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Regionalsport

Furioses Finale um den Titel

In der Fußball-Bezirksliga ist der letzte Spieltag an Spannung kaum zu überbieten. Saas Bayreuth, Vorwärts Röslau und auch Kasendorf können noch Meister werden.



Ein Jahr spielte das Brüderpaar aus Tschechien gemeinsam in der Bezirksliga, nun trennen sich die Wege wieder: Torwart Tomas Smrha steigt mit der SpVgg Selb 13 in die Kreisliga ab, während Jaroslav Smrha (rechts) mit dem FC Vorwärts Röslau den Aufstieg in die Landesliga anpeilt. Ob das als Meister klappt, über die Relegation gehen muss, oder die Mission gänzlich scheitert, entscheidet sich am Samstag. Die Röslauer hoffen natürlich, dass Jaroslav Smrha in Kasendorf nach seiner Oberschenkelverletzung wieder spielen kann. Foto: Michael Ott
Ein Jahr spielte das Brüderpaar aus Tschechien gemeinsam in der Bezirksliga, nun trennen sich die Wege wieder: Torwart Tomas Smrha steigt mit der SpVgg Selb 13 in die Kreisliga ab, während Jaroslav Smrha (rechts) mit dem FC Vorwärts Röslau den Aufstieg in die Landesliga anpeilt. Ob das als Meister klappt, über die Relegation gehen muss, oder die Mission gänzlich scheitert, entscheidet sich am Samstag. Die Röslauer hoffen natürlich, dass Jaroslav Smrha in Kasendorf nach seiner Oberschenkelverletzung wieder spielen kann. Foto: Michael Ott  

Es dürfte eines der dramatischsten Saisonfinals seit vielen Jahren sein in der Fußball-Bezirksliga. Gleich drei Mannschaften haben vor dem letzten Spieltag am kommenden Samstag (14 Uhr) noch die Chance auf den Titel. Nur ein Club aber hat es in eigener Hand: Der BSC Saas Bayreuth (57 Punkte) kann mit einem Heimsieg gegen den TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf die Sektkorken knallen lassen. Zwei Vereine hätten nichts dagegen, wenn Bayreuth ausrutschen würde: Der FC Vorwärts Röslau (2./56 Punkte) und der SSV Kasendorf (3./54) könnten in diesem Fall selbst noch auf Platz eins vorstoßen. Den Röslauern würde bei der Niederlage des BSC Saas schon ein Unentschieden genügen, Kasendorf würde einen Dreier benötigen. Pikant: Beide Teams treffen in Kasendorf direkt aufeinander. Hochspannung ist garantiert.

Was passiert, wenn. . .

Der FC Vorwärts Röslau wird Meister und steigt direkt auf, wenn...

...er in Kasendorf gewinnt und Saas Bayreuth mindestens einen Punkt liegen lässt

...er in Kasendorf einen Punkt holt und Saas Bayreuth verliert

Der FC Vorwärts Röslau wird Zweiter und muss in die Relegation, wenn...

...er in Kasendorf einen Punkt holt und Saas Bayreuth gegen Kirchenlaibach-Speichersdorf nicht verliert

...er in Kasendorf gewinnt, und Saas Bayreuth ebenfalls gewinnt

Der FC Vorwärts Röslau wird Dritter und bleibt ein weiteres Jahr Bezirksligist, wenn...

...er in Kasendorf verliert

Saas Bayreuth wird Meister, wenn.. .

...er gegen Kirchenlaibach-Speichersdorf gewinnt.

...er einen Punkt holt und Röslau in Kasendorf nicht gewinnt

Der SSV Kasendorf wird Meister, wenn...

er gegen Röslau gewinnt und Bayreuth verliert


In Bayreuth und Röslau war Anfang dieser Woche erst einmal Wundenlecken angesagt. Beide Teams patzten überraschend auf eigenem Platz. Der BSC Saas zog gegen Kasendorf mit 0:2 den Kürzeren, der FC Vorwärts nutzte die Steilvorlage nicht und unterlag dem ATS Kulmbach mit 0:1. "Ich könnte mich heute noch in den Hintern beißen", sagte der Röslauer Trainer Ali Sener am Dienstag im Gespräch mit der Frankenpost. Sener hatte während dem Spiel natürlich vom Bayreuther Rückstand erfahren. "Umso ärgerlicher war unsere eigene Niederlage."

Nicht viel besser war die Gemütslage bei Saas-Spielleiter Martin Scholti nach dem 0:2 gegen Kasendorf. "Das war eine schmerzliche Niederlage. Aber wir sind mit einem blauen Auge davongekommen durch den gleichzeitigen Röslauer Ausrutscher." Mit einem Sieg gegen den Nachbarn aus Kirchenlaibach-Speichersdorf hätte der Tabellenführer das jüngste 0:2 ausgebügelt und könnte im zweiten Anlauf die Meisterschaft feiern.

Dass der BSC Saas zum zweiten Mal in Folge Heimrecht genießt, hängt mit einem Verlegungswunsch der Kirchenlaibacher aus der Hinrunde zusammen. "Die wollten damals zu ihrer Kirchweih ein Heimspiel haben. Und da wir ein sehr gutes Verhältnis pflegen, haben wir diesem Wunsch damals entsprochen", sagt Scholti, der von einer "jetzt genialen Fügung" spricht. "Es ist ein toller Vorteil, dass wir unser Endspiel zu Hause bestreiten können." Wer jetzt aber an Nachbarschaftshilfe aus Kirchenlaibach-Speichersdorf glaubt, liegt verkehrt. Glaubt zumindest Scholti. "Gegen den TSV haben wir uns immer schwer getan. Er wird uns auch am Samstag alles abverlangen und nicht nur für die Galerie spielen. Wir wissen, dass wir uns steigern müssen gegenüber dem letzten Spiel gegen Kasendorf." Nach Kasendorf werden sich am Samstag natürlich auch die Blicke aus Bayreuth richten. "Aber das wird nicht unsere Hauptaufgabe sein", erklärt Scholti. "Wir wollen einfach selbst unser Spiel gewinnen und Meister werden."

Die Handys werden wohl auch beim Verfolgerduell in Kasendorf glühen. Ob der Röslauer Trainer an einen weiteren Patzer des Tabellenführers glaubt? "Möglich ist alles", sagt Ali Sener. "Ich traue Kirchenlaibach auf alle Fälle etwas zu. Aber wir müssen uns rein auf unser Spiel konzentrieren." Zumindest ein Punkt soll herausspringen, um zumindest die Relegation zur Landesliga zu sichern. "Für unsere Jungs wäre es schade, wenn wir am Ende nur die goldene Ananas in Händen halten. Auch wenn uns nach dem sehr schlechten Start keiner mehr zugetraut hat, noch einmal in den Meisterschaftskampf einzugreifen. Dass dem nun doch so ist, hat sich meine Mannschaft in den letzten Monaten hart erarbeitet und auch verdient."

Die Bilanz der vergangenen Jahre spricht für Röslau. In den letzten zehn Spielen gegen Kasendorf seit 2010 - ob Bezirksliga, Bezirksoberliga oder Landesliga -, feierte der FC Vorwärts sieben Siege. Drei Mal trennten sich beide Teams mit einem Remis. Für Sener ist das aber Schnee von gestern. "Statistiken oder die Vergangenheit interessieren mich nicht." Am Samstag würden zwei komplett neue Mannschaften auf dem Platz stehen, die beide aus der Landesliga kommen und Fußball spielen können. "Da wird die Tagesform entscheiden - und wer den absoluten Willen hat in diesem Endspiel. Mehr finaler Charakter geht nicht."

Sener hofft, dass er am Samstag wieder auf den angeschlagenen und gegen Kulmbach schmerzlich vermissten Jaroslav Smrha zurückgreifen kann. "Er ist unser Kopf von hinten heraus. Es wäre auch mental wichtig, wenn er auf dem Platz stehen würde." Doch ob nun mit oder ohne Smrha: Sener versprüht Optimismus. "Ich bin mir sicher, dass wir die Saison nicht auf Platz drei beenden. Wir werden mindestens Zweiter." Wobei der Vorwärts-Coach nicht unbedingt ein Freund der Relegation ist. "Da schleppt man viele Wehwehchen mit in die neue Saison hinein." Um das zu verhindern und doch in die Landesliga zurückzukehren, bleibt also nur der Titel...

Da freilich will der SSV Kasendorf nicht freiwillig mitspielen. Der letztjährige Landesliga-Mitabsteiger aus dem Kulmbacher Land war selbst lange Tabellenführer, bekam als einziges Spitzenteam sogar noch Punkte geschenkt aus dem "Fall Trogen", schwächelte aber im Spätherbst und im Frühjahr etwas. Und nach den Derby-Niederlagen gegen Kulmbach und in Katschenreuth sowie einem mageren 0:0 gegen Kirchenlaibach-Speichersdorf schienen die Plätze eins und zwei in weiter Ferne. Bis vergangenen Sonntag. "Wir haben uns gut erholt", freute sich SSV-Spielleiter Claus Deller über den Husarenstreich in Bayreuth und über die gleichzeitige Röslauer Niederlage.

Ob es am letzten Spieltag noch einmal für ganz oben reicht? Deller ist skeptisch. "Ich glaube nicht, dass Saas noch einmal ausrutscht." Und der Kasendorfer Spielleiter weiß auch um die Stärke des FC Vorwärts Röslau, der am Samstag vermutlich mit vielen Fans anreisen wird. "Die Röslauer wollen ja unbedingt zurück in die Landesliga. Sie sind für mich auch die stärkste Mannschaft im Feld und nicht gerade unser Lieblingsgegner." Deller, der gut 300 bis 400 Besucher erwartet, verspricht aber nochmals einen großen Kampf seiner Mannschaft. "Im Fußball ist ja alles möglich. Spätestens gegen 15.45 Uhr sind am Samstag alle schlauer." Nach dem Finale furioso.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2018
21:44 Uhr

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Allgemeiner Turn- und Sportverein Kulmbach 1861 e.V. BSC Saas Bayreuth FC Vorwärts Röslau Landesligen Meister Niederlagen und Schlappen Relegation SSV Kasendorf Spannung TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf
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Andreas Pöhner

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16. 05. 2018
21:44 Uhr



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