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Spannung garantiert

Der FC Eintracht Münchberg ist der Wintermeister in der Fußball-Bezirksliga. Doch ins Aufstiegsrennen wollen im Frühjahr noch sechs weitere Teams eingreifen.



War meist nur schwer in den Griff zu bekommen: der Selbitzer Albert Pohl (Mitte) - hier gegen die Trogener Mike Gottschalk und Tizian Bagnoli. Pohl führt zur Winterpause die Torschützenliste der Bezirksliga an. Foto: Michael Ott
War meist nur schwer in den Griff zu bekommen: der Selbitzer Albert Pohl (Mitte) - hier gegen die Trogener Mike Gottschalk und Tizian Bagnoli. Pohl führt zur Winterpause die Torschützenliste der Bezirksliga an. Foto: Michael Ott  

Winterpause in der Fußball-Bezirksliga: Mit einem 6:1-Kantersieg bei der zweiten Mannschaft der SpVgg Bayreuth hat sich der FC Eintracht Münchberg den inoffiziellen Titel des Wintermeisters gesichert. Doch die Tabelle ist noch etwas "schief". Münchberg hat bereits 18 Spiele bestritten, der FC Rehau als Tabellenvierter nur 16. Sollten die Rehauer ihre beiden Nachholpartien gewinnen, würden sie an Münchberg vorbeiziehen. Doch auch der SSV Kasendorf und der BSC Saas Bayreuth sind noch dick im Aufstiegsgeschäft. In Lauerstellung befinden sich die SpVgg Selbitz, der SV Poppenreuth und die SpVgg Bayreuth II.

Der Spitzenreiter

Der FC Eintracht Münchberg unternimmt heuer den dritten Anlauf, nach Jahrzehnten in die Landesliga zurückzukehren. Doch in den beiden vergangenen Jahren waren die Münchberger zu unbeständig. Das hat sich in dieser Saison geändert. Zur Winterpause grüßt das Team von Trainer Markus Bächer von der Tabellenspitze. "Das fühlt sich sehr gut an", freut sich der Coach über den Platz an der Sonne und hofft, dass dies bis zum Saisonende so bleibt. Dass es heuer so gut läuft, führt Bächer auch darauf zurück, dass sein Team von großem Verletzungspech verschont geblieben sei. Deshalb besteht in der Winterpause auch nicht unbedingt Handlungsbedarf, zumal schon im Herbst mit Andre Keilwerth ein weiterer Akteur dazugekommen ist "Aber selbstverständlich halten wir Augen und Ohren offen." In dieser Saison soll es endlich klappen. Zehn Spiele hat die Bächer-Elf noch vor sich. Als härteste Konkurrenten sieht der ehemalige Bayernliga-Spieler den SSV Kasendorf und den BSC Saas Bayreuth.

Die Entspannten

Relativ entspannt können der VfR Katschenreuth und der FC Trogen im Frühjahr in die restliche Rückrunde gehen. Beide Teams befinden sich im gesicherten Mittelfeld, dürften mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Noch nicht über den Berg ist die SpVgg Oberkotzau. Unter dem neuen Trainer Michael Voigt hat sich das Team deutlich stabilisiert und sollte im Frühjahr in der Lage sein, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Doch aufgepasst: Der erste direkte Abstiegsplatz ist nur fünf Zähler entfernt.

Die stark Gefährdeten

Nach dem Rückzug des TSV Mistelbach vor der Saison gibt es nur noch zwei Direktabsteiger. Abgeschlagener Letzter mit vier Zählern ist der TSV St. Johannis Bayreuth. Auf dem zweiten Abstiegsplatz steht mit zwölf Punkten derzeit der FC Tirschenreuth, punktgleich mit dem SV Mistelgau, der den Relegationsplatz 13 einnimmt. Den Mistelgauern hatten viele Experten zu Beginn der Saison deutlich mehr zugetraut, jetzt kämpfen sie gegen den Abstieg.

Das Überraschungsteam

Keine Frage: Der FC Rehau als Aufsteiger hat die gesamte Liga überrascht. Das Team von Trainer Giorgio Arancino grüßte in der Vorrunde sogar schon von der Tabellenspitze. Die Konkurrenz ist beeindruckt. "Die machen aus wenigen offensiven Mitteln sehr viel", lobt der Selbitzer Spielleiter Norbert Drobny den Konkurrenten, der nur 27 Treffer erzielt, aber eben auch nur zwölf Gegentore kassiert hat. Drobny erinnert an eine alte Fußballer-Weisheit: "Mit der Offensive gewinnt man Spiele, mit der Defensive Meisterschaften." Auch für den Münchberger Trainer Markus Bächer ist Rehau das Überraschungsteam schlechthin. Immerhin hat die Arancino-Elf dem Spitzenreiter sowohl in der Vorrunde als auch im ersten Spiel der Rückrunde jeweils ein Remis abgetrotzt. Und was sagt Oliver Höll, Vorsitzender des FC Rehau? "Dass es so gut läuft, hatten wir freilich nicht erwartet. Aber aufgrund unserer starken Leistung in der Defensive stehen wir verdient da oben", betont Höll. Es habe kein Spiel gegeben, in dem der FC Rehau eine Klatsche bekommen habe, im Gegenteil: "Wir waren in allen Partien gegen die Spitzenteams gleichwertig." Auch für die restliche Rückrunde ist Höll durchaus optimistisch gestimmt: "Wenn jeder Spieler weiterhin seine Leistung abruft und wir von größeren Verletzungen verschont bleiben, ist alles möglich."

