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In der Heimat ist es am schönsten

Es läuft derzeit bestens für den Fußball-Kreisklassisten SpVgg Weißenstadt. Für einen sogar blendend: Felix Lenk ließ es beim jüngsten Doppelspieltag gleich neun Mal krachen.



Oft nur mit unerlaubten Mitteln zu bremsen: Der Weißenstädter Felix Lenk (vorne) hat am vergangenen Wochenende richtig zugeschlagen. In Selb gelangen dem 22-Jährigen fünf, in Wunsiedel vier Treffer.	Foto: Hans-Jürgen Wunder
Oft nur mit unerlaubten Mitteln zu bremsen: Der Weißenstädter Felix Lenk (vorne) hat am vergangenen Wochenende richtig zugeschlagen. In Selb gelangen dem 22-Jährigen fünf, in Wunsiedel vier Treffer. Foto: Hans-Jürgen Wunder  

Am Freitag ein 10:0-Sieg bei der SpVgg Selb 13 II, am Sonntag ein 10:0 bei der zweiten Mannschaft des ASV Wunsiedel: Die SpVgg Weißenstadt hat in der Fußball-Kreisklasse Fichtelgebirge einen echten Lauf - und bleibt nach nun fünf Siegen in Folge schärfster Verfolger des Spitzenreiters TuS Erkersreuth. Besonders Felix Lenk zeigte sich in den beiden Begegnungen am vergangenen Wochenende in blendender Torlaune: Fünf Treffer gelangen dem 22-Jährigen in Selb, vier in Wunsiedel. Insgesamt stehen mittlerweile zwölf Saisontore zu Buche für den jungen Stürmer. "Wenn's läuft, dann läuft's", schmunzelt Lenk. Jedes Tor sei richtig gut für das Selbstvertrauen, nachdem ihn immer wieder Verletzungen zurückgeworfen hatten.

Zwei Jahre lang hatte der Weißenstädter Torjäger mit einer Schambeinentzündung zu kämpfen gehabt. Es kamen sogar Gedanken auf, die noch junge und unvollendete Fußballer-Karriere beenden zu müssen. "Der Sportarzt hat zu mir gesagt, dass nach so einer Verletzung viele Spieler nicht mehr zurückkommen. Ich dachte nur: oh scheiße." Also fasste Lenk einen Entschluss: "Ich habe in der vergangenen Saison in der Rückrunde komplett pausiert." Mit der Hoffnung, im Sommer wieder richtig fit zu sein. Es sollte sich als richtige Entscheidung herausstellen. "Gott sei Dank hat alles geklappt. Ich bin nun beschwerdefrei."

Und schon klappt's auch wieder mit dem Toreschießen. Auch wenn der Start etwas holprig verlief. Nicht zuletzt, weil die Gegner mitunter sogar zwei Manndecker abstellten für den SpVgg-Angreifer. "Aber die ganze Mannschaft hat mir immer Mut zugesprochen. Besonders auch die Führungsspieler, wie Michael Wolf oder Sebastian Herold. Die sind schon lange im Geschäft und wissen, wo das Tor steht." Am Freitag in Selb ist der Knoten dann wieder geplatzt bei Felix Lenk. Und wie.

Wo das Tor steht, weiß natürlich auch Lenk schon seit vielen Jahren. Seit er 2013 vom Nachwuchs zu den Senioren gestoßen ist, hat er bis Beginn der laufenden Saison bereits 88 Mal getroffen. Mit den zwölf Einschüssen in dieser Serie - neun davon alleine am vergangenen Wochenende - sind es also stolze 100 Tore, die das Eigengewächs für die erste Mannschaft erzielt hat. Und es sollen und werden natürlich nicht die letzten gewesen sein. Schließlich bringt ihn aus Weißenstadt so schnell niemand weg. "Es gab zwar schon das ein oder andere Angebot. Aber ich wollte und will mit meinem Verein unbedingt einmal in der Kreisliga spielen. Außerdem macht es mit den Jungs hier so viel Spaß, da will ich hier gar nicht weg."

