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Lokalsport

Ein magischer Abend

Bayreuth siegt in Bamberg: Das gab es zuletzt vor 21 Jahren. Nach dem Basketball-Derby kochen die Emotionen hoch. Für Medi wird die nächste Aufgabe noch härter.



Nikos Zisis (linkes Bild) und die Bamberger hatten viel zu bereden, während Medi um Kapitän Bastian Doreth (rechtes Bild) den Sieg feierte.	Fotos: Thorsten Ochs
Nikos Zisis (linkes Bild) und die Bamberger hatten viel zu bereden, während Medi um Kapitän Bastian Doreth (rechtes Bild) den Sieg feierte. Fotos: Thorsten Ochs  

Sprachlos - das waren viele am Donnerstagabend in der Bamberger Brose-Arena. Die heimischen Fans, weil sie von Medi Bayreuth geschockt wurden. Die Gäste-Anhänger, weil sie vor lauter Begeisterung kaum glauben konnten, was sich da auf dem Parkett abspielte. Selbst Medi-Coach Raoul Korner sagte nach dem 94:84-Auswärtssieg seines Teams: "Ich bin an der Grenze zur Sprachlosigkeit, Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft." Die Aussage des Österreichers verwundert nicht. Im Oberfranken-Derby war es für Bayreuth der erste Sieg in Bamberg seit 21 Jahren! Die Wagnerstädter zogen durch den Sieg in der Basketball-Bundesliga vorbei am Lokalrivalen. Medi steht nun auf Rang vier, Brose auf Position fünf.

Stimmen und Statistik zum Derby

Ainars Bagatskis (Trainer von Brose Bamberg): "Wir haben viel über Bayreuth gesprochen und wie gut diese Mannschaft ist. Im Basketball ist Einsatz und Aggressivität wichtig, das haben wir vermissen lassen. Die Bayreuther haben schnell und smart gespielt. Wir waren in ein paar Situationen dran, aber haben es nicht geschafft, am Ende vorbeizuziehen.”

Raoul Korner (Trainer von Medi Bayreuth): "Wir haben Bamberg regelrecht überpowert. Manchen ist noch gar nicht die Dimension des Sieges bekannt, der letzte in Bamberg ist ganze 21 Jahre her. Die Voraussetzungen waren heute nicht die besten, trotzdem haben wir es geschafft, Kontrolle über das Spiel zu erlangen und auch bis zum Ende zu behalten."

Patrick Heckmann (Spieler von Brose Bamberg): "Wir wollten heute irgendwie nicht verteidigen. Wir haben Medi viele einfache Würfe und Korbleger gegeben. Ich weiß gar nicht, was wir da zum Teil gemacht haben -oder was wir machen wollten. So können wir nicht spielen, das ist frech dem Verein und den Fans gegenüber. Wenn wir so auftreten, verlieren wir jedes Spiel."

Andreas Seiferth (Spieler von Medi Bayreuth): "Das ist ein ganz großer Sieg für uns. Auch für die ganze Stadt ist dieses Derby etwas ganz Besonderes, deshalb freuen wir uns alle. Der Plan ist es, jetzt München zu ärgern. Mal schauen, was da geht."

De’Mon Brooks (Spieler von Medi Bayreuth): "Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Vor allem haben wir die kleinen Sachen richtig gemacht. Ich habe vor dem Spiel noch zu allen gesagt, dass wir uns gegenseitig vertrauen müssen, um hier zu gewinnen. Genau das haben wir gemacht."

Statistik zum Spiel: Brose Bamberg - Medi Bayreuth 84:94 (43:43). - Schiedsrichterin: Panther. -Zuschauer: 6150 (ausverkauft).

Brose Bamberg: Jelovac (19 Punkte/ 1 Dreier), Hickman (17/3), Heckmann (11/1), Rice (9/1), Zisis (8/1), Harris (8), Rubit (7), Taylor (3/1), Alexander (2), Stuckey (0), Schmidt (nicht eingesetzt).

Medi Bayreuth: Brooks (26/ 4), Seiferth (18), Robertson (15/2), Hrovat (13/1), Thomas (10/2), Stockton (5/1), Meisner (4), Doreth (3/1), Wachalski (0), Martin (0), Wenzl (nicht eingesetzt), N.Raivio (0/0).


