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Namhafte Unterstützung in der Ecke

Bei diesem Namen kann nichts schief gehen: Muhammed Ali Durmaz unterstützt den Hofer Profi-Boxer Etem Bayramoglu. Am Samstag ist es bereits gelungen.



In seiner Ecke setzt Etem Bayramoglu (links) auf große Erfahrung: Muhammed Ali Durmaz unterstützt den Hofer Profi-Boxer. Foto: privat
In seiner Ecke setzt Etem Bayramoglu (links) auf große Erfahrung: Muhammed Ali Durmaz unterstützt den Hofer Profi-Boxer. Foto: privat  

Aus den TV-Übertragungen der goldenen Zeiten des Boxens ist vielen noch in Erinnerung geblieben, was zwischen den Runden passierte. Wenn die Trainer ihre Schützlinge mit markigen Worten auf die nächste Runde vorbereiteten, dann war das mindestens unterhaltsam. Teilweise unterhaltsamer als der Boxsport, der danach folgte. Genau solche Momente prägen die Attraktivität der Kämpfe im Ring.

Aber nicht nur für die Zuschauer ist das Drumherum im Boxen so spannend. Auch für die Boxer sind die Männer in der Ecke von entscheidender Bedeutung. "Einen erfahrenen Mann in der Ecke zu haben, tut schon gut", sagt Etem Bayramoglu. Der Hofer Box-Profi sagt das nicht von ungefähr. Denn bei seinem Profi-Debüt vor einem Jahr war er noch auf sich allein gestellt. "Allein ist es sehr schwer", sagt der 33-Jährige. "Wenn du dich um alles selbst kümmern musst, hast du zu viel um die Ohren."

Daher hat er sich nun Unterstützung für die Ecke geholt. Und sein Helfer hat einen großen (Vor-)Namen: Muhammed Ali Durmaz. Der 38-Jährige hat aber nicht nur zufällig einen weltberühmten Vornamen, sondern hat auch schon selbst auf den Brettern viel Erfahrung gesammelt. Durmaz ist selbst noch Profi-Boxer, bestritt bislang schon 54 Profi-Kämpfe, gewann davon 26 - 24 durch K.o. "So einen erfahrenen Hasen an seiner Seite zu haben, ist für mich sehr wichtig", sagt Bayramoglu. In seiner Karriere stand Durmaz im Cruisergewicht auch schon den bekannten Gegnern Alexander Petkovic, Alexander Povetkin und Marco Huck gegenüber. Gegen Letzteren kämpfte er auf großer Bühne in der Dortmunder Westfalenhalle.

Bayramoglu verfügt über weniger Erfahrung. Am Samstag bestritt er in Wörth am Rhein seinen fünften Profi-Kampf. Nichts im Vergleich zu Durmaz‘ 54 Profi-Auftritten. Aber vielleicht passt gerade deshalb die Chemie zwischen beiden so gut. Durmaz reicht seine Erfahrung an den fünf Jahre jüngeren Schützling weiter. "Wir verstehen uns super", sagt der Hofer Boxer, "er ist ein netter Kerl."

Das Zwischenmenschliche ist im Moment auch noch wichtig. Denn Bayramoglu, der seinen Job im Frühjahr an den Nagel gehängt hatte, um sich voll aufs Boxen zu konzentrieren, finanziert bislang nur seine Familie übers Sponsoring und die Gagen. Für zusätzliches Personal - wie eben einen Trainer in der Ecke - bleibt im Moment noch nicht viel übrig. "Ich muss immer schauen, wie ich ihn finanziell regeln kann", sagt er. Denn kleine Dinge entscheiden oftmals über Sieg oder Niederlage.

Am Samstag fügte sich aber alles glücklich zusammen: Bayramoglu kämpfte in Wörth am Rhein - unweit des Wohnortes von Durmaz. Aus Mannheim war es ein Katzensprung - und Durmaz stand seinem Freund bei. "Wenn ich in seiner Gegend kämpfe, fällt es mir leicht", so Bayramoglu.

