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Kickers unter Zugzwang

Martin Damrot, Trainer des Selber Fußball-Landesligisten, nimmt seine Spieler in die Pflicht. Sein Pendant auf Röslauer Seite, Ali Sener hingegen, nimmt seiner Elf den Druck.



Einsatz ist Trumpf im Fichtelgebirgs-Derby: Auf unserem Bild aus dem Hinspiel in Röslau gehen die beiden Vorwärts-Akteure Tobias Benker (links) und Daniel Kahrig (rechts) gegen den Selber Marco Siniawa, einen ehemaligen Röslauer, ins Kopfballduell.	Foto: Michael Ott
Einsatz ist Trumpf im Fichtelgebirgs-Derby: Auf unserem Bild aus dem Hinspiel in Röslau gehen die beiden Vorwärts-Akteure Tobias Benker (links) und Daniel Kahrig (rechts) gegen den Selber Marco Siniawa, einen ehemaligen Röslauer, ins Kopfballduell. Foto: Michael Ott  

Die Vorfreude in beiden Lagern ist groß: Am heutigen Samstag, 14 Uhr, kommt es im Thomas-Lang-Waldstadion in Selb zum mit Spannung erwarteten Fichtelgebirgs-Derby in der Fußball-Landesliga Nordost zwischen den Kickers und dem FC Vorwärts Röslau. Im Hinspiel siegte der ambitionierte Aufsteiger vor 1100 Zuschauern mit 2:1. Gelingt Röslau im Rückspiel nun die Revanche?

Geht es nach Kickers -Trainer Martin Damrot sollen erneut drei Punkte aufs Selber Konto verbucht werden. "Wir spielen auf eigenem Platz, und da wollen wir auch gewinnen. Die Mannschaft ist in der Bringschuld, da nach dem letzten blutleeren Derby-Auftritt in Mitterteich eine Reaktion kommen muss", sagt der 29-jährige Coach. Zuletzt lief es allerdings für die Mannschaft des jungen Trainers gerade zu Hause eher mittelprächtig. Der letzte Heimsieg datiert vom 1. September. Danach gab es auf eigenem Platz zwei Remis und jüngst gar eine 0:1-Heimniederlage gegen den TSV Buch. In der Fremde, in Großschwarzenlohe, fanden die Kickers um den neuen Mannschaftskapitän Waldemar Schneider, der bekanntlich eine Röslauer Vergangenheit hat, in der Vorwoche wieder in die Erfolgsspur. Der 2:0-Auswärtssieg offenbarte aber einmal mehr, woran es - anders als zu Saisonbeginn - zuletzt häufig mangelte: die Chancenverwertung.

Darunter hat auch das Selbstverständnis der Mannschaft von Trainer Damrot gelitten. Gerade in den Spielen im Oktober zeigten sich die Kickers sehr wankelmütig. Vor allem die Ergebnisse stimmten häufig nicht. Das trübt auch die Zwischenbilanz des jungen Trainers zur laufenden Saison: "Wir haben unnötig Punkte liegen lassen. Vielleicht sechs bis neun", rechnet er vor.

Das lässt den zwar nicht öffentlich artikulierten, aber wohl zumindest insgeheim erhofften Durchmarsch in die Fußball-Bayernliga aktuell eher unwahrscheinlich erscheinen. Selb galt für viele Experten als Geheimfavorit auf den Titel. Nicht zuletzt, weil der aufstrebende Verein aus der Porzellanstadt den Kader vor der Saison abermals aufrüstete: Er ist nun gespickt mit Spielern, die schon Erfahrungen in der Regionalliga und Bayernliga sammeln durften. In der Winterpause wollen die Kickers-Verantwortlichen den Kader noch einmal verstärken. Es laufen bereits Gespräche. Einen Vollzug gibt es dabei bereits zu melden: Vom Nord-Kreisligisten FC Martinsreuth wechselt der 25-jährige Torwart Patrick Fritz zu den Kickers.

Spitzenreiter Feucht (45 Punkte) scheint bereits unerreichbar enteilt. Es geht wohl nur noch um den zweiten Tabellenrang, den Relegationsplatz. Auf dem steht aktuell Schwabach (37), Selb hat 29 Zähler auf dem Konto, umso mehr schmerzen die verschenkten Punkte. Auch wenn Damrot feststellt: "Es war nie Ziel, gleich wieder aufzusteigen." Diese Ambitionen seien von außen unterstellt worden. "Ich schaue nur von Spiel zu Spiel. Und da will ich möglichst jedes gewinnen", sagt er.

