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"Noch bleiben wir ruhig"

Der FFC Hof steckt in der Bayernliga in einer Krise. Nach drei Niederlagen in Serie spürt Trainer Siegfried Penka schon den wachsenden Druck.



Etwas ratlos ist Hofs Trainer Siegfried Penka. Sein Team hat drei Niederlagen in Serie kassiert und steht auf einem Abstiegsplatz. Foto: Maik Schneider
Etwas ratlos ist Hofs Trainer Siegfried Penka. Sein Team hat drei Niederlagen in Serie kassiert und steht auf einem Abstiegsplatz. Foto: Maik Schneider  

Herr Penka, Sie waren am Sonntag in München zum Bayernliga-Spiel des FFC Hof. Viel Lust auf Oktoberfest hat die 0:1-Niederlage nicht gemacht, oder?

Frauenfußball-Bayernliga:

FFC Wacker München - FFC Hof 1:0 (0:0)

FFC Hof: Mühlstädt - Friedrich, Sattler, Fürst, Penzel, Müller (73. Voigt), Weiß, Bauer (54. Krämer), Yau, Kastner, Köhler (46. Tröger).

Schiedsrichter: Schunke (Oberding). - Zuschauer: 80. - Tor: 70. Min. Capoccia 1:0.

Die Gastgeberinnen machten vom Anpfiff weg keinen Hehl daraus, ihre lupenreine Weste mit bisher drei Siegen ohne Gegentreffer fortsetzen zu wollen. Hofs Torhüterin Mühlstädt stand öfter im Mittelpunkt, als ihr lieb war, verhinderte aber mehrmals einen frühen Rückstand. Hof bot sich überraschend nach einer knappen Viertelstunde die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Doch erst klärte eine Abwehrspielerin für die bereits geschlagene Keeperin auf der Torlinie gegen Köhler. Der abgewehrte Ball landete bei Kastner, doch sie scheiterte an der Keeperin. Der musste einfach sitzen! Denn viele solcher Möglichkeiten würden die Gäste an diesem Tag wohl nicht bekommen. Dafür war die Überlegenheit der Münchnerinnen zu groß. Hof lief oftmals nur hinterher, brachte spielerisch fast nichts zustande. Aus Standardsituationen gelang wieder einmal gar nichts. Doch auch den Münchnerinnen fehlte die nötige Präzision beim Abschluss. Daran änderte sich bis weit in die zweite Hälfte hinein nichts. 20 Minuten vor Schluss leitete ein Hofer Ballverlust im Mittelfeld den Münchner Konter ein, Mühlstädt konnte zwar Capoccia abdrängen, aber nicht das Gegentor verhindern. Am Ende sollte es auch der einzige Treffer bleiben, da weder Hof eine echte Schlussoffensive starten, noch München die nötige Durchschlagskraft entwickeln konnte. Somit blieb es bei einer eher schmeichelhaften knappen Niederlage für die Hoferinnen, wobei ihnen kämpferisch nichts vorzuwerfen war. Vor dem Doppelspieltag in dieser Woche stehen sie damit nun richtig mit dem Rücken zur Wand. Das Spiel am Tag der Deutschen Einheit gegen Ingolstadt II wird damit richtungsweisend. JM

 

Nein, nein. Es war auch gar nicht geplant, aufs Oktoberfest zu gehen. Unabhängig vom Ergebnis wären wir nicht aufs Oktoberfest gegangen.

 

 

Beim FFC gibt es ohnehin derzeit keine Party-Stimmung. Nur drei Punkte aus fünf Spielen. Was ist los?

Die sportliche Situation ist ganz bescheiden. Was los ist, kann ich nicht genau sagen. Die Stimmung ist sehr gut in der Mannschaft - auch wenn die Spielerinnen natürlich betrübt sind, wenn wir die Spiele verlieren. Aber warum wir die Spiele verlieren, weiß ich nicht so recht. Bei Wacker München war die Niederlage verdient. Wacker war besser, weil sie auch eine gestandene Regionalliga-Mannschaft sind. Wir haben viel Kampf und Willen entgegengesetzt. Mit ein bisschen Glück hätte es zu einem Unentschieden gereicht. Aber das Glück haben wir derzeit nicht.

 

Auch in den Spielen zuvor?

