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Regionalsport

"Ein Ausgleich ist notwendig"

Manfred Neumeister hält an seiner Kandidatur für den BFV-Bezirksvorsitz fest. Er will eine regionale Schieflage vermeiden.



Interview: mit Manfred Neumeister, BFV-Kreisvorsitzender Bamberg, Bayreuth, Kulmbach
Interview: mit Manfred Neumeister, BFV-Kreisvorsitzender Bamberg, Bayreuth, Kulmbach  

Herr Neumeister, das BFV-Präsidium hat Thomas Unger zum Nachfolger von Karlheinz Bram berufen. Heißt das, dass Sie Ihre Kandidatur für das Amt des Bezirks-Vorsitzenden aufgegeben haben?

Nein, habe ich nicht. Die Berufung von Thomas Unger zum Bezirks-Vorsitzenden ist nach dem vorzeitigen Abtritt von Karlheinz Bram eine formelle Angelegenheit. Die Wahl des Bezirks-Vorsitzenden in Oberfranken findet durch die Vereinsvertreter und die Funktionäre aus Oberfranken am 11. März in Wunsiedel statt. Die Ernennung im Vorlauf vor dem Bezirkstag mag ein Vorteil für Thomas Unger sein. Ich habe am Samstag beim Pressegespräch mitgeteilt, dass ich dies respektiere, jedoch nun mein Netzwerk aufbaue und bei Erfolgsaussichten im März kandidieren werde. Es ist auch keine Kampfkandidatur gegen Thomas, sondern eine Kandidatur für den Fußball. Genauer gesagt den oberfränkischen Fußball und bei dieser Wahl sollen auch die oberfränkischen Vereinsvertreter ihren Kandidaten wählen dürfen.

 

Sie sind ein Mann der klaren Worte - auch als Kommunalpolitiker in Ihrer Heimatstadt Hollfeld. Damit könnten Sie auch als ein unbequemer Sportfunktionär für den Bayerischen Fußballverband gelten. Sehen Sie das ähnlich?

Richtig! Schauen wir doch einmal in die Politik. Die Verzahnung und Treueschwüre in den Parteien sorgen bei den Menschen für Verdrossenheit. Nur wenige haben den Mut, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Dafür braucht es nicht Mut, sondern man muss es auch machen. Genauso will es der Bürger und auch unsere Vereine. In einem so großen Verband gibt es nun einmal unterschiedliche Auffassungen. Das muss kein Nachteil sein! Es tut einem Verband sehr gut, wenn es Querdenker gibt. Gleichschaltung kann zur Unselbständigkeit führen und bringt weniger Modernisierung und Motivation. Auch wenn die Chemie zwischen Karlheinz Bram und mir nicht übereingestimmt hat - wir mussten uns auch nicht mögen -, so war unser Verhältnis all die Jahre von gegenseitigem Respekt und dem Streben für den Fußball geprägt.

 

Was treibt Sie an, das Amt des Bezirks-Vorsitzenden anzustreben?

Es ist weniger das Amt. Vielmehr ist es das Gen für den Fußball in mir und meine Verantwortung für unser Oberfranken. Schwerpunkt ist dabei, dass in unserem strukturschwachen Oberfranken bei all den Sorgen kein Verein verschwinden darf. Unsere Fußballvereine sind die Stützen in einer Kommune. Ähnlich, wie es die Feuerwehren und alle Organisationen in einer kleinen Gemeinde sind. Dafür muss man etwas machen. In erster Linie mit den Vereinen. Der Fußball muss dabei nicht neu erfunden werden. Wir müssen die Vereinsfunktionäre motivieren, den Spielern den Freizeitwert und Spaß am Fußball zurückgeben und unseren Lokalpolitikern die dafür nötige Unterstützung abringen. Ich kann nur helfend, moderierend und unterstützend wirken. Gemeinsam, so machen wir es schon in unserem Kreis, sprechen wir die Probleme an. Das Hauptaugenmerk liegt für mich darin, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.

 

Ihr Schwerpunkt wäre also eine stärkere Zusammenarbeit mit den Vereinen?

Zusammengefasst: Ich will das Vereinssterben vermeiden, aufgeschlossen für Änderungen sein, mich der Struktur der Kreise und Ligen annehmen und die Jugend - zum Beispiel durch die Digitalisierung - mitnehmen. All diese Schwerpunkte gehen aber nur mit den Vereinen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Konkurrenten Thomas Unger?

Ich kenne Thomas Unger sehr gut und wir hatten in all den Jahren noch nie einen Disput. Letztlich lebt ein Verband aber auch davon, wenn die Vereine eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei Kandidaten haben. Zudem stammen mehr als die Hälfte der Bezirksausschussmitglieder aus dem Kreis Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel. Natürlich haben sie Thomas Unger favorisiert. Damit würde sich der künftige Bezirksausschusses überwiegend aus dem kleinsten Kreis zusammensetzen. Ich halte einen Ausgleich für notwendig.

 

Derzeit sind Sie Kreisvorsitzender und Kreisspielleiter des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach. Werden Sie beim Kreistag als Kreisvorsitzender kandidieren?

Nach all den Ereignissen ist es schon schwierig, sich motiviert dem Ehrenamt weiterhin zu widmen. Für mich bleibt das Hauptaugenmerk der Verein. Nach Gesprächen mit meinen Mitarbeitern und den vielen Aufforderungen der Vereine habe ich mich für eine Kandidatur entschlossen.

 

Vorausgesetzt, Sie werden wiedergewählt: Ist eine mögliche Doppelfunktion nicht ein Nachteil?

Das muss man so sehen, denn die Vereine aus Bamberg/Bayreuth/Kulmbach wollen einen starken Kreisvorsitzenden. Ich habe ja gesagt, dass ich nur dann antrete, wenn mein Netzwerk der Kandidatur zustimmt und ich auch eine Chance auf den Bezirks-Vorsitzenden habe.

Das Gespräch führte Werner Reißaus

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
07. 12. 2017
00:00 Uhr

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Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
07. 12. 2017
00:00 Uhr



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