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Sieg schießt Röslau II in die Kreisliga

Die über 650 Zuschauer in Wunsiedel sehen ein Spiel, das an Dramatik kaum zu überbieten ist. Der FC Vorwärts feiert den Aufstieg, Marktleuthen ist endgültig Kreisklassist.



Jubel, Trubel, Heiterkeit: Der FC Vorwärts Röslau II feiert den erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Kreisliga.	Foto: Hannes Bessermann
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Der FC Vorwärts Röslau II feiert den erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Kreisliga. Foto: Hannes Bessermann  

FC Marktleuthen: Schubert - Palluch, Höppler, Matthes, Schwara (70. A. Matuschak), Hegner (76. Hoyer), Thumser, Sieber (85. Fleißner), D. Bösel, Amri, Hoyer (57. Lapschin).

FC Vorwärts Röslau II: Grimm - Baran, Tüter (77. Matiaschek), Knoblauch (90. J. Yilmaz, Eckert, H. Bulat, Spörl (90. Küspert), Seidel, Himsel, Sieg, Siniawa.

Schiedsrichter: Hofmann (Gefrees) leitete sehr gut. - Zuschauer: 653. - Tore: 6. Min. Höppler 1:0, 19. Min. Amri 2:0, 38. Min. Spörl 2:1, 50. Min. Sieg 2:2, 75. Min. H. Bulat 2:3, 81. Min. Sieg 2:4, 85. Min. Hoyer 3:4, 87. Min. D. Bösel 4:4, 90. Min. Sieg 4:5.

An diesem Spielverlauf muss Alfred Hitchcock ein Wörtchen mitgeschrieben haben. "So ein verrücktes Spiel habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt", sagte nach hochdramatischen 90 Minuten der Röslauer Routinier Holger Sieg. Der 35-Jährige avancierte mit drei Treffern zum Matchwinner des FC Vorwärts, der nun erstmalig in seiner Vereinsgeschichte mit seiner zweiten Mannschaft in der Kreisliga spielt. So losgelöst wie die Röslauer auf dem Sportplatz des ASV Wunsiedel ihren Aufstieg feierten, so niedergeschlagen waren die Spieler des FC Marktleuthen.

Der Tabellenletzte der Kreisliga, der erst durch ein Geschenk - dem Zusammenschluss des SV Steinmühle mit dem SV Mitterteich II - die Chance auf die Relegation bekam, schien nach der schnellen 2:0-Führung schon auf einem guten Weg in Richtung Klassenerhalt. Nach 80 Minuten und der Röslauer 4:2-Führung war der FC Marktleuthen gefühlt ein zweites Mal abgestiegen, ehe er sich doch noch einmal aufraffte und tatsächlich wieder zum Ausgleich kam. Den endgültigen Todesstoß versetzte dem FCM dann aber Holger Sieg. Er konnte selbst kaum fassen, was sich da in diesen 90 Minuten abgespielt hatte. "In den ersten 20 Minuten waren wir nicht richtig da. Aber wir sind nach dem 0:2 wieder ins Spiel gekommen."

Und so wie der FC Vorwärts II immer besser in die Partie gefunden hat, so baute der zu Beginn sehr spielfreudige FCM ab. Nach Höpplers Führungstreffer per nicht unhaltbarem Freistoß und Amris Direktabnahme nach einer Ecke zum 2:0 hatte Sieber sogar den dritten Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Torwart Grimm. Damit war es mit der Marktleuthener Herrlichkeit zunächst vorbei. Röslau bekam trotz des Rückstands plötzlich die breite Brust eines Kreisklassen-Vizemeisters, diktierte nun das Geschehen und witterte spätestens nach Spörls Fernschuss zum Anschlusstreffer wieder Morgenluft. Auf der Gegenseite hatte Hoyer noch einmal die große Gelegenheit zum 3:1, kurz vor der Pause lag aber auch der Röslauer Ausgleich zwei Mal in der Luft nach einem Bulat-Freistoß und einem gefühlvollen Schlenzer von Spörl.

Nach der Halbzeit setzte sich die Passivität des FC Marktleuthen zunächst fort. Das nutzte der FC Vorwärts II eiskalt aus. Spätestens nach dem 2:2 durch Sieg bekam die Landesliga-Reserve - angetrieben vor allem von Bulat, Spörl und Himsel - immer mehr Oberwasser, während beim seit Oktober 2018 sieglosen FCM die schwarze Serie scheinbar Kopf und Beine lähmte. Als der Röslauer Bulat nach 75 Minuten einen herrlichen Spielzug zum 3:2 abschloss und Sieg fünf Minuten später per Kopf noch das vierte Tor drauflegte für Röslau, schien das Spiel entschieden. Doch wie aus dem Nichts erweckte Hoyer mit seinem Anschlusstreffer die Marktleuthener noch einmal zum Leben.

Mit einem Konter hätte der überragende Sieg zwar alles klarmachen können, er trat drei Meter vor dem leeren Tor aber über den Ball. Und im Gegenzug traf Dominik Bösel tatsächlich noch zum 4:4. Dass sich viele Zuschauer noch einmal mit Bier für die drohende Verlängerung eindeckten, war freilich etwas voreilig: Holger Sieg hatte nämlich etwas gegen Überstunden und vollbrachte noch einmal ein Kunststückchen. Eine Flanke nahm er ganz abgezockt per Brust an und spitzelte den Ball an FCM-Keeper Schubert vorbei zum 5:4 ins Netz. Damit war der Röslauer Aufstieg ebenso perfekt wie der Abstieg des FC Marktleuthen in die Kreisklasse. "Das ist einfach nur deprimierend", sagte FCM-Trainer Martin Matuschak. "Erst 2:0, dann 2:4, dann 4:4 - und dann bekommst du wieder einen Tritt in die Eier. Das ist ein Spiegelbild der Saison. Einfach Wahnsinn. Aber im Großen und Ganzen ist der Röslauer Sieg verdient. Es ist bitter, dass wir dieses Geschenk nicht nutzen konnten."

Noch richtig mitgenommen wirkte nach dem Spiel auch Hüseyin Bulat, der Spielertrainer des FC Vorwärts II. "Dass wir nach der 4:2-Führung noch das 4:4 kassieren, darf nicht passieren. Aber vielleicht war es auch gut so. Jetzt fühlt sich der Sieg nämlich umso schöner an." Bulat, der Marktleuthen nach einer halben Stunde "zuiemlich platt" gesehen hatte, freut sich auf die neue Herausforderung in der Kreisliga, weiß aber auch, dass es ganz schwer wird. "Ich hoffe, wir bekommen für den Konkurrenzkampf noch drei oder vier Spieler dazu. Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein."

Nicht mehr das Röslauer Trikot wird künftig Marco Siniawa tragen. Der Stürmer wechselt bekanntlich zum Landesliga-Aufsteiger Kickers Selb. "Das war heute noch einmal ein schöner Abschluss und Abschied. Solche Geschichten wie dieses Spiel schreibt nur der Fußball." Fassungslos war dagegen Fabian Schubert, der sein letztes Spiel im Tor des FC Marktleuthen bestritten hat und nach Schönwald zurückkehrt. "Ich hätte mich hier gerne anders verabschiedet. Aber ich bin sicher, dass der FCM wieder aufsteigt in die Kreisliga. Ein Teil von mir wird in Marktleuthen bleiben." Andreas Pöhner

FC Marktleuthen -

FC Vorwärts Röslau II


4:5


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26. 05. 2019
21:18 Uhr

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