TSV 1860 München (U 17) und der FC Ingolstadt II. Aber auch Albersinger muss sich an Ergebnissen messen lassen - und die sind bislang erschreckend. Der 52-Jährige will den Bayreuther Fußball professionalisieren. Ein Fachmann ist er sicherlich, schließlich hat er die Altstädter in der vergangenen Saison in der Liga gehalten. Bei den vielen jungen Spielern kommen seine taktischen Gedankengänge aber offenbar noch nicht vollends an. Auch Alexander Spindler ist als Taktik-Fuchs bekannt. Der Hofer Coach zog sein Rotationsprinzip in den vergangenen Wochen immer wieder durch. Einige fanden das gut, andere weniger. Der junge Trainer probiert viel aus, ist ein Fan von attraktivem Fußball, will dabei aber die Ordnung nie verlieren. Er ist auf einem guten Weg. Fazit: Unentschieden

 

Statistik

36 Mal trafen die beiden oberfränkischen Fußballrivalen SpVgg Bayern Hof und SpVgg Bayreuth in Ligaspielen seit 1969 aufeinander. Legendär sind dabei die Partien in den 1970er-Jahren in der 2. Bundesliga Süd. In der ersten Dekade des dritten Jahrtausends trafen sich die Teams in der Bayernliga. In der Saison 2016/17 spielten sie zuletzt in der Regionalliga gemeinsam in einer Spielklasse.

Die Gesamtbilanz spricht für Bayreuth: Von den 36 Liga-Begegnungen gewann die Altstadt 16, die Hofer elf, neun Mal trennten sie sich mit einem Remis.

Schaut man jedoch auf die Heimbilanz der SpVgg Bayern Hof können sich die Saalestädter berechtigte Siegeshoffnungen machen: In 18 Heimpartien auf der Grünen Au gingen sie zehn Mal als Sieger vom Platz und verloren nur drei Begegnungen. Der letzte Sieg der Bayreuther in Hof datiert im November 2003.

In den letzten beiden Regionalligapartien in der Spielzeit 2016/17 gab es jeweils einen Sieg für Hof und Bayreuth. Zum Saisonauftakt schlugen die Hofer die favorisierten Altstädter in einem hochklassigen Spiel vor 2820 Zuschauern auf der Grünen Au mit 4:2. In der siegreichen Elf standen damals mit Kapitän Christian Schraps, Andreas Knoll und Harald Fleischer drei Spieler in der Startelf, die heute noch dem Kader der SpVgg Bayern Hof angehören. Im Bayreuther Kader standen mit Felix Strößner und Mikel Seiter zwei, die heute für Hof auflaufen. Im Rückspiel in Weismain gewann Bayreuth 2:0. Quelle: fussballdaten.de

 

Das Fazit

Vor dem Derby spricht viel für die SpVgg Bayern Hof. Warum das so ist? Die Erklärung ist einfach: Das Team von Trainer Alexander Spindler hat das Gefühl des Gewinnens in dieser Saison einfach schon häufiger erlebt. Bei der SpVgg Bayreuth läuft bislang überhaupt nichts zusammen. Die Spieler wirken stark verunsichert. Es ist fraglich, ob sich das im Pokal gegen Hof ändern wird.

Bayern-Coach Alexander Spindler wird nach Wegen suchen, die Bayreuther Verunsicherung im Laufe des Spiels noch zu steigern - etwa durch ein frühes Hofer Tor. Dass die Partie auf der Grünen Au stattfindet, spielt den Altstädtern auch nicht gerade in die Karten. Kurzum: Die Kulisse spricht für Hof, die Formkurve spricht für Hof, das Selbstvertrauen spricht für Hof. Selten hatte ein Bayern-Team eine bessere Gelegenheit, den Erzrivalen aus der Wagnerstadt zu schlagen.

Lesen Sie dazu auch das FP-Interview zum Spiel mit Bayern-Hof-Kapitän Christian Schraps

Autor

Von Hannes Huttinger und Thomas Schuberth-Roth
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Veröffentlicht am:
20. 08. 2018
18:36 Uhr

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Von Hannes Huttinger und Thomas Schuberth-Roth

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Veröffentlicht am:
20. 08. 2018
18:36 Uhr



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