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Trogen will Talfahrt stoppen

Mit der Trennung von Trainer Ordnung will der Fußball-Bezirksligist einen neuen Impuls setzen. Vorsitzender Weiß: "Wir sind im Einvernehmen auseinander."



Das war’s: Michael Ordnung (rechts) in seinem letzten Spiel als Trainer des FC Trogen an der Seitenlinie im mit 0:4 verloren gegangenen Derby bei der SpVgg Selbitz.	Foto: Michael Ott
Das war’s: Michael Ordnung (rechts) in seinem letzten Spiel als Trainer des FC Trogen an der Seitenlinie im mit 0:4 verloren gegangenen Derby bei der SpVgg Selbitz. Foto: Michael Ott  

Der letzte Sieg des FC Trogen in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken Ost liegt bereits zwei Monate zurück: Am 8. September durften sich Trainer Michael Ordnung und seine Spieler letztmals über drei Punkte freuen - beim Auswärtsspiel in Katschenreuth. In den folgenden acht Runden holte die Ordnung-Elf lediglich vier der möglichen 24 Zähler. Es hätten möglicherweise drei Punkte mehr sein können, doch das Heimspiel am vergangenen Samstag gegen den SV Mistelgau war wegen der schlechten Platzverhältnisse abgesagt worden. Nach gutem Start rutschte die Mannschaft mittlerweile auf den neunten Tabellenplatz ab. 18 Punkte auf der Habenseite bedeuten aber immerhin noch sechs Zähler mehr als der SV Mistelgau, der aktuell den Abstiegs-Relegationsplatz 13 belegt.

Ungeachtet dessen zogen die Trogener Verantwortlichen nun die Reißleine, um die anhaltende Talfahrt zu stoppen. Vorsitzender Michael Weiß: "Wir haben uns, der Trainer, zweiter Vorsitzender Erwin Okraffka und ich, am Samstag zusammengesetzt, die vergangenen Wochen und Spiele analysiert und sind zum Schluss gekommen, einen neuen Impuls setzen zu müssen."

Interimsweise wird der 35-jährige Vorsitzende selbst das Training leiten und die Mannschaft auf die noch ausstehenden beiden Spiele vor der Winterpause - auswärts beim Tabellen-14. in Kirchenlaibach/Speichersdorf sowie auf eigenem Platz gegen Spitzenreiter FC Kasendorf - vorbereiten. Die Suche nach einem neuen Trainer wollen sie in Trogen nicht überstürzen. Weiß: "Wir werden die Winterpause nutzen."

Die Trennung sei im "totalen Einvernehmen" erfolgt, betont Weiß. Er sei Michael Ordnung freundschaftlich verbunden, Ordnung werde auch weiterhin Mitglied im Verein bleiben und nach einer Auszeit möglicherweise in anderer Funktion mitarbeiten. Weiß: "Wir alle wissen, wie die Mechanismen im Geschäft Fußball laufen, wenn die Erfolge ausbleiben." Der Trainer sei nun einmal das schwächste Glied in der Kette.

Dabei hatte sich Michael Ordnung für den Verein außerordentlich verdient gemacht: Der heute 32-Jährige hatte die Mannschaft im Mai 2018 nach dem Abstieg in die Kreisliga Nord übernommen und sofort wieder als Meister in die Bezirksliga Oberfranken Ost geführt. "Dafür sind wir ihm auch dankbar", stellt Weiß ausdrücklich fest.

Und doch musste der Aufstiegstrainer nun seinen Hut nehmen. Es habe angesichts des jüngsten Negativlaufs keine andere Lösung geben können, sagt Weiß. Der Vorsitzende ist selbst Teil der Bezirksligamannschaft, in fast allen Partien stand er in der Startelf. Weiß hofft, dass die Trennung von Ordnung innerhalb des Teams nun eine Initialzündung bewirkt. Schließlich sei es auch um Fragen gegangen wie jene, ob der Trainer die Spieler noch erreiche, sagte Weiß. Dieses Alibi könne nun niemand in der Mannschaft mehr für sich in Anspruch nehmen.

Tatsächlich kann Michael Ordnung in Trogen auf eine stolze Bilanz als Trainer verweisen. In seinen 46 Partien unter seiner Regie seit Mai 2018 gingen die Trogener Fußballer 26 Mal mit einem Sieg vom Platz, 12 Spiele endeten remis und nur acht wurden verloren. Die Niederlagen ballten sich in diesem Herbst: Unter den vergangenen acht sieglosen Spielen waren zwar noch die beachtlichen Remis gegen die Spitzenmannschaften BSC Saas Bayreuth und den FC Rehau (jeweils 1:1), aber eben auch jenes spektakuläre 4:4 beim Tabellenschlusslicht TSV St. Johannis Bayreuth, in dem eine Zwei-Tore-Führung verspielt worden ist. Das Fass zum Überlaufen aber brachten dann die jüngsten drei Pleiten - in Serie seit dem 20. Oktober, ausgerechnet in den Derbys gegen den FC Eintracht Münchberg (0:4), die SpVgg Oberkotzau (0:3) und die SpVgg Selbitz (0:4).

Er habe dem Vorstand schon vor einiger Zeit signalisiert, sein Amt zur Verfügung stellen zu wollen, sagt Ordnung. "Insofern hat mich die Entscheidung des Vorstands nun nicht unvorbereitet getroffen", sagt der scheidende Trainer. Letztlich seien Anspruch und Erwartungshaltung in Trogen sehr hoch. "Da ist der Klassenerhalt dann zu wenig." Einerseits.

Andererseits legt Ordnung aber auch den Finger in die Wunde: Nach dem Aufstieg sei die Mannschaft kaum verstärkt worden, der Kader sei zu dünn, viele seien über 30 Jahre. Ordnung: "Das ist dann halt die andere Seite der Medaille." Ohne Groll hält er fest: "Wir haben zuletzt nicht mehr liefern können. Da kann ich diese Entscheidung nachvollziehen und auch damit leben."

Und wie geht es nun mit ihm weiter? Nimmt er sich eine Auszeit oder heuert er bei einem neuen Verein an? Ordnung: "Man weiß nie, was passiert. So leer ist mein Akku noch nicht, dass ich jetzt vom Trainerjob lasse." Ende November beginnt die Winterpause - und in der beginnt sich bekanntlich wieder das Trainerkarussell zu drehen.

Autor

Thomas Schuberth-Roth
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Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
11:48 Uhr

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Thomas Schuberth-Roth

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Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
11:48 Uhr



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