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Bayern Hof

Trainer Alexander Spindler tritt zurück

Drei Spiele, kein Sieg, kein Vertrauen in der Vereinsführung: Das ist für Trainer Alexander Spindler zu viel. Er tritt zurück.



Der Bayern-Hof-Trainer Alexander Spindler ist von seinem Amt zurückgetreten.
Der Bayern-Hof-Trainer Alexander Spindler ist von seinem Amt zurückgetreten.   Foto: Mario Wiedel

Er tat sein Bestes, doch die Entscheidung war bereits endgültig gefallen. Als Fulvio Bifano, der sportliche Leiter der SpVgg Bayern Hof, am Sonntagmorgen mit Alexander Spindler zum Trainingsplatz schritt, redete er auf den Noch-Trainer ein. Doch er ließ sich nicht mehr umstimmen. "Meine Entscheidung war alternativlos", sagt Spindler am Sonntagnachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung. Selbst sein Vertrauter Bifano hatte keine Chance mehr, den Entschluss umzukehren. Spindler trat zurück. Er machte den Weg frei für einen Nachfolger, den es aber wohl frühestens in der nächste Woche geben wird.

Viele Tore im Oberfrankenderby

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4 (2:2)

FC Eintracht Bamberg: Dellermann - Pfeiffer, Kollmer, Linz, Schmitt (68. Hofmann) - Schmittschmitt, P. Görtler, M. Reischmann, Elshani (70. Tranziska), Renner - N. Görtler (76. Jessen).

SpVgg Bayern Hof: Lang - Miranda, Chocholousek, Schmidt, Schraps, Sevcik, Fischer, Seifert, Hajek, Renk, Kavalir.

Schiedsrichter: Steigerwald (Gräfendorf). - Zuschauer: 570. - Tore: 3. Min. Kavalir 0:1, 14. Min. P. Görtler 1:1, 28. Min. Elshani 2:1, 44. Min. Sevcik 2:2, 47. Min. Hajek 2:3, 49. Min. Elshani 3:3, 64. Min. Hajek 3:4, 70. Min. Renner 4:4, 72. Min. Tranziska 5:4, 90. Min. P. Görtler 6:4.

Was für ein Spektakel! Die Hofer Bayern zeigen im oberfränkischen Derby beim FC Eintracht Bamberg eine schwankende Leistung - was sich letztlich auch im Ergebnis widerspiegelt. Vier Auswärtstore reichten nicht zu einem Punktgewinn. Hof erwischte einen guten Start - und führte schnell mit 1:0. Auch in der Folge waren die Hofer die wachere Mannschaft und blieben weiter am Drücker. Doch Bamberg fand zurück ins Spiel. Die Konsequenz: der Ausgleich, der auch schon zuvor in der Luft lag. Görtler verwandelte einen Abpraller. Im weiteren Verlauf profitierte Bamberg von eine Unachtsamkeit des Hofer Keepers Lang, Elshani hatte kein Mühe, den Ball über die Linie zu drücken. In dieser Druckphase der Bamberger fiel jedoch aus dem Nichts der Ausgleich. Auch der Beginn des zweiten Spielabschnitts ähnelte sehr den Anfangsminuten der ersten Halbzeit. Die Partie war kaum angepfiffen, da musste Dellermann den Ball schon aus dem Tor der Bamberger holen. Nach einem schnellen Angriff tauchte Hajek freistehend vor dem Gehäuse der Domstädter auf und schob zum erneuten Führungstreffer ein. Die Violetten zeigten sich allerdings unbeeindruckt von der schnellen Führung. Elshani glich schnell wieder aus. Beide Teams drückten nun auf das nächste Tor und boten den 520 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch. Hajek brachte Hof wieder in die Erfolgsspur. Doch es täuschte: Der FCE biss sich weiter in die Partie und erspielte sich ein leichtes Chancenplus. Innerhalb von 180 Sekunde drehte Bamberg die Partie. In einer hektischen Schlussphase, als Hof alles nach vorn warf, setzte Görtler den Schlusspunkt.

 

Denn die Entscheidung traf die sportliche Leitung überraschend. Bifano hatte nicht damit gerechnet - zumal Spindler erst im Frühjahr seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hatte und vollumfänglich den Hofer Weg, stärker auf junge Spieler zu setzen, mitgetragen hatte. "Das Gesamtpaket war stimmig. Wir hatten schon geplant, mit ihm die Verjüngungskur fortzusetzen." Und das trotz der sportlichen Misserfolge zum Saisonstart. Die 4:6-Niederlage am Samstag beim FC Eintracht Bamberg machte den Ein-Punkte-Fehlstart perfekt. Doch: "Mein Rückzug hat nichts mit der sportlichen Situation nach drei Spieltagen zu tun."