Vor dem Fernseher verfolgte einer ganz gespannt die Schlussphase: Bauer Bruno Rauh. Das von der Frankenpost eingesetzte Basketball-Orakel tippte vor Beginn des Derbys auf einen knappen Erfolg der Bamberger. Er sollte sich täuschen. "Ich bin völlig überrascht", sagt er tags darauf. Dann folgt eine kurze Analyse zum Geschehen: "In den letzten Minuten war bei Bamberg kein Wille und kein Kampf zu sehen, und Bayreuth hatte auch keine Angst vor dem Sieg."

Tatsächlich wirkte der Favorit gehemmt. Nur selten zeigte sich das starke Brose Bamberg der vergangenen Jahre - und das spürten auch die Bayreuther, die keinen übermäßigen Respekt vor dem Rivalen hatten. Zur Halbzeit war beim Stand von 43:43 noch alles offen, im dritten Viertel geriet Medi auf die Siegerstraße. Und selbst als es in der Schlussphase drauf ankam, ließen sich die Gäste nicht beirren. Bester Beweis: De’Mon Brooks. Der US-Amerikaner führte sein Team, nahm wichtige Würfe - und traf. Mit 26 Punkten war er am Ende der überragende Mann auf dem Feld. "Bei Brooks hat man auch vor dem Bildschirm gespürt, dass der total an sich glaubt. Er konnte gar nicht danebenwerfen", sagt Rauh. Der Regnitzlosauer - selbst Basketball-Fan, Basketball-Schiedsrichter und ehemaliger Trainer - kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: "Das war schon etwas Besonderes."

So besonders und magisch der Abend für Medi war, so bitter war er für Brose. "Es ist kein gutes Gefühl, nach diesem Spiel hier zu sitzen", sagte Bamberg-Coach Ainars Bagatskis nach der Niederlage. Sofort hagelte in den sozialen Medien heftige Kritik gegen den Litauer und seine Mannschaft. " Das war erbärmlich und richtig grauenhaft", schrieb einer. Ein anderer fragte sich: "Bekommt dieser teilnahmslose Coach eigentlich pro gesparter Auszeit eine Extraprämie?"

Die Emotionen kochten hoch. In der Tat unterband Bagatskis die Bayreuther Läufe oft sehr spät. Aber deshalb allein hatte der frühere Serienmeister sicher nicht das Nachsehen. Medi war einfach hungriger - geiler auf den Erfolg. Es ist für das Team von Trainer Raoul Korner der perfekte Start in einen Monat, in dem Hammer-Aufgaben warten. Die kniffligste von allen: das Auswärtsspiel beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter, dem FC Bayern München.

Schon am Sonntag (15 Uhr/live auf Sport 1) ist es so weit. Die Bayreuther werden beim bayerischen Nobelklub sicher mit breiter Brust antreten. Die Münchner sind aktuell das Maß aller Dinge, ihre Weste in der Bundesliga ist blütenweiß. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", sagte Medi-Center Andreas Seiferth nach dem Sieg in Bamberg. Klingt für einen Sportler logisch. Aber nach der beeindruckenden Vorstellung in der Brose-Arena ist ein möglicher Erfolg in München zumindest keine pure Träumerei mehr. Eine Hiobsbotschaft müssen die Bayreuther dabei aber verkraften: Sie müssen mehrere Wochen auf den am Fuß verletzten Center Hassan Martin verzichten.

Und die Bamberger? Die müssen schauen, dass sie die Niederlage schnell abhaken. Am Sonntag (18 Uhr) wird es nicht leichter, dann gastiert Brose bei Ratiopharm Ulm. Findet Coach Ainars Bagatskis einen Weg, wieder Harmonie und Leichtigkeit in sein Team zu bringen? Seine Kritiker werden es mit großem Interesse verfolgen.


zitat

Ich bin völlig

überrascht.


Bruno Rauh,

Basketball-Abteilungsleiter

der SG Regnitzlosau


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Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
18:40 Uhr

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Hannes Huttinger

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04. 01. 2019
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