Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Regionalsport

Ein Helmbrechtser greift nach dem Titel

Am Mittwoch feiert die VBL Club Championship, so etwas wie die Fußball-Bundesliga des E-Sports, ihre Premiere. Michael Bittner zieht dabei viele Blicke auf sich.



Der Helmbrechtser Michael Bittner (rechts) und Mohammed Harkous qualifizierten sich erst kürzlich für den Fifa-E-Club-Weltcup. Foto: privat
Der Helmbrechtser Michael Bittner (rechts) und Mohammed Harkous qualifizierten sich erst kürzlich für den Fifa-E-Club-Weltcup. Foto: privat  

Ob sich Uli Hoeneß in dieser Woche vor den Fernseher klemmt oder nicht, dürfte dem Helmbrechtser Michael Bittner ziemlich egal sein. Der Traum des Weltklasse-E-Sportlers von einer Bundesliga für Zocker ist auch ohne die Hilfe von Bayern Münchens Präsidenten in Erfüllung gegangen. Während jener E-Sport im Vorjahr noch als "totalen Schwachsinn" verteufelt hatte, startet an diesem Mittwoch die VBL Club Championship. Die nationale Klub-Meisterschaft in der Fußball-Simulation Fifa 19 ist für die Szene ein Meilenstein.

Das weiß auch Bittner, der mit Werder Bremen in Abwesenheit der E-Sport-kritischen Top-Bundesligisten Bayern und Borussia Dortmund absoluter Titel-Favorit ist. "Das ist der nächste Schritt zur Professionalisierung. Es ist von der Reputation her sehr wichtig", sagte der 21-Jährige. Tatsächlich hat der neue Wettkampf eine andere Strahlkraft als alle bisherigen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) steckt hinter dem neuen Turnier. 22 Teams aus der ersten und zweiten Bundesliga machen mit.

"Lange habe ich mir im E-Sport etwas Vergleichbares zur Fußball-Bundesliga gewünscht. Das ist jetzt auf jeden Fall eine Annäherung", sagte Bittner. Außer Bayern und Dortmund fehlen aus der Bundesliga nur der SC Freiburg, die TSG Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf. Dazu kommen neun Zweitligaklubs wie Bittners schon lange im E-Sport aktiver früheren Verein VfL Bochum. Dass die neue Liga nur professionellen Fußball-Vereinen vorbehalten ist, kommt dem Projekt nach Bittners Meinung zugute. "Die Vereine haben eine ungeheure Power und können Themen vorantreiben. Davon profitieren am Ende alle", sagte er. Allein die Tatsache, dass sich Bundesligisten auf der Konsole in einer geschlossenen Liga duellieren, stellt die Sportart ins Scheinwerferlicht. ProSieben MAXX zeigt ausgewählte Highlight-Partien sogar live um 20.15 Uhr im Free-TV. Den Anfang bei diesen "Featured Matches" machen Bittners Bremer gegen RB Leipzig, die übrigen Spiele finden schon am Mittwoch statt. Doch wie funktioniert diese "E-Sport-Bundesliga" überhaupt? 21 Spieltage wird es dauern, bis Mitte März der Champion feststeht. Jede Begegnung findet in einem dem Daviscup ähnlichen Format statt. Zwei Partien werden im Eins-gegen-Eins gespielt (jeweils eine auf der PlayStation und eine auf der Xbox). Das dritte Spiel im Zwei-gegen-Zwei wird auf einer durch die Heimmannschaft gewählten Konsole durchgeführt. Gespielt wird mit den Bundesliga-Teams. Allerdings weisen alle Spielfiguren dieselbe Spielstärke von 85 auf, um Chancengleichheit zu gewährleisten.

