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Bayern Hof

McLemore: „Ich bin noch nicht an meinem Limit“

Malik McLemore erzielt für die SpVgg Bayern Hof in Ammerthal ein Traumtor. Der Treffer ist Werbung in eigener Sache. Denn seine Zukunft ist noch ungewiss.



Einen Schritt schneller als der Ammerthaler Ferdinand Buchner (rechts) ist der Hofer Torschütze Malik McLemore - und trifft zum 1:0. Foto: Mario Wiedel
Einen Schritt schneller als der Ammerthaler Ferdinand Buchner (rechts) ist der Hofer Torschütze Malik McLemore - und trifft zum 1:0. Foto: Mario Wiedel  

Herr McLemore, Maradona, Gareth Bale oder Lionel Messi: Welcher von den drei Superstars ist Ihr Vorbild?

Eher Gareth Bale. Ich fühle mich eher als Sprinter. Das ist meine Generation. Warum?

 

Ihr Tor in Ammerthal war eine Mischung aus allen drei Spielertypen: Aus der eigenen Hälfte sind Sie bis vors gegnerische Tor gezogen. Was für ein Tor!

Ich habe natürlich von meiner Schnelligkeit profitiert. Zunächst saß ich noch auf der Bank, weil der Platz in Ammerthal klein und eng ist - und der Trainer meinte, dass ich meine Stärken dort nicht so ausspielen kann. Für mein hohes Tempo benötige ich Platz. In der Schlussphase habe ich den dann bekommen.

 

Womöglich auch, weil Ammerthal aufgemacht hat?

Die Vorgabe unseres Trainers war, erst einmal konstant gut zu stehen und die Null zu halten. Dann sollte ich ins Spiel kommen und mit meinem Tempo das Spiel aufmischen. Die Strategie ist aufgegangen.

 

Sie hatten beim Tor aber auch etwas Glück: Der Ammerthaler Abwehrspieler macht vor dem Strafraum nicht unbedingt eine glückliche Figur, oder?

Das war kein Zufall. Wir hatten in ihm bereits vorher die Schwachstelle gesehen. Darauf haben wir uns dann fokussiert. Er hatte ein paar Schnelligkeitsnachteile - und das habe ich nutzen können.

 

Es wirkte fast so, als ob Sie sich den Ball an der Mittellinie aber zu weit vorgelegt hätten. Was haben Sie sich in diesem Moment gedacht?

Ich wollte mir den Ball nicht so weit vorlegen und habe Sekundenbruchteile darüber nachgedacht, mich dann aber dazu entschieden, es durchzuziehen. Vielleicht war es auch mein Glück, dass ich mir ihn so weit vorgelegt habe: Wäre er nicht so weit gekommen, hätte ich früher abstoppen müssen, hätte ich ihn mir weiter vorgelegt, wäre vielleicht der Torhüter schon rangekommen.

 

Sie sind in der eigenen Hälfte gestartet - und haben trotzdem die Ruhe vor dem Tor bewahrt. Wie schwer war das?

Das stimmt. Ich bin knapp zehn Meter hinter der Mittellinie mit dem Ball gestartet und musste kurz vor dem gegnerischen Tor einen Gang runterschalten. Wichtig war, die Ruhe zu bewahren. Es ist in solchen Szenen immer wichtig, nicht zu überhastet abzuschließen.

 

Fünf Minuten nach dem Tor gab es eine ähnliche Szene. Wie schade ist es, dass dies nicht mit dem zweiten Tor gekrönt wurde?

Das wäre noch die Kirsche auf der Torte gewesen. Im ersten Moment wollte ich den Ball über den Torhüter chippen, habe mir dann aber gedacht, dass er das nach dem ersten Tor ahnen würde. Dann ist er doch mit dem Fuß rangekommen.

 

Zurück zum Tor: Hoffen Sie, in eine Abstimmung zum Tor des Monats zu kommen?

Das weiß ich leider noch nicht. Ich lasse mich überraschen.

 

Ihre Vorbereitung lief nicht gut, Sie waren verletzt. Da tut das Tor doch gut?

Natürlich war es unglücklich für mich, die Spiele in der Vorbereitung nicht zu spielen. Aber ich habe mit dem Trainerteam besprochen, nicht zu früh wieder zu beginnen. Natürlich hat mein Fitnesszustand unter der Verletzung gelitten, aber ich habe mich so fit bekommen, dass ich im ersten Spiel 100 Prozent geben konnte.

 

Bei wie viel Prozent liegen Sie jetzt? Wie viel fehlt noch nach der Verletzungspause für 90 Minuten?

Ich muss noch an meiner Kondition arbeiten. Physisch fühle ich mich aber schon wieder bei 100 Prozent. Andererseits spreche ich nie gern darüber, schon am Limit angekommen zu sein, denn ich weiß, dass stets noch mehr geht. Ich arbeite deshalb immer weiter an mir. Mein Spiel lebt von meiner Athletik. Deshalb muss ich dafür auch viel tun. Und ich fühle mich auch schneller als vor einem Jahr.

 

Sie machen das sicherlich nicht ohne Grund. Ihr Ziel ist sicherlich, einmal höher als Bayernliga zu spielen?

Der Verein, die Trainer und meine Mitspieler wissen, dass ich mal höherklassig spielen will. Es gibt auch schon ein paar Angebote, die nicht so schlecht sind. Aber es kann schon nach oben gehen.

 

Es kann also sein, dass Sie in der neuen Saison nicht mehr in Hof spielen?

Es kann alles passieren: Ich fühle mich hier komplett wohl, also könnte es auch sein, dass ich meinen Vertrag verlängere. Andererseits muss ich mit 22 Jahren den nächsten Schritt machen. Wenn ich noch einmal höherklassig spielen möchte, dann muss ich bald damit anfangen.

 

Das Tor (bei 1:53:40 Stunden):

 

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Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
04. 03. 2019
17:54 Uhr

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04. 03. 2019
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