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Gamm setzt auf "null Toleranz"

Die Fußball-Jugendteams spielen im Bezirk einen neuen Pokalmodus. Auf der Jugendtagung gibt es aber kritische Worte - und zwar vom Vorsitzenden des Sportgerichts.



Die Schulferien haben gerade erst begonnen. Für viele Kinder und Jugendliche also Zeit zum Entspannen. Diejenigen, die aktiv im Verein Fußball spielen, blicken aber bereits auf die neue Saison voraus. Im September beginnt die neue Serie.

Während sich die Spieler auf das Sportliche konzentrieren, trafen sich nun ihre Trainer und Funktionäre mit Vertretern des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). Kreisspielleiter Thomas Fuchsstadt und Jugendgruppenspielleiter Christopher Franek sprachen zwar von einer gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern des BFV, doch habe es auch das ein oder andere Problem gegeben. Dank einer guten Kommunikation seien diese aber meist schnell behoben worden. Allerdings bleibt ein Kritikpunkt: Fuchsstadt appellierte beim Thema Spielverlegungen an die Ehrlichkeit der Vereinsvertreter. Um es in Zahlen auszudrücken: Von 1201 angesetzten Spielen im kompletten Jugendbereich des Großfeldspielbetriebs (U 13 bis U 19) wurden satte 731 Spiele verlegt.

Und zwar nicht immer nur witterungsbedingt. Deshalb bat Fuchsstadt noch einmal darum, sich vor der Saison Gedanken um die Anstoßzeiten seiner Juniorenteams zu machen - da meistens schon feststehe, wann die Senioren spielen und der Rahmenterminplan seit dem Winter steht. Dieser wurde an die Ferienzeiten und Festtage, an denen es schwierig wird, einen Mannschaft zusammenzustellen, angepasst.

Ernst Gamm, der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts, zog zunächst ein positives Resümee, was die Fälle vor seinem Sportgericht anging. Besonders deshalb, weil es nahezu kaum noch Vergehen gegen die Schiedsrichter gab. Dann kam aber auch schon das große Aber. Denn gegen Ende der Saison bekamen er und seine Kollegen vermehrt Anzeigen wegen des Einsatzes von Pyrotechnik auf den Tisch. Dass diese auf Sportstätten nichts verloren hätten, sei jedem bewusst, stellte er fest. Es stimmte Gamm nachdenklich, dass es nun auch schon bei Jugendspielen zu solchen Vorfällen komme. Vier dieser Fälle erläuterte er sogar mit Bildern, die die Vereine in den sozialen Medien veröffentlichten. Dass der Verband in dieser Nische eine "Null-Toleranz-Schiene" fährt, sollte den Vereinen bewusst sein. Die Strafe für diese Einsätze beginnen auch im Jugendbereich bei einer Geldstrafe von 300 Euro, die sich die Vereine sparen können. Fälle gab es allerdings nicht im Kreis 3, sondern beispielsweise im Bamberger Raum.

In die Diskussion klinkten sich Vereinsvertreter ein. Schwierigkeiten sahen sie bei den Kontrollen der Anwesenden, die meistens auch Eltern der Spieler seien. "Im Juniorenbereich haben wir einen Ordnungsdienst, aber keinen Einlass, bei dem Eintrittsgelder kassiert werden. Wie sollst du da reagieren können?", war eine Frage, wie das Portal Anpfiff.info berichtet.

Allerdings: Kein Verein hat bislang Widerspruch gegen ein Urteil eingelegt. Das ist wiederum den Sportrichtern gar nicht recht. Sie erhofften sich durch ein zweites Verfahren eine Art Grundsatzurteil fällen zu können.

Ein weiteres leidiges Thema sind die Nichtantritte. Am Ende einer Saison mehrten sich diese in nahezu allen Altersklassen und Ligen auf Kreisebene. Dem Vorsitzenden ging es dabei weniger um die Arbeit, sondern vielmehr um die Wettbewerbsverzerrung unter der manche Vereine aufgrund des Nichtantretens leiden mussten. Die Folge: Die Sportgerichte greifen in der neuen Saison bei Fällen von Nichtantretens an den letzten vier Spieltagen zu höheren Bußgeldern. Dieses Vorgehen wird nicht ohne Grund umgesetzt. "Es fruchtet schon in anderen Spielkreisen, da gingen die Absagen von 67 Fällen auf nur noch zehn zurück", sagte Gamm.

Auch Helmut Bartel, Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Hochfranken, griff beim Thema Spielabsagen und Verlegungen in die Diskussion ein. Denn auch seine Unparteiischen seien davon betroffen. Schon eine zeitliche Verschiebung einer Partie bringt meistens einen Neuansetzung des Schiedsrichters mit sich, da der ursprünglich angesetzte Schiedsrichter oftmals nicht mehr das Spiel aufgrund der neuen Uhrzeit leiten kann. Die Folge: Mehraufwand. Außerdem kam es vor, dass bei Absagen der Schiedsrichter vergessen wurde zu informieren und am leeren Sportheim stand.

Der BFV hat mit Beginn der neuen Saison einen neuen Sponsor für den Pokalwettbewerb gewonnen. Mit einer Krankenkasse steigt ein Geld- und Namensgeber ein - zumindest im Bereich der U 17 und U 19. Ähnlich wie in den Jahren findet das Landesfinale in einem Kurzturnier am 30. Mai statt. Für dieses qualifizieren sich zwei Vertreter über die Bundesliga- und Bayernliga-Sonderrunde und die vier Bezirkssieger. Das Bezirksfinale findet wie gewohnt am 1. Mai statt - ebenfalls wie das Landesfinale in einem Kurzturnier mit sechs Mannschaften. Neu auf Kreisebene ist die Qualifikation zum Bezirksfinale: Während sich in den letzten Jahren alle Teilnehmer im Spielkreis duellierten, wollen die Veranstalter mit einem neuen Modus den Anreiz zur Teilnahme steigern. Die Spielleitung möchte vier Mannschaften von der Kreisebene und zwei Mannschaften aus der Bezirksoberliga und Landesliga die Teilnahme am Kreisfinale ermöglichen. Demnach wird es eine Qualifikation auf Kreisebene und auf Bezirks-/Landesebene geben, damit auch die kleinen Vereine eine Chance auf das Finalturnier haben. Dieser Vorschlag traf auf offene Ohren bei den anwesenden Vereinsvertretern.

Auch das Thema Futsal-Hallenkreismeisterschaft griff Kreisspielleiter Thomas Fuchsstadt noch einmal auf. Der Rahmenterminplan steht fest und orientiert sich erneut am Landesfinale. Die Endrunden bei den Junioren finden im Wochenrhythmus ab dem Start der U 19-Kreismeisterschaftsendrunde am Wochenende 4. und 5. Januar statt. Da sich auch dieses Jahr nicht viele Teams zur Teilnahme meldeten, ließ Thomas Fuchsstadt noch einmal einen Meldebogen durch die Reihen der Vereinsvertreter gehen. Ein weiteres Manko sprach Fuchsstadt auch noch einmal an: "Die Bereitstellung der Hallen wird von Jahr zu Jahr schwieriger." Er bat die Vereine um Unterstützung. Foto: BFV

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31. 07. 2019
19:12 Uhr

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31. 07. 2019
19:12 Uhr



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