Der Spätstarter

Lange hatte es gedauert, bis die SpVgg Selbitz nach dem Landesligaabstieg eine Klasse tiefer in die Spur gekommen ist. "Wir haben von vornherein gewusst, dass wir eine Anlaufzeit brauchen, bis wir uns in der Bezirksliga etablieren", verweist sportlicher Leiter Norbert Drobny vor allem auch auf die kräfteraubende Relegation. "Wir sind seit dem 12. Januar im Trainingsbetrieb und hatten bis zum letzten Spiel vor der Winterpause in diesem Jahr genau zehn Tage Pause." Aber alleine daran will er den Fehlstart nicht unbedingt festmachen. "Die Mannschaft wurde nach dem Abstieg verjüngt, zehn neue Spieler sind hinzugekommen. Außerdem mussten wir unser System umstellen. In der Landesliga konnten wir kontern, in der Bezirksliga müssen wir das Spiel machen"; nennt der sportliche Leiter weitere Gründe - von verschossenen Elfmetern und "verschenkten" Punkten ganz zu schweigen. Das vor der Saison ausgegebene Ziel "direkter Wiederaufstieg" hat Drobny noch nicht abgeschrieben. "Unsere Zeit wird in der Rückrunde noch kommen", strahlt er viel Optimismus aus. Und der ist nicht ganz unbegründet: Mit 30 Zählern und einem Spiel weniger als die beiden Führenden stehen die Frankenwäldler in Lauerstellung. Und sie haben auch noch das direkte Duell mit Spitzenreiter Münchberg vor sich - allerdings auswärts. Sollte es am Ende nicht für einen der beiden ersten Plätze reichen, wäre Drobny auch nicht sonderlich traurig. "Die Landesliga in ihrer momentanen Zusammensetzung ist alles andere als attraktiv", sagt er. Dennoch: "Wir greifen nochmals an und werden versuchen, so lange wie möglich oben dabeizubleiben."

Die Enttäuschten

Eine "Wundertüte" ist für Norbert Drobny der SV Poppenreuth. "Mal so, mal so", kommentiert er dessen bisherigen Saisonverlauf. Für viele Bezirksligisten waren die Steinwälder zu Beginn der Saison einer der Topfavoriten. Deshalb ist auch SV-Vorsitzender Heribert Pickert mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden. "Wir wissen um die sportlichen Qualitäten unserer tschechischen Fußballer, von daher hätte ich unserem Team schon etwas weiter oben erwartet", macht Pickert gar keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Zu viele Heimpleiten hätten eine bessere Platzierung verhindert.

Geht nach der Winterpause noch was? "Wenn wir da bleiben, wo wir momentan sind, macht es doch wenig Spaß. Deshalb wollen wir weiter nach vorne", hofft Pickert auf eine deutlich erfolgreichere Rest-Rückrunde. " Es ist doch gleich viel mehr Drive im Team, wenn man oben anklopft", stachelt er seine Spieler an und hat immer noch Platz zwei im Visier.

Die Trainerwechsel

In der Bezirksliga hat es bis zur Winterpause vier Trainerwechsel gegeben, alleine zwei beim SV Mistelgau. Aufstiegstrainer Mario Franke musste bereits nach sieben Spieltagen Ende August gehen. Sein Nachfolger Udo Konradi, der im September vorgestellt wurde, warf nach nur drei Wochen schon wieder das Handtuch. Übergangsweise - zwischen den Trainerwechseln - coachten Volker Katholing, Mario Schupfner und Johannes Eberlein das Team. Noch im Dezember soll ein neuer Trainer für den Rest der Serie gefunden werden. Im August schmiss auch Adnan Udovcic bei der SpVgg Oberkotzau hin - nach der 0:8-Pleite beim BSC Saas Bayreuth. Nur wenige Tage später präsentierten die Oberkotzauer Verantwortlichen mit Michael Voigt einen neuen und sehr erfahrenen Coach.

Mit einem neuen Trainer geht der FC Trogen in die restliche Rückrunde. Ab Januar schwingt Alexander Spindler, bis August Trainer des Bayernligisten SpVgg Bayern Hof, das Zepter. Im November hatten sich die Trogener und ihr bisheriger Coach Michael Ordnung einvernehmlich getrennt.

Zuschauer

Das Zuschauerinteresse hat bislang in der Bezirksliga deutlich zu wünschen übrig gelassen. Ausnahmen bildeten die Derbys SpVgg Selbitz gegen FC Eintracht Münchberg mit 500 Fans und VfR Katschenreuth gegen SSV Kasendorf mit 404 Fans. In der Zuschauertabelle führt der VfR Katschenreuth mit einem Schnitt von 199 Fans, gefolgt von der SpVgg Selbitz (188) und dem FC Eintracht Münchberg 174.

Kurioses

Gleich fünf Platzverweise gab es im Derby zwischen dem FC Trogen und der SpVgg Selbitz am zweiten Spieltag. Schiedsrichter Johannes Fröba zeigte beim 3:1-Erfolg der Trogener drei Gelb-Rote und zwei Rote Karten, eine davon sah übrigens der Selbitzer sportliche Leiter Norbert Drobny.

Autor
Bernd Nürnberger

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
00:00 Uhr

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Autor
Bernd Nürnberger

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
00:00 Uhr



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