In der 92. Minute haben wir bei Stern München das Gegentor bekommen. Nach dem Heimsieg gegen Bad Aibling haben wir in Fürth keinen überzeugenden Auftritt hingelegt. Daheim gegen Frauenbiburg waren wir die bessere Mannschaft und verspielen in den letzten Minuten die Führung.

 

Wie viele Punkten fehlen also?

Vier Punkte fehlen uns. Sieben Punkte müssten wir zum jetzigen Zeitpunkt schon haben. Das einzige Positive ist: Wir haben alle Spiele nur mit einem Tor Unterschied verloren.

 

Haben Sie die Bayernliga unterschätzt?

Keinesfalls! Wir haben von Anfang gesagt, dass es eine schwere Saison wird. Wir haben auch nie den Anspruch gehegt, oben mitzuspielen. Man merkt auch, dass die Liga stark geworden ist. Allerdings waren wir auch nie unterlegen - selbst gegen Frauenbiburg hatten wir alles im Griff.

 

Kommt mittlerweile Nervosität auf?

Noch bleiben wir schon ruhig.

 

Es müssen also Punkte her?

Ja. Wir haben jetzt zwei Spiele daheim gegen den FC Ingolstadt II, wobei ihre erste Mannschaft spielfrei hat, und dann auswärts in Ruderting.

 

Sind also die nächsten Wochen entscheidend, ob es eine Saison des heißen Abstiegskampfs ist?

Das ist komplett korrekt.

 

Fehlt dem jungen Team - mit vielen Spielerinnen aus der U 17-Bundesliga - die Erfahrung?

Ein bisschen schon. Allerdings ist das keine Entschuldigung, denn wir haben auch einige erfahrene Spielerinnen im Kader. Das ist auch ein Lichtblick für mich - und macht Hoffnung.

 

Wie weit sind denn die jungen Spielerinnen?

Die fehlende Erfahrung macht natürlich schon etwas aus. Es kommt die Umstellung hinzu, dass sie 90 statt 80 Minuten spielen. Wenn du ein oder zwei jüngere Spielerinnen im Team hast, ist das schon zu überbrücken. Wenn du aber vier oder fünf im Team hast, wie wir, dann ist es schon schwer.

 

Zudem fehlt dem Team eine Torjägerin. Keine Spielerin hat mehr als ein Tor erzielt. Woran liegt es? Warum knipst Stephanie Köhler nicht so wie in der Vorbereitung?

Sie ist eigentlich ein Torjäger-Typ. Aber auch sie ist noch sehr jung und hat in der letzten Saison beim 1. FC Nürnberg kaum gespielt. Natürlich ist sie selbst mit sich unzufrieden. Aber ich habe ihr gesagt: ‚Du brauchst erst noch Spielpraxis. Wenn du in einem Jahr nur drei Spiele machst, dann ist es so, als ob du gar kein Spiel gemacht hast.‘

 

In der vergangenen Saison haben Sie eine unfassbare Verletztenmisere erlebt. Setzt sich dieses Phänomen fort?

Melanie Fichtner hat sich mittlerweile zum dritten Mal das Kreuzband gerissen. Mit 21 Jahren! Sie hat jetzt ihre Karriere beendet. Das reißt natürlich ein Loch in unseren Kader. Michelle Kessler hat ständig andere Verletzungen. Jetzt hat sie sich beim Aufwärmen am Meniskus verletzt. Sie bleibt dem Verein erhalten, wird aber nicht weiterspielen. Der Erfahrungsschatz der beiden fehlt uns: Selbst als 21-Jährige hat Michelle Kessler schon drei Jahre bei uns in der Bayernliga gespielt. Und die beiden kann ich nicht so einfach ersetzen. Ich kann nicht einfach in eine Kiste greifen und schon ist der Platz ersetzt.

 

Aber was machen Sie jetzt?

Natürlich müssen wir jetzt etwas Druck ausüben. Das besprechen wir auch in der Spielersitzung, in der wir alles ausgiebig analysieren. Ich weiß leider auch nicht so recht, was man gegen die Misere genau unternimmt. Wir probieren natürlich alles aus: eine andere Ansprache, Wechsel in der Startformation.

Das Gespräch führte Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
21:50 Uhr

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
21:50 Uhr



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