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Lokalsport

Ein Ass am Brett

Christina Leuchsenring ist die beste oberfränkische Schachspielerin. Die Oberkotzauerin spielt künftig in der 2. Bundesliga der Frauen. Noch viel lieber fördert sie Talente.



Eine Schachspielerin, die sich gegen Männer behauptet und nun 2. Bundesliga der Frauen spielt: Christina Leuchsenring. Foto: Arndt Peckelhoff
Eine Schachspielerin, die sich gegen Männer behauptet und nun 2. Bundesliga der Frauen spielt: Christina Leuchsenring. Foto: Arndt Peckelhoff  

"Schach wird überall gespielt - und es überwindet leicht Grenzen und Sprachbarrieren." Christina Leuchsenring muss nicht lange überlegen, warum sie ihren Sport so liebt. Und die 37-Jährige aus Oberkotzau beherrscht das Schachspielen - sie ist Oberfrankens beste Spielerin und zählt auch zu den besten Frauen in Bayern. Das bringt nicht nur Anerkennung in dieser immer noch von Männern dominierten Sportart. Es erweckt auch Aufmerksamkeit. Ab September betritt die dreifache Mutter Neuland: Sie wird als Gastspielerin in der 2. Bundesliga der Frauen für den SC Bavaria Regensburg an den Start gehen. "Da musste ich nicht lange überlegen, als ich gefragt wurde. Das wird spannend werden."

Bereits am ersten Spieltag Mitte September hat Christina Leuchsenring ihren ersten Einsatz in der zweithöchsten deutschen Spielklasse - gegen SC Rochade Zeulenroda und gegen Kisschess Bad Kissingen. "Dann werden wir weitersehen, ob ich noch einmal mitspiele." Denn die Fahrten in der 2. Bundesliga sind weit - und zuhause warten auch Aufgaben im heimischen Verein ATSV Oberkotzau, für den die 37-Jährige weiterhin am Brett sein wird. Denn Leuchsenring ist Spitzenspielerin beim Bezirksligisten und gehört seit Jahren zu den besten Spielern in dieser Wettkampfklasse - unter lauter Männer. Und dann trainiert sie auch noch den Oberkotzauer Schach-Nachwuchs. Mit großem Erfolg. Mit Elisabeth Reich und Clementine Köppel gehören zwei ATSV-Talente bereits dem Bayern-Kader an. Auch dank Christina Leuchsenring. Denn sie weiß genau, was beim Kinderschach wichtig ist. "Wir versuchen mathematische Fähigkeiten zu fördern, Konzentrationsübungen zu machen und legen Wert auf eine soziale Kompetenz untereinander", sagt Leuchsenring und schiebt noch einen Aspekt nach. "Und natürlich soll Schach auch Spaß machen."

Sie vermittelt, zusammen mit ihrem Bruder Hannes und anderen aus dem Verein, das, was sie einst von ihren Eltern Hans und Helga mit auf den Weg bekam: die Freude am Schachspielen. Und eines ist ganz wichtig, auch wenn es am Brett mal eine scheinbar ausweglose Situation gibt: "Eine Partie ist erst aus, wenn einer aufgibt oder schachmatt ist."

Die Familie Hertel ist in ihrer Sportart sehr bekannt, spielten doch bereits die Eltern erfolgreich mit den weißen und schwarzen Figuren. "Wir sind eine Schachfamilie durch und durch", sagt Leuchsenring und lacht. Und sie hatte schon als Kind reichlich Talent, war sogar bayerische Meisterin in der Jugend. Damals spielte sie mit ihren Eltern und Bruder Hannes noch beim Schachklub (SK) Hof. Seit dem es diesen Verein nicht mehr gibt, geht sie, ebenso wie ihr Bruder Hannes, für den ATSV Oberkotzau ans Brett, während ihr Vater für den PTSV Hof spielt. Und den schaltete der ATSV im Bezirkspokal aus, obwohl dieser eine Klasse höher spielt. Zum Duell mit Vater Hans kam es dabei aber nicht. Denn: "Papa spielt gegen uns nicht mit."

Der Pokalwettbewerb war letztendlich auch der Auslöser für die Anfrage der Regensburger, höherklassig zu spielen. Denn die Oberkotzauer durften als oberfränkischer Vize-Pokalsieger am Bayernpokal teilnehmen. Und dort warf der ATSV, auch dank einer starken Leistung der 37-Jährigen, überraschend den Oberligisten Erlangen aus dem Rennen und lieferte anschließend den Männern aus Regensburg eine Partie auf Augenhöhe, die nur hauchdünn verloren wurde. Das muss wohl die Oberpfälzer überzeugt haben, sodass sie um die Oberkotzauerin warben. Aber nicht gleich nach dem Spiel. Denn: "Ich hatte keine Zeit mehr für ein Gespräch, denn ich musste zum Wiesenfestumzug nach Oberkotzau." Dort waren ihre drei Kinder, die auch Schach spielen, dabei - und die wollte sie beim Zug durch die Straßen der Marktgemeinde nicht verpassen. Doch kurze Zeit später bekam sie einen Anruf aus Regensburg. Und Christina Leuchsenring, amtierende oberfränkische Meisterin, sagte sofort zu. "Ich freue mich schon darauf, das ist mal was anderes."

Neben dem Jugendtraining geht sie selbst einmal die Woche mit ihren Kollegen beim ATSV an die Schachbretter, zudem holt sie zuhause den Schach-Computer heraus. "Ich weiß, ich müsste mehr machen", bekennt Leuchsenring. Doch die Familie hat Vorrang vor dem Schach. In den nächsten Monaten werden aber vielleicht ihr Mann und die drei Kinder dennoch das eine oder andere Mal ein Auge zudrücken, wenn die Mama öfter am Schach-Computer sitzt, um für die 2. Bundesliga zu trainieren. Denn: Christina Leuchsenring wird hier nicht nur neue Spielerinnen kennenlernen. Sie will sicherlich auch beweisen, dass sie mit den Spielerinnen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse mithalten kann.

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Arndt Peckelhoff

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Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
00:00 Uhr

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Arndt Peckelhoff

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01. 08. 2019
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