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Wirklich positive Signale?

Dürfen die bayerischen Amateur-Fußballteams bald wieder Spiele austragen? BFV-Rainer Koch weckt bei den Vereinen Hoffnungen. Doch das bayerische Innenministerium hält sich bedeckt.



Viele Fußballer stehen bereits in den Startlöchern. Foto: picture alliance / Sophia Kembowski/dpa
Viele Fußballer stehen bereits in den Startlöchern. Foto: picture alliance / Sophia Kembowski/dpa  

München - "Es gibt positive Signale dahingehend, dass unsere rund 4500 Vereine nach dem Training mit Körperkontakt nun auch bald wieder Test- und Freundschaftsspiele durchführen können. Auch die Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Spielzeit soll in einem nächsten Schritt demnach zum 1. September möglich sein." Mit dieser Aussage auf der Homepage des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) hat Präsident Rainer Koch bei den Vereinen auch in Oberfranken Hoffnungen geweckt, dass der Ball zumindest bei Test- und Freundschaftsspielen bald wieder rollen kann. Tags zuvor war Koch auf seiner Facebook-Seite sogar noch konkreter geworden. Er schrieb: "Sicher ist noch nichts - der BFV hat die Entscheidung nicht in eigenen Händen -, aber es gibt in den letzten Stunden nach einigen informellen Kontakten erste vorsichtige Zeichen, dass kommende Woche die Freigabe für Vorbereitungsspiele erteilt werden könnte: Das Innenministerium hat - trotz noch entgegenstehender allgemeiner Regelungen - erste Freundschaftsspiele im Einzelfall unter Auflagen genehmigt, so am Mittwochabend das Spiel des SV Heimstetten gegen Olympique Marseille. Jetzt setze ich darauf, dass die Staatsregierung in der nächsten Woche die gesetzlichen Bestimmungen so verändert, dass Freundschaftsspiele im bayerischen Amateurfußball danach generell erlaubt werden und die virusbedingten Auflagen für die Vereine auch erfüllbar sind. Die Re-Start-Pläne des BFV sehen weiterhin vor, dass die aktuell unterbrochene Saison 2019/20 im September fortgesetzt wird. Die dazu erforderlichen Hygienekonzepte des Verbandes sind bereits in Arbeit. Natürlich müssen dies die staatlichen Vorgaben dann auch wirklich erlauben."

Soweit die Ausführungen Kochs. Das für den Sport zuständige bayerische Innenministerium dagegen hielt sich auf Nachfrage unserer Zeitung sehr bedeckt, wich mehreren konkreten Fragen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus, übte sich nur in Allgemeinplätzen. So verwies Pressesprecher Oliver Platzer darauf, dass seit dem 8. Juli 2020 weitere bedeutsame Öffnungsschritte im Sport wirksam geworden seien. Neben dem Wettkampfbetrieb für kontaktfrei betriebene Sportarten in geschlossenen Räumen sei auch das Training mit Körperkontakt wieder zugelassen, sofern in festen Trainingsgruppen trainiert werde. Über weitere Öffnungsschritte wie etwa die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs von Sportarten mit Körperkontakt und die schrittweise Zulassung des Sport- und Wettkampfbetriebs mit Zuschauern, werde der Ministerrat befinden. Die Entscheidung sei von den Erfahrungswerten der Öffnungsschritte in den vergangenen Wochen und einem diesbezüglich einhergehenden Infektionsgeschehen abhängig. "Wir bitten um Verständnis, dass wir den aktuellen Überlegungen in dieser Thematik nicht vorgreifen können und bitten Sie hierzu noch um etwas Geduld", heißt es abschließend in der Mitteilung des Ministeriums.

Gerne hätten wir vom Innenministerium auf folgende Fragen eine Antwort bekommen:

- Ist der Starttermin 1. September aus Sicht des Ministeriums haltbar, oder will man in Bayern das Ferienende abwarten und dann womöglich erst zum 1. Oktober einen Re-Start erlauben?

- Wenn es einen Re-Start zum 1. September geben sollte, müssten ja mindestens vier Wochen zuvor Testspiele (egal, ob mit oder ohne Zuschauer) erlaubt sein?

- Punkt- oder auch Testspiele machen wohl nur einen Sinn, wenn auch die Kabinen und Duschen wieder entsprechend nutzbar sind. Viele Vereine können die Abstandsregeln in ihren Duschen und Umkleidekabinen doch gar nicht einhalten. Wie steht das Ministerium dazu?

- Bei uns in Nordostoberfranken gibt es schon einige Hinweise, dass Fußballmannschaften aus der Region nach Tschechien oder Thüringen ausweichen, um dort Testspiele zu bestreiten - entweder gegen oberfränkische Gegner oder Mannschaften aus Thüringen oder Tschechien. Ist das aus Sicht des Ministeriums o.K.? Sowohl in Thüringen als auch in Tschechien sind ja Spiele mit Zuschauern wieder möglich.

- Wann ist mit dem nächsten Corona-Update der Staatsregierung in Sachen Amateursport zu rechnen?

Leider erhielten wir auf all diese Fragen nicht eine konkrete Antwort.

Ungeachtet dessen strahlen die BFV-Verantwortlichen weiter Zuversicht aus. So betonte auch BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher: "Nach aktuellem Stand lässt die staatliche Verfügungslage in Bayern nur ein Training mit Körperkontakt zu, aber noch keine Vorbereitungsspiele. Das sollte sich jedoch in der kommenden Woche ändern, sodass eine geregelte