Wenn es dann am Ende für Platz zwei reichen sollte, dann hätte Damrot aber auch nichts dagegen. Im anstehenden Fichtelgebirgs-Derby jedenfalls soll seine Mannschaft nicht gleich wieder aus der Erfolgsspur kippen, in die sie in der Vorwochen mit dem Sieg in Großschwarzenlohe nach zwei Niederlagen wieder eingebogen ist. "Ich bin da ziemlich positiv gestimmt, auch wenn Röslau große Qualität hat." Schließlich hofft Damrot, wieder auf Torjäger Danny Wild sowie Kevin Winter bauen zu können, die nach Verletzungen beziehungsweise Krankheit zurückkommen werden.

Auch den FC Vorwärts Röslau drückten zuletzt personelle Probleme. Möglicherweise ist auch dies der Grund gewesen, weshalb aus den vergangenen drei Partien nur ein mageres Pünktchen hängenblieb. Trainer Ali Sener will dies aber nicht als Entschuldigung hernehmen für die Niederlagen zuletzt in Neudrossenfeld und gegen Schwabach. Witterungsbedingt war die Begegnung der Röslauer in der Vorwoche gegen Mitterteich ausgefallen.

"Wir hätten gern gespielt, schon allein um im Spielrhythmus zu bleiben", sagt Sener. Andererseits gewinnt er dem vergangenen ungewollt spielfreien Wochenende auch etwas Positives ab: "Unsere angeschlagenen Spieler konnten ihre Wehwehchen auskurieren." So stehen ihm nun bis auf die Langzeitverletzten und nun auch Nico Knoblauch, der sich in Schwabach einen Syndesmoseriss im Sprunggelenk zugezogen hat, alle Spieler aus dem Kader zur Verfügung.

"Wir kennen Selb in- und auswendig, und die Kickers kennen uns. So ist das in Derbys", freut sich Sener auf das Spiel. In solchen Aufeinandertreffen sieht er weder Favoriten noch Außenseiter, sagt er, ohne die Phrase, dass Derbys ihre eigenen Gesetze schrieben, zu bemühen. Den Druck allerdings, unbedingt drei Zähler einfahren zu müssen, sieht der Röslauer Coach eher beim Gegner. "Wir sind punktemäßig bisher im Soll und können frei aufspielen."

Der Blick auf die Tabelle offenbart jedoch, dass auch Röslau jeden Zähler nötig hat, will es nicht weiter hinten reinrutschen. Den Tabellenzwölften trennt ein Punkt vom ersten Abstiegs-Relegationsplatz. Sener will aber jeglichen Druck von seiner Mannschaft nehmen. "Das ist für uns ein Bonusspiel", sagt er. "In diesen Spielen entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage", prophezeit der Coach des FC Vorwärts. Vor allem sei es eine Einstellungssache. "Die Mannschaft, die mehr Willen zeigt und Zweikämpfe aggressiver annimmt, ist im Vorteil."

Sener hofft, dass das Spiel heute auch angepfiffen wird. Der 40-Jährige weiß: "Im November kannst du Punkte sammeln, mit denen du nicht unbedingt rechnest. Da zwickt‘s bei vielen etwas, außerdem braucht es Überwindung, auf den schweren Böden alles zu geben."

Der Wunsch des Röslauer Trainers sollte in Erfüllung gehen. Aus Selb war gestern zu hören, dass die Begegnung in jedem Fall stattfinden soll. Der Selber Vorsitzende Stefan Specht betonte, dass höchstens ein Wintereinbruch zu einer Spielabsage führen könnte. "Auch wir wollen spielen."

Kickers Selb (Aufgebot): Sourek, Maisel - Redondo, Heger, Damrot, Vates, Rehak, Hamann, Vondrasek (?), Bösel, Schneider, Knoll, Winter, Wild (?), Sedlacek, Caliskan (?), Siniawa.

FC Vorwärts Röslau (Aufgebot): Blechschmidt, Kießling - Smrha, S. Knoblauch, Benker, Kahrig, Hermann, Tonka, Sturm, Gezer, Rimböck, Baran, Kurdoglu, Lapschin, Blaumann, Dadder.

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Thomas Schuberth-Roth
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
18:28 Uhr

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Autor

Thomas Schuberth-Roth

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
18:28 Uhr



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