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ASV Hof - SpVgg Freising 26:7/Wertung 40:0

Geschenkte Punkte machen keinen Spaß

Der ASV Hof weiß bereits vor seinem Kampf, dass er 40:0 gewinnt. Freising tritt nur mit acht Ringern an. Der Sieg bringt den Klassenerhalt in der Oberliga einen Schritt näher.



Der 15-Jährige Hofer Manuel Albert (rechts) lässt dem Freisinger Christian Zacherl keine Chance. Foto: Wolfgang Hering
Der 15-Jährige Hofer Manuel Albert (rechts) lässt dem Freisinger Christian Zacherl keine Chance. Foto: Wolfgang Hering  

"Das macht doch keinen Spaß." Dieser Satz war am Mattenrand immer wieder zu hören. Ob vom Mannschaftsbetreuer Willi Popp, Trainer Kai Schramm oder Schwergewichtler Christoph Neidhardt. Denn kampflos wollten die Oberliga-Ringer des ASV Hof nicht gewinnen. Vielmehr wollten sie in zehn Duellen auf der Matte den so wichtigen fünften Saisonsieg einfahren. Doch der Gegner schenkte am Samstagabend dem Gastgeber quasi die Punkte.

Bereits vor dem Oberliga-Heimkampf gegen den Tabellenzweiten SpVgg Freising wussten die ASV-Ringer, dass sie mit 40:0 gewinnen würden. Denn: Die Gäste traten nur mit acht statt zehn Leuten an, was den Regularien nach einen kampflosen Sieg für den Gegner bedeutete. Zudem hatten sie nur vier Ringer aus dem Hinkampf dabei, in dem sie die Hofer noch als Verlierer zurück nach Oberfranken schickten. "Da haben sie in der Halle noch lautstark ihren Sieg gefeiert", erinnerte Kai Schramm, der sich schon vor dem ungleichen Duell mit den Oberbayern nicht über die kampflosen Punkte freute. Denn die Hofer Ringer sind einfach ehrgeizig genug, die Entscheidung auf der Matte zu suchen - und würden lieber auch Niederlagen in Kauf zu nehmen. "Solche Kämpfe sind doch nicht der Sinn des Sports", merkte Christoph Neidhardt an, der zumindest noch auf einen motivierten Gegner traf, der auch im ersten Vergleich beider Mannschaften in Freising auf der Matte gestanden war.

Auf einen jungen Hofer sollte der bereits vor dem Kampf feststehende Sieg allerdings beruhigend wirken. Der 15-jährige Manuel Albert lieferte gegen den Freisinger Routinier Christian Zacherl seinen besten Saisonkampf ab und unterstrich, wie wertvoll er für das Team ist. "Der kampflose Mannschaftssieg hat ihm die Last und die Nervosität genommen", stellte Willi Popp fest. "Wie von der Tarantel gestochen", so Popp, sei dieser in das Duell mit dem fast doppelt so alten Oberbayern gegangen, der ihn im Hinkampf im griechisch-römischen Stil noch besiegt hatte. Im Freistil und vor den heimischen Fans zeigte Albert tolle Griffe, vor allem im Bodenkampf, Er war einfach nicht zu stoppen und feierte einen Überlegenheitssieg. Gegen einen Gegner, der zum Schluss nicht mehr wusste, wie ihm geschah.

Auch Trainer Kai Schramm betonte, dass er gegen Mateusz Tomasiuk etwas probierte, was er nur im Training mache. "So ein Schulterschwung ist bei mir selten", gibt der ASV-Coach zu. Und dieser war so ansatzlos und erfolgreich, dass der Gegner Sekunden später auf den Schultern lag. Am Ende gewannen die Hofer acht von zehn Duellen auf der Matte, in die Wertung wird aber ein 40:0 eingehen.

Für die meiste Unterhaltung während des ungleichen Kampfes sorgte deshalb Mattenleiter Marcel Bartsch aus Zella-Mehlis. Denn seine Trillerpfeife wurde immer leiser, einen Ersatz hatte er nicht in seinem Koffer. Doch Norbert Wandersee, Mattenleiter beim ASV Hof, eilte zur Hilfe - und für den ersten lauten Pfiff bekam der Thüringer reichlich Applaus.

Der Sieg, ob nun geschenkt oder nicht, beschert dem ASV Hof immerhin einen Vier-Punkte-Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze, die derzeit der TSV Burgebrach und der ASV Au/Hallertau belegen. Doch sicher sein dürfen sich die Hofer auf keinen Fall, dass der Klassenerhalt schon so gut wie in trockenen Tüchern ist. Nicht nur, weil sie bei noch sechs ausstehenden Kämpfen auch gegen beide Abstiegskonkurrenten ringen. Sondern vor allem auch, weil im Spätherbst einer Ringer-Saison viele Kämpfe nicht so enden, wie es von der Papierform her eigentlich sein sollte.

Und das dürfte wohl in den nächsten Wochen wieder einmal zu einigen kuriosen Ergebnissen in der zweithöchsten deutschen Ringerliga führen. Zumal Florian Geiger, Ligenreferent des Bayerischen Ringer-Verbandes und Staffelleiter der Oberliga, in der vergangenen Woche klar machte, dass es nicht, wie in den vergangenen Jahren, einen Aufstiegsverzicht geben darf und damit der Meister auf jeden Fall in die Bundesliga aufsteigen muss. Da aber Tabellenführer SV Johannis Nürnberg II als Bundesliga-Reserve nicht aufsteigen kann, muss der Zweite hoch ins Oberhaus. Auf diesem Platz lag bis zum Wochenende die SpVgg Freising, nun steht dort der ASC Bindlach. Weitere Wechsel auf diesen Tabellenplatz sind wahrscheinlich. Denn von keinem Team ist bekannt, dass es in die dreigeteilte Bundesliga möchte.

Übrigens: Bindlach gewann am Samstag das Oberfranken-Duell mit 22:15 gegen den AC Lichtenfels, der mit einer schwachen Mannschaft und ohne Ausländer angereist war. Am kommenden Samstag werden die Korbstädter aber wieder ein starkes Team stellen, denn der Erzrivale aus Bundesliga-Zeiten, der ASV Hof, ist zu Gast. Bereits in Hof gewannen die AC-Ringer mit 19:12 - und auf eigener Matte wollen sie den Hofern erneut eins auswischen. Und der ASV wäre das letzte Team in der Oberliga, dem Lichtenfels etwas schenken würde. Das sagen alle Hofer unisono. Zumal ein Lichtenfelser Sieg in diesem Prestigeduell dem ASV doppelt schaden könnte. Zum einen würde dies zwei Verlustpunkte im Abstiegskampf bedeuten. Zum anderen wäre Lichtenfels mit 14 Pluspunkten wohl sicher - und bräuchte in den noch ausstehenden Duellen, unter anderem gegen Au/Hallertau und Burgebrach, keine Punkte mehr erzielen. Und hier würden geschenkte Punkte den Hofern erneut keinen Spaß machen.

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Arndt Peckelhoff

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Veröffentlicht am:
13. 11. 2017
11:12 Uhr

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13. 11. 2017
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