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"Die Alten hören bald auf"

Den Fußballern droht ein Loch bei den Schiedsrichtern. Das befürchtet Lehrwart Hannes Hörath. Doch immerhin gibt es ein kleines Licht am Ende des Tunnels.



Interview: Hannes Hörath, Lehrwart der Schiedsrichtergruppe Marktredwitz
Interview: Hannes Hörath, Lehrwart der Schiedsrichtergruppe Marktredwitz  

Herr Hörath, vom heutigen Freitag bis Sonntag findet ein Schiedsrichter-Neulingskurs statt. Was muss ein angehender Schiedsrichter mitbringen, um die Aufgabe zu bestehen?

Der Weg zum Schiri

Neue Schiedsrichter bildet die Schiedsrichter-Gruppe Marktredwitz von Freitag bis Sonntag aus. Beginn des Kurses ist am heutigen Freitag um 15 Uhr im Vereinslokal des BSC Furthammer. Die Teilnahme ist auch noch kurzfristig möglich. "Wir haben unbegrenzte Kapazitäten", sagt Lehrwart Hannes Hörath. Interessierte können einfach im Sportheim erscheinen oder sich per Telefon an Hannes Hörath (00231/647986) oder Wolfgang Klose (0170/8254935) wenden.


Der Schiedsrichter muss immer auch ein Psychologe sein und den Charakter der Spiele erkennen. Natürlich muss er während der Spiele auch Glück haben. Er muss viel hören, aber nichts darauf geben. Ein Spagat ist wichtig: Ein Schiedsrichter muss autoritär sein, aber nicht arrogant. Ein lockeres Wort für die Spieler ist wichtig. Wenn du so agierst, erkennen die Spieler das. Aber das bringt die Erfahrung mit sich. Außerdem muss ein Schiedsrichter stressresistent sein.

Wie hoch ist der Schiedsrichter-Bedarf?

Über die letzten Jahre haben wir einen Schwund zu verzeichnen. Ich bin seit zwölf Jahren Lehrwart: Seitdem hat die Anzahl der Bewerber kontinuierlich abgenommen. Dazu muss man wissen: Wenn acht Teilnehmer die Prüfung bestehen, sind nach zwei oder drei Jahren nur noch ein Drittel dabei.

Warum ist die Absprungquote so hoch?

Manche stellen sich etwas anderes unter der Schiedsrichter-Tätigkeit vor. Vor allem junge Leute haben Probleme damit, wenn sie auf dem Platz angegangen werden. Dann sagen auch die Eltern: Das lassen wir unserer Tochter oder unserem Sohn nicht antun. Aber natürlich spielen auch Faktoren wie die Schule, Beruf oder Freunde eine Rolle. Viele tanzen aber auch auf mehreren Hochzeiten. Es gibt sehr viele Gründe, weshalb sie aufhören. Aber wir haben auch ein anderes Problem.

Welches?

Langsam hören die Altgedienten auf, die zwischen 60 und 75 Jahre alt sind und noch regelmäßig Spiele leiten. In den nächsten Jahren stehen sie uns nicht mehr zur Verfügung. Das reißt ein Loch. Das aufzufangen, ist schwer.

Was sagen die Vereine dazu? Die stehen schließlich in der Verantwortung?

Die Vereine sagen dann verständlicherweise: Es werden auch bei ihnen immer weniger Leute, die sich im Verein engagieren. Dafür haben wir Verständnis. Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.

Müssen die Vereine nicht auch Strafen zahlen, wenn sie keine Schiedsrichter haben?

Ja, das müssen sie. Allerdings nehmen sie es scheinbar billigend in Kauf. Mittlerweile hat ein Drittel der Vereine gar keinen anrechenbaren Schiedsrichter.

Allerdings geht es im Fußball nicht ohne Schiedsrichter? Insofern sind die Vereine in der Verantwortung, oder?

Die Vereine sagen uns: Lasst in der Kreisliga die Assistenten weg, dann haben wir genug Schiedsrichter. Aber das können wir nicht machen, da es auch zur Ausbildung dient. Junge Schiedsrichter setzen wir zunächst nur in der Kreisliga als Assistenten ein und im unteren Nachwuchsbereich. Ich kann einen 15-Jährigen nicht in der A-Klasse einsetzen. Die machen ihn doch kaputt!

Andererseits werden junge Schiedsrichter oftmals schnell nach oben geschossen, um Aufstiegschancen zu haben. Das ist doch ein Widerspruch, oder?

Das betrifft diejenigen, die wirklich Talent haben. Dafür werden alle Schiedsrichter gesichtet und beobachtet. All das fließt in eine Bewertung ein.

Sind (ehemalige) Spieler die besseren Schiedsrichter?

Herbert Fandel hat selbst nie Fußball gespielt. Er kennt es nur aus der Theorie. Ich bin allerdings der Meinung, dass es ein Vorteil ist, wenn du selbst mal gespielt hast. Dann kannst du dich in die Emotionen der Spieler hineinversetzen und Entscheidungen aus eigener Erfahrung fällen. Du kennst ja die Tricks der Spieler. Daher ist es definitiv ein Vorteil.

Wie viele Teilnehmer trauen sich am Freitag, diese Aufgabe zu übernehmen?

Wir haben dieses Jahr mal wieder zwölf Anmeldungen. Das ist eine deutliche Steigerung. In den Vorjahren waren es vier, fünf oder sechs. Wenn auch wirklich zwölf zur Veranstaltung kommen, wäre das eine tolle Sache. Wir sind um jeden dankbar. Das Gespräch führte Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
17:36 Uhr

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14. 03. 2019
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