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"Noch ist die Tür nach ganz oben zu"

Der nordische Kombinierer Simon Hüttel startet in Park City in den Continental-Cup. In Weißenstadt spricht der 20-Jährige über Ziele, Sponsoring und die WM 2021.



Der Blick nach vorn ist bei Simon Hüttel noch ungewiss: Ohne Unterstützung würde es in Zukunft schwer, vorne mitzuhalten, sagt er. Foto: Imago
Der Blick nach vorn ist bei Simon Hüttel noch ungewiss: Ohne Unterstützung würde es in Zukunft schwer, vorne mitzuhalten, sagt er. Foto: Imago   » zu den Bildern

Die Hausaufgaben sind gemacht, Körpergefühl und Stimmung gut. Nach einer langen, schweißtreibenden Vorbereitung kann es losgehen für Simon Hüttel vom WSV Weißenstadt, der jetzt dem Perspektivkader des Deutschen Skiverbandes (DSV) angehört. Für den 20-Jährigen nordischen Kombinierer mit den zwei Wohnsitzen Wunsiedel und am Bundesstützpunkt Oberstdorf hat damit eine neue Zeitrechnung begonnen.

Mit dem altersgemäßen Aufstieg von den Junioren zu den Herren ist noch mehr Eigenverantwortung gefragt, sportlich wie außerhalb von Schanze und Loipe. So zählen neben Fleiß, Mut und Ehrgeiz im Schnee künftig auch Termine zu seinen Pflichten, wie der am Montag bei Pema in Weißenstadt. Das Unternehmen, das bekanntlich für Fitnessbrote steht, wird Hüttel in den nächsten beiden Jahren auf seinem sportlichen Weg finanziell unterstützen. In welcher Höhe, darüber vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. "Mein erster privater Sponsor", verkündete der junge Mann nicht ohne Stolz, der im Vorjahr mit dem Junioren-WM-Titel im Team im finnischen Lahti seinen ersten großen Erfolg einheimste und der ihm auch den ersten Weltcupstart einbrachte.

Denn ohne Unterstützung würde es in Zukunft schwer, vorne mitzuhalten, da mit dem Junioren-Ende auch die Zuwendungen des DSV-Kooperationspartners (Viessmann) weggefallen sind. Ein bestimmtes Kontingent an Ausrüstung wie Skier und Sprunganzügen stelle zwar der Verband seinen Aktiven, was aber darüber hinaus gehe, darum müssten sie sich selbst kümmern. Hüttels Vater Horst, seit Kurzem in neuer Funktion als Teammanager im DSV, verdeutlicht das anhand eines Beispiels: "Vier Anzüge bekommt ein Athlet des Perspektivkaders im Jahr gestellt. Die aber neigen dazu, schnell in der Elastizität nachzulassen, so dass der Sportler in jedem Fall noch zwei, drei dazukaufen muss - denn die Konkurrenz tut das gleiche." Stückpreis: um die 500 Euro. Dazu kämen noch einige paar zusätzliche Sprung- und Langlaufskier, das gehe richtig ins Geld. "Und ab und zu mal heimfahren möchte ich auch noch", erklärt Simon Hüttel, "drum unterstützt mich das total". Den Grund für ihr Engagement erklären die sportaffinen Dr. Laura Krainz-Leupoldt und Franz Leupoldt mit "der Verbundenheit zur aus Weißenstadt stammenden Familie Hüttel und zum Wintersportverein." Deren früherer und immer noch sehr emsiger Vorsitzender Dieter Söllner habe die Geschichte letztendlich "angeleiert". Sie sehen die Finanzspritze als "Starthilfe", wie damals, bei Anne Haug, die es bekanntlich in diesem Jahr zur Ironman-Siegerin auf Hawaii gebracht hat.

Und so kann Simon Hüttel vom 10. Bis 17. Dezember die Weltcup-Saison in Park City in den US-Bundesstaat Utah mit einem guten Gefühl angehen lassen. Dort stehen die ersten drei von insgesamt 20 Wettkämpfen in acht Ländern im Continental-Cup auf dem Plan. Wenn jetzt auch noch die Leistung passt, könnte es in nächster Zeit richtig ungemütlich für die Konkurrenz. Dass Hüttel auf der Schanze gut zu Recht kommt, hat er oft genug bewiesen. Doch die nordische Kombination, auch "Königsdisziplin" genannt, ist mehr. Was aber ist mit dem Laufen? "Wir haben im Sommer stark daran gearbeitet", berichtet der Wunsiedler. "Die Ergebnisse zeigen, dass ich näher an die Besten hingekommen bin. Die Richtung ist die richtige."

Realistisch, selbstbewusst, aber keineswegs abgehoben schildert der junge Sportler seine Saisonziele: "Ganz klar: Ein vorderer Platz in den top Zehn." Unbedingt empfehlen möchte sich Hüttel auch für die beiden Weltcups im eigenen Land im Januar in Oberstdorf und im März in Schonach, wo der Gastgeber zusätzlich vier Startplätze für seine besten Nachwuchs-Athleten erhält.

Viel weiter denken will er nicht, obwohl die Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf (23. Februar bis 6. März) beim Wahl-Oberstdorfer schon irgendwie im Hinterkopf arbeitet. Auf die Frage, wo er denn dann sein werde, antwortet er schon mal ganz keck: "Hoffentlich am Start!" Zuzutrauen ist es dem ehrgeizigen Athleten, der allerdings auch schnell einräumt: "Im Moment noch ist die Tür nach ganz oben zu." Aber wenn sie sich nur einen Spalt breit öffne, wolle er da sein und durchmarschieren. Seit Jahrzehnten zählt das deutsche Team zur Weltspitze, und wer sich hier durchsetzt, das weiß auch Hüttel, der hat es geschafft.

Doch genauso ist ihm bekannt, dass er Geduld haben muss. Gerade in Sportarten, die Kraft, Ausdauer und Feingefühl vereinen, brauche es Zeit, um die Trainingsumfänge zu steigern, um nicht zu früh zu überpacen, worauf die Trainer Konstantin Kreiselmeyer und sein neuer Co-Trainer Björn Kircheisen ein besonderes Auge haben. "Wer das beherzigt, kann auch noch mit Mitte 30 große Leistungen vollbringen", ergänzt Horst Hüttel, der es ja wissen muss. Zu schätzen weiß Sohn Simon auch, dass er als Angestellter des Zoll-Skiteams das ganze Jahr für den Sport freigestellt ist: "Das ist ein großes Glück und eine Ehre." Eine weiteres Privileg für das es sich lohnt weiter ganz nach oben zu blicken.

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Peter Perzl

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
15:42 Uhr

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Peter Perzl

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19. 11. 2019
15:42 Uhr



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