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Emotionen, Teamgeist und Leidenschaft

Die 1b-Mannschaft des VER Selb erwartet in der Eishockey-Landesliga den EHC Bayreuth. Die jungen Wölfe wünschen sich neben einem Sieg auch noch gut 1000 Zuschauer.



Eine Nummer zu groß war der EHC Bayreuth im Hinspiel für das 1b-Team des VER Selb. Hier setzt sich Marco Zimmer (links) gegen den Selber Kapitän Fabian Bauer durch. Am Freitag wollen die Wölfe den Spieß umdrehen.
Eine Nummer zu groß war der EHC Bayreuth im Hinspiel für das 1b-Team des VER Selb. Hier setzt sich Marco Zimmer (links) gegen den Selber Kapitän Fabian Bauer durch. Am Freitag wollen die Wölfe den Spieß umdrehen.   Foto: Kolb

Am Freitag stecken die Fans des VER Selb in der Zwickmühle. In der Oberliga müssen die Wölfe beim EV Weiden antreten. Zeitgleich (20 Uhr) erwartet in der Landesliga die 1b-Mannschaft des VER den EHC Bayreuth zum Derby in der Netzsch-Arena. Dass es überhaupt zu diesem Konflikt kommt, liegt auch am deutschen Eishockey-Bund (DEB). Der hat in den vergangenen Jahren während des Deutschland-Cups eine Spielpause in der Oberliga eingelegt. Davon gingen die Verantwortlichen der Selber 1b auch heuer aus. Und schon war das Terminchaos perfekt.

Größeres Polizei-Aufgebot

Weil zu befürchten ist, dass Fan-Gruppierungen beider Vereine wieder aneinandergeraten im Derby, wird die Polizei mit einem größeren Aufgebot im Einsatz sein. Die Anzahl der Beamten, die am Freitag vor Ort sind, wollte der Sachbearbeiter Einsatz der Polizeiinspektion Marktredwitz aus "polizeitaktischen Gründen" nicht nennen.

Wo also hin? Netzsch-Arena oder Weiden? Viele Anhänger haben sich bereits entschieden, wollen - auch wenn es "nur" in der Landesliga ist - das 1b-Team im früheren "Clasico" gegen Bayreuth unterstützen. Sehr zur Freude natürlich der Schützlinge von Trainer Stefan Wegmann, die auf 1000 plus x Zuschauer hoffen. "Wir wollen auf jeden Fall die Marke vom Hinspiel in Bayreuth übertreffen", sagt Philipp Hechtfischer, der mit seinen 27 Jahren schon zu den Routiniers und auch Führungsspielern im 1b-Team der Wölfe zählt.

Genau 911 zahlende Besucher waren vor drei Wochen Augenzeuge im Tigerkäfig, als Bayreuth die Selber mit 2:0 bezwang. Das Problem für die Wölfe damals: Sie hatten noch die schwere Partie gegen Vilshofen in die Knochen, die keine 20 Stunden zuvor in die Verlängerung und ins Penaltyschießen gegangen war. "Das war wirklich etwas schwierig für uns. Da hat nach dem 0:2-Rückstand im letzten Drittel die Kraft gefehlt", erinnert sich Hechtfischer. "Aber am Freitag wird das ein komplett anderes Spiel. Da bin ich mir sicher."

Seit Wochen schon fiebern die Selber dem morgigen Heimderby entgegen. "Das hängt immer im Kopf drin", bestätigt Hechtfischer. Dennoch sei keines der bisherigen anderen Spiele irgendwie vernachlässigt worden - was die Ergebnisse beweisen. Nach fünf Spielen hat das Selber 1b-Team bereits acht Punkte gesammelt und alle drei Heimpartien für sich entschieden. Für Hechtfischer kommt das bislang überraschend erfolgreiche Abschneiden nicht von ungefähr: "Wir ziehen alle an einem Strang, sind ein echtes Team und haben viel Spaß miteinander." Vorbei also die Zeiten, in denen oft nur ein Häuflein der Aufrechten im Bus zu den Auswärtsspielen saß. "Berufliche Ausfälle gibt es auch jetzt immer wieder mal", erzählt Hechtfischer. In der Regel aber können drei komplette Reihen aufgeboten werden - und derer vier sind sogar möglich, wenn es - wie am Freitag - zu keiner Terminüberschneidung mit den U 20-Junioren kommt.

Dass die Selber gegen den Tabellennachbarn aus der Wagnerstadt dennoch nicht unbedingt die Rolle des Favoriten einnehmen, liegt an der zweifelsohne vorhandenen Qualität vieler Oberliga- und Zweitliga-erfahrener Spieler des EHC, dem Stammverein der Tigers. Bestes Beispiel ist Andreas Geigenmüller. Der 32-jährige Torjäger stürmte vor zwei Jahren noch in der DEL 2 für die Bayreuther, in der vergangenen Saison dann - mit allerdings eher bescheidenem Erfolg - für die Wölfe in der Oberliga. Geigenmüller, der sich im Sommer wohl etwas verpokert hat und letztlich beim EHC in der Landesliga gelandet ist, sieht dem Derby aufreizend gelassen entgegen. "Das ist für mich wie spazieren fahren. Ich möchte mich hier fit halten und nicht verletzen." Und dann vielleicht doch noch einmal höherklassig angreifen. Geigenmüller glaubt, dass es am Freitag ein ziemlich ausgeglichenes Derby werden könnte - "weil wir ein paar Kranke haben".

Was Ehrgeiz, Leidenschaft und Emotionen anbelangt, könnten die Selber morgen im Vorteil sein. "Wer bei diesem Spiel nicht alles gibt, macht irgendetwas falsch", erklärt Philipp Hechtfischer. "Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass man im Derby alles reinwerfen und noch einen Schritt mehr machen muss." Die Vorfreude ist jedenfalls riesig im Lager der "kleinen" Wölfe. "Es ist alles organisiert, die Rahmenbedingungen passen, die Fans ziehen mit", sagt Hechtfischer. "Jetzt müssen wir nur noch gewinnen, dann wird es ein schöner Abend." Vermutlich auch ein ganz langer.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
21:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
21:00 Uhr



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