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„Wir planen für die Bezirksliga“

Martin Damrot hat als neuer Spielertrainer beim Fußball-Bezirksligisten Kickers Selb einen Top-Einstand gefeiert. Dennoch hält er den Ball flach.



Gibt jetzt beim Bezirksliga-Tabellenführer Kickers Selb als Spielertrainer den Ton an: Martin Damrot. Foto: Michael Ott
Gibt jetzt beim Bezirksliga-Tabellenführer Kickers Selb als Spielertrainer den Ton an: Martin Damrot. Foto: Michael Ott  

Martin Damrot, 4:0 im ersten Bezirksliga-Punktspiel nach der Winterpause gegen den FC Tirschenreuth, die Tabellenspitze zurückerobert - einen besseren Auftakt hätten Sie sich als frisch gebackener Spielertrainer kaum wünschen können?

Das ist richtig. Wenn man gleich 4:0 gewinnt, ist das natürlich ein toller Einstand, zumal es nach 21 Minuten schon 3:0 für uns gestanden hat. Es hätte in der Tat schlimmer laufen können (lacht).

 

Wie nervös waren Sie vor Ihrem ersten Punktspiel als Coach?

Ich hatte ja zuvor als Kapitän auch eine gewisse Verantwortung. Aber jetzt als Trainer war vor dem Anpfiff schon eine gewisse Anspannung da, weil ja auch die Ansprache eine ganz andere ist.

 

Ihre Kapitänsbinde haben Sie abgegeben?

Klar. Die trägt jetzt Fernando Redondo, der seine langwierige Verletzung auskuriert hat.

 

Ihr Vorgänger im Amt, Jakob Schleicher, hat die Mannschaft von der A-Klasse bis in die Bezirksliga geführt. Was haben Sie sich von ihm abgeschaut?

Ich hatte Jakob Schleicher nicht allzu lange als Trainer, bin ja erst seit dieser Saison in Selb. Was er richtig gut drauf hatte, war, die Mannschaft vor den Spielen exzellent zu motivieren. Als Trainer hatte ich mit ihm gar nicht so viele Berührungspunkte. Jakob Schleicher war auch schon in der Vorrunde sehr oft im Ausland unterwegs. Da habe ich das Training geleitet.

 

Erst vor wenigen Wochen hatte Jakob Schleicher in einem Interview mit unserer Zeitung erklärt, dass er gerne Trainer bleiben würden, vor allem auch dann, wenn die Mannschaft in die Landesliga aufsteigen sollte. Kam für Sie sein Rückzug vom Traineramt überraschend?

Dass es bei ihm aufgrund seiner vielen Geschäftstermine im Ausland zeitlich immer enger wird, war eigentlich klar. Dass er sich jetzt plötzlich zu diesem Schritt entschlossen hat, lag wohl vor allem auch an der schleppenden Vorbereitung auf die restliche Rückrunde. Er ist ja weiter nahe an der Mannschaft dran, ich stehe mit Jakob fast täglich im Kontakt, wir sind bereits mitten in der Kaderplanung für die neue Saison.

 

Gibt es da schon etwas Neues zu vermelden?

Jetzt noch nicht, aber wohl in den nächsten Tagen. Fakt ist: Die Mannschaft wird zu 90 Prozent zusammenbleiben, und eine sichere Zusage für die neue Saison haben wir auch schon. Dazu kann ich momentan noch nichts sagen, weil der Spieler erst seinen Verein informieren möchte. Wir wollen uns künftig nicht mehr unbedingt in der Breite verstärken, sondern punktuell auf der einen oder anderen Position die Qualität verbessern. Unsere Ausrichtung dabei ist ganz klar: Wir setzen auf junge talentierte Spieler aus der Region.

 

Das Ziel heißt aber nach wie vor Aufstieg in die Landesliga?

Nicht unbedingt. Dass wir kurz- oder mittelfristig in die Landesliga wollen, ist sicher kein Geheimnis. Aber ob es schon heuer klappt, wird der weitere Saisonverlauf zeigen. Unsere personellen Planungen sind zunächst auf eine weitere Bezirksliga-Saison ausgerichtet.