Die Top-Sechs der Tabelle qualifizieren sich am Ende für das Finale der virtuellen Bundesliga, der nationalen Einzel-Meisterschaft in Fifa 19 im Mai. Das sei laut eigener Aussage erst mal auch Bittners Hauptziel. Ein Preisgeld für die Club Championship ist ohnehin nicht vorgesehen. "Trotzdem sind wir uns der Favoritenrolle bewusst, die uns von außen zugesprochen wird", sagt Bittner. Schließlich ist er WM-Viertelfinalist 2018 und sein Teamkollege Mohammed Harkous ESL-Rekordmeister. Die größten Konkurrenten der Bremer sind die erfahrenen Profis, mit denen sie sich auch auf internationaler Ebene ständig messen. Schalke 04 mit Philipp "Eisvogel" Schermer, der VfL Wolfsburg mit Timo "TimoX" Siep und RB Leipzig mit Cihan Yasarlar haben langjährige Fifa-Veteranen in ihren Reihen. Könnten bei so viel Klasse zur nächsten Saison vielleicht auch Dortmund und Bayern hellhörig werden? Schon, wenn es nach Bittner geht: "Es ist in meinen Augen eine Frage der Zeit, bis alle Bundesligisten dabei sind." Sein Wort in Hoeneß‘ Ohr.

Autor

Florian Krebl
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
19:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Borussia Dortmund Daviscup E-Sport FIFA Fortuna Düsseldorf Fußball-Bundesliga Konsolen ProSieben SC Freiburg Schalke 04 TSG Hoffenheim Uli Hoeneß VfL Bochum VfL Wolfsburg Werder Bremen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Alles, was ein E-Sportler braucht: Controller, Kopfhörer für den perfekten Sound - und natürlich darf auch ein funktionstüchtiger Bildschirm nicht fehlen. Fotos: Christophe Gateau; Arno Burgi/dpa

27.12.2018

Ist das Sport?

E-Sport wird immer beliebter. Ein Oberfranke gehört zu den Weltbesten. Der Deutsche Olympische Sportbund hat mit der Videospiel-Zockerei aber so seine Probleme. » mehr

Konzentriert vor dem Bildschirm: Michel Bittner aus Helmbrechts, der als E-Sportler beim VfL Bochum unter Vertrag steht. Das Bild zeigt ihn bei der Team-WM in Paris. Dort war für den 19-Jährigen an der Seite seines Mannschaftskollegen Daniel Fink in der Gruppenphase Schluss. Nun steht die Qualifikation zur Einzel-WM an.	Foto: Michael Fischer

09.08.2018

"Ich habe mich endgültig in der Weltspitze etabliert"

E-Sportler Michael Bittner hat den WM-Titel verpasst. Dennoch blickt er voller Zuversicht in die Zukunft. Der Helmbrechtser erlebt eine rasante Entwicklung. » mehr

Sieht es künftig so in den Sportheimen aus? E-Sport soll kein Teil des Sports werden, meint der Kulmbacher Sportsoziologe Andreas Hoffmann. Foto: Christophe Gateau/dpa

15.05.2019

"E-Sport hat nichts in Sportvereinen zu suchen"

Ist E-Sport eine Ergänzung oder Konkurrenz zum Fußball? Der Kulmbacher Sportsoziologe Andreas Hoffmann vertritt eine klare Haltung. » mehr

Mit Nationaltrikot: E-Sportler Michael Bittner.

20.08.2019

Michael Bittner gewinnt "Sport-Bild-Award"

Mit Robert Lewandowski oder Arjen Robben gemeinsam im Rampenlicht - wie sich das anfühlt? Das weiß jetzt Michael "MegaBit" Bittner. » mehr

Hannes Huttinger, Thomas Schuberth-Roth, Marcus Schädlich und Bernd Nürnberger (von rechts oben im Uhrzeigersinn)

23.08.2018

Bundesliga: So tippt die Redaktion

Vier Mitglieder der Frankenpost-Sportredaktion wagen eine Prognose zum Verlauf der bevorstehenden Bundesliga-Saison. Dass der FC Bayern wieder Meister wird, ist für alle klar. » mehr

Zwei ehemalige Hofer - der eine bleibt in der Regionalliga, der andere wechselt in die dritte Liga: Martin Holek (links) wechselt zum Regionalligisten FC Wacker Burghausen, Sebastian Bösel (rechts) wechselt von Bayern München II zum Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach (hier schon im Dress seines neuen Vereins).

09.07.2017

Trainer sehen Löwen und Schweinfurt vorne

Die Fußball-Regionalliga Bayern startet in die sechste Saison. In den 19 Vereinen gibt es viele Zu- und Abgänge. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht | 25.08.2019 Langenbach
» 230 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf | 23.08.2019 Hof
» 38 Bilder ansehen

Autor

Florian Krebl

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
19:22 Uhr



^