Die emotionale Bindung zu seinem Heimatverein ist groß. Lenk kann sich fast nichts Schöneres vorstellen, als in dem Umfeld, in dem er aufgewachsen ist, also wo auch Freunde und Familie zu Hause sind, Fußball zu spielen. In Weißenstadt würden noch andere Werte als Geld zählen, sagt er. "Die Kameradschaft ist das A und O. Nach dem Training und Spiel noch etwas zusammensitzen, zwei oder drei Bierchen zu trinken, und dann gemeinsam vom Sportheim heimzulaufen, finde ich richtig klasse", erzählt Lenk. Auch außerhalb des Sportgeländes würde die Mannschaft viel Zeit miteinander verbringen. "Wir sind ja alles Weißenstädter Jungs. Nur Tobi Gebhardt kommt aus Marktleuthen."

Und sollte doch irgendwann mal der Zeitpunkt kommen, an dem der Weg woanders hinführt? "Dann müsste schon alles stimmen bei diesem Verein. Und ich würde nicht so weit fahren wollen." Aber der Gedanke an einen Vereinswechsel ist ganz weit weg, die Treue und Liebe zur SpVgg Weißenstadt zu groß. Und warum sollte nicht die schwarz-weiße Fahne des Heimatklubs wieder einmal eine Klasse höher wehen? Das Ziel Kreisliga-Aufstieg verfolgt die SpVgg Weißenstadt schon geraume Zeit. Aber zu oft wurden gegen vermeintlich leichtere Gegner unnötig Punkte verschenkt. "Diese Stolperer wollen wir heuer vermeiden", sagt Felix Lenk. Er spricht ganz offen über die Zielsetzung: Platz eins oder zwei sollen es werden.

Etwas defensiver geht Trainer Michael Gräf an die Sache heran. Er möchte nicht zu viel Druck aufbauen. Und mit Tabellenführer TuS Erkersreuth möchte Gräf seine Mannschaft erst gar nicht vergleichen. "Erkersreuth hat eine ausgebuffte Truppe mit fertigen Spielern. Wir bauen dagegen sehr stark auf den eigenen Nachwuchs", sagte Gräf kürzlich dem Internetportal "Anpfiff.info".

Torjäger Felix Lenk zählt neben den favorisierten Erkersreuthern auch noch den TSV Arzberg-Röthenbach, den FC Nagel und die zweite Mannschaft des FC Vorwärts Röslau zu den Anwärtern, die mit der SpVgg Weißenstadt um einen der begehrten ersten beiden Plätze kämpfen. "Zumindest die Relegation sollte für uns schon herausspringen. Aber wir wollen auch den TuS etwas ärgern", sagt Lenk, dessen Tore für dieses Vorhaben ebenso wichtig sind wie eine starke Defensivleistung des Weißenstädter Teams. Und da gibt es bislang wenig zu mäkeln. Nach neun Spieltagen stehen erst vier Gegentreffer zu Buche.

Auch ein Verdienst des neuen Abwehrchefs Michael Wolf, der von seinem Gastspiel bei der SpVgg Selb 13 reichlich Bezirksliga- und Kreisligaerfahrung mitgebracht hat nach Weißenstadt. "Da hat sich etwas entwickelt", freut sich der junge Felix Lenk. Schließlich seien auch Sebastian Herold und Alexander Stäudel nach Abstechern nach Marktleuthen beziehungsweise Röslau wieder bei den Schwarz-Weißen gelandet. Und mit Simon Herold ist ein talentierter Nachwuchsmann zum Kader der ersten Mannschaft gestoßen. "Jetzt haben wir eine richtig gute Truppe", findet Lenk. Das soll am kommenden Samstag im Derby auch die Röslauer-Landesligareserve zu spüren bekommen. "Uns fehlen zwar leider fünf Stammspieler wegen Urlaub. Aber wir werden auch so eine schlagkräftige Mannschaft stellen."

Und dann gibt es da vor jedem Weißenstädter Spiel auch noch die zuletzt stets siegbringende Motivationsmusik: "In der Kabine läuft bei uns immer Alexander Markus. Egal, welches Lied. Hauptsache Alexander", verrät Lenk.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
19:42 Uhr

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Andreas Pöhner

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04. 09. 2018
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