 

Vor der Winterpause hat Kickers Selb lange die Bezirksliga dominiert, im Spätherbst aber etwas geschwächelt. Und was auffiel: Wenn es eine Niederlage gab, dann meist gleich eine richtig deftige.

Das stimmt. Wir hatten vor allem in der Rückwärtsbewegung Defizite. Allein 13 Gegentore haben wir uns jeweils in den letzten 15 Minuten jeder Halbzeit eingefangen. Das zeigt, dass die Grundordnung oft nicht gepasst hat. Wir sind oft zu bedenkenlos nach vorne gestürmt. Daran haben wir in den vergangenen Wochen gearbeitet. Und ich bin mir sicher, dass uns dies mit dem wiedergenesenen Fernando Redondo als Innenverteidiger ohnehin nicht mehr passieren wird. Wir dürfen keinen Hauruck-Fußball spielen, sondern müssen viel geduldiger werden.

 

Gegen Tirschenreuth hat es ja schon richtig gut geklappt.

Ja, so kann es gerne weitergehen.

 

Wie zufrieden sind Sie mit der Trainingsbeteiligung?

Nach dem schleppenden Beginn der Vorbereitung ist die Trainingsbeteiligung mittlerweile herausragend. Ich bin sehr zufrieden, kann gut mit der Mannschaft arbeiten.

 

Fernando Redondo ist bekanntlich wieder fit, wann kehrt Lukas Rimböck zurück?

Er ist nach seinem Knöchelbruch im Aufbautraining. Ich gehe davon aus, dass er Ende März/Anfang April wieder eingreifen kann. Das ist dann für uns wie ein zweiter Neuzugang. Durch seine Schnelligkeit ist er für uns auf der rechten Außenbahn unheimlich wichtig.

 

Für die meisten Bezirksligisten ist Kickers Selb der Topfavorit. Sehen Sie das auch so?

Das sehen andere so, ich jedenfalls nicht. Man muss doch bedenken, dass wir auch Leute in unserem Team haben, die vor dieser Saison noch kein Bezirksligaspiel bestritten, geschweige denn schon mal Landesliga-Luft geschnuppert haben. Deshalb ist für mich der SV Poppenreuth, der sich im Winter mächtig verstärkt hat, klarer Favorit auf die Meisterschaft. Ich betone es nochmal: Wir planen aktuell für die Bezirksliga. Wir haben jetzt vier schwere Spiele vor uns: in Oberkotzau, daheim gegen Kasendorf, in Kulmbach und dann das Topspiel daheim gegen Saas Bayreuth. Nach diesen vier Spielen wird man sehen, wo die Reise hingeht.

 

Wird Martin Damrot auch in der kommenden Saison, egal ob Bezirksliga oder Landesliga, Trainer bei Kickers Selb bleiben?

Es steht seiner einer Woche fest, dass ich auch in der neuen Saison Chefcoach sein werde. Und natürlich hoffe ich, dass mir auch Tamer Dansev weiter zur Seite stehen wird.

 

Der Spielertrainer

Martin Damrot, ein gebürtiger Hohenberger, ist 29 Jahre und wohnt seit drei Jahren in Selb. Mit dem Fußballspielen begann er bei seinem Heimatverein FC Hohenberg, kickte auch kurz für den VfB Arzberg. Als C-Jugendspieler wechselte er zum TSV Thiersheim, wo er bis zu seinem 23. Lebensjahr unter den Fittichen des Trainer-Fuchses Roman Pribyl stand. Vom TSV Thiersheim zog es ihn zur SpVgg Selbitz in die Landesliga. Den Frankenwäldlern hielt Damrot vier Jahre lang die Treue, ehe er im Juni 2018 sich dem Bezirksliga-Aufsteiger Kickers Selb anschloss. Erste Erfahrungen als Trainer hat Damrot bei der Frauenmannschaft der Spielgemeinschaft ATV Höchstädt/Kickers Selb gesammelt, die er zweieinhalb Jahre bis zu seiner Berufung als Cheftrainer bei den Selbers Kickers betreut hat.

 

Das Gespräch führte Bernd Nürnberger

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Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
20:00 Uhr

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