Die neuerliche Niederlage wirkte wohl eher wie ein Brandbeschleuniger. Das Verhältnis zwischen Spindler und dem aktuellen Präsidium des Vereins gilt schon länger als angespannt. Schon in der vergangenen Saison zeigte es Risse. Die Verlängerung des Vertrags mit Spindler war lange Zeit offen. Nach Informationen unserer Zeitung verhandelte der Verein bereits mit einem Nachfolger, konnte sich aber nicht endgültig dafür entscheiden. Als der Deal platzte, verlängerte der Verein mit Spindler. Im selben Zeitraum ereignete sich die spektakuläre Pressekonferenz, als Stadionsprecher Jürgen Schmidt auf offener Bühne den Coach bloßstellte, sich aber später bei ihm entschuldigte. "Damals hätte ich mir eine klarere Positionierung des Präsidiums gewünscht", sagt Spindler heute. "Sie haben mich im Regen stehen gelassen." Das Fass zum Überlaufen brachte - neben der Niederlage in Bamberg - ein Gespräch der sportlichen Leitung mit dem Präsidium. "Ich habe zwar gemerkt, dass wir gemeinsam dasselbe wollen, aber zwischen dem Präsidium und mir unterschiedliche Auffassungen herrschen", so Spindler, der vor genau zwei Jahren den Job von Miloslav Janovsky übernahm. "Ich habe gemerkt, dass ich mich auch in den kommenden Wochen schwer tun würde. Nach dem Bamberg-Spiel war das Problem nicht mehr lösbar."

20.07.2019 - FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4 - Foto: red

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4
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Die Zweifel, die an der Eignung Spindlers im Hofer Präsidium herrschen, führten allerdings nicht dazu, dass er vor seiner Freistellung stand. "Nein, darüber wurde nicht nachgedacht", sagt Fulvio Bifano, der nach dem 4:6 mit Präsident Reiner Denzler sprach. "Wir haben zwar die Niederlage beweint, aber es war nicht die Rede davon, den Trainer rauszuwerfen. Das habe ich auch Alexander signalisiert." Doch für ihn war die Entscheidung anscheinend bereits gefallen: Der junge Trainer hört auf.

Allerdings: Sein Problem mit dem aktuellen Präsidium hätte - zumindest rein von der offiziellen Funktion - voraussichtlich nur noch bis Donnerstag bestanden. Dann treffen sich die Vereinsmitglieder zu einer Jahreshauptversammlung und stimmen über die Auslagerung des Spielbetriebs in eine GmbH ab. Hätte er also nicht auch warten können, bis dann eventuell eine andere Vereinsführung die Fäden in der Hand hält. "Ich hätte auch bis Donnerstag warten können, aber ich habe gemerkt, dass mir das Feuer und die Leidenschaft abhanden gekommen sind. Und ich kenne mich so gut und weiß, dass ich es nicht mehr hätte entfachen können."

Also handelte Spindler schnell - um auch der Mannschaft einen letzten Gefallen zu tun. Denn die Hofer empfangen am Samstag den Würzburger FV. "Ein harter Brocken", beschreibt Bifano die kommende Aufgabe - und es geht so weiter: Am Dienstag folgt das Spiel in Seligenporten. Spindler wollte die Vorbereitung der angeschlagenen Mannschaft auf die beiden wichtigen Spiele mit einer Hängepartie nicht weiter gefährden. "Jetzt hat die Mannschaft eine Woche Zeit, sich den Schock aus den Kleidern zu trainieren", so der bisherige Hofer Trainer. Aus der Mannschaft ist durchaus dieser Eindruck zu hören. "Der Rücktritt war insgesamt eine große Überraschung", sagt Kapitän Christian Schraps, "und für einige junge Spieler sicherlich auch ein Schock. Es hilft nichts. Wir müssen jetzt Punkte holen und in die Spur finden."

Dabei setzt der Verein für den Moment auf eine interne Lösung. Vorerst leiten Co-Trainer Michal Kycek und der verletzte Torjäger Martin Holek das Training - gemeinsam mit Fulvio Bifano. Er wird letztlich den Hut auf haben, wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, auch wenn es ihm lieber gewesen wäre, er hätte am Sonntagvormittag Alexander Spindler vom Weitermachen überzeugen können.

Autor
Marcus Schädlich

Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
12:54 Uhr

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Autor
Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
12:54 Uhr



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