Sportlich zahlte sich der Freundschaftsdienst aus. Denn Bayramoglu gewann gegen Mindia Nozadze nach technischem K.o. in der zweiten Runde. Ein Sieg, der beim Hofer Boxer vor allem eins auslöste: Erleichterung. Denn Bayramoglu war unter Zugzwang. Er musste den Kampf gewinnen, um am 19. Oktober seine große Chance zu erhalten. Denn nur mit einem Sieg in einem Kampf, der über acht Runden angesetzt war, ist es ihm nun möglich in Plauen um die deutsche Meisterschaft im Cruisergewicht zu kämpfen. Der Gürtel des Verbands GBA ist derzeit vakant. Bayramoglu ist nun offizieller Bewerber - mit seinem Gürtelkampf Mitte Oktober. Ein Gegner steht noch nicht fest.

In Wörth holte sich der erste Hofer Profi-Boxer bereits das Selbstvertrauen. Der Kampf gegen den Georgier, der immerhin zuvor schon 32 Profi-Kämpfe bestritten hatte (13 Siege, elf durch K.o.), war eine einseitige Angelegenheit. "Ich habe ihn einmal stabil an der Schläfe erwischt", blickt Bayramoglu zurück. Danach konnte sich Nozadze nicht mehr sammeln. "Daraufhin habe ich natürlich weiter Druck gemacht." Bayramoglu schickte den vierfachen georgischen Meister noch ein paar Mal zu Boden. Dann brach der Ringrichter das Geschehen zum Schutz des Boxers ab. "Nur" ein technischer K.o. ist zwar ein kleiner Makel, aber trotzdem bleibt es dabei, dass Bayramoglu nun seinen Gürtelkampf sicher hat. "Auch wenn ich gern mehr geboten hätte und die Zuschauer gern einen brutalen K.o. sehen möchten, ist die Gesundheit viel wichtiger und der Ringrichter hat dementsprechend richtig gehandelt", sagt er.

Allerdings: Wie aussagekräftig war der Kampf? War der Georgier nur Fallobst? Keinesfalls - betont Bayramoglu. "Der Gegner konnte durchaus boxen. Er war zwar ein Aufbaugegner, aber seine Bilanz spricht trotzdem dafür, dass man so einen Gegner ernst nehmen und stets vorsichtig boxen muss."

Für Bayramoglu war es zudem ein guter Test, wie sich seine Form seit seinem Schritt, es mit dem Beruf neben dem Boxen sein zu lassen, entwickelt hat. Er hat seitdem Muskelmasse hinzugewonnen, ist schwerer geworden. "Ich bin überrascht, wie viel ein paar Kilo mehr ausmachen", gesteht er. "Ich fühle mich zwar etwas langsamer, aber dafür habe ich an Schlagkraft aufgebaut." Und das muss nichts Schlechtes sein. "Im Endeffekt kommt es ja auf die gesamte Performance an."

Bis zum Kampf in Plauen bleiben ihm noch knapp vier Wochen Zeit, um sich den letzten Feinschliff zu holen. Vom ursprünglichen Plan, noch einen weiteren Kampf dazwischenzuschieben, ist er abgerückt. "Das ist zu riskant", sagt er. Zwei Gefahren bestehen: ein Cut könnte ihn rein körperlich aus der Bahn werfen und sportlich würde eine Niederlage ihn den Titelkampf kosten. "Es ist schon stressig genug", sagt er.

Denn bis Mitte Oktober feilt er noch an seiner Form. Ganz zufrieden scheint er nicht zu sein. "Ich bin und bleibe stets selbstkritisch und werde weiterhin hart an mir arbeiten, dass ich in Plauen und auch in Hof weiterhin durch stetige Verbesserungen überzeugen kann." Ende Dezember veranstaltet Bayramoglu in der Hofer Freiheitshalle seine zweite Fightnight.

Dann soll es zu einer Titelverteidigung kommen. Und mit einer so namhaften Unterstützung in der Ecke kann nicht mehr viel schiefgehen. "Ich hoffe, dass ich den Titel nach Hof bringe und zähle auf die mentale Unterstützung meines Publikums." Und Muhammed Ali Durmaz.

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Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
20:40 Uhr

Aktualisiert am:
24. 09. 2019
20:40 Uhr

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Marcus Schädlich

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24. 09. 2019
20:40 Uhr

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24. 09. 2019
20:40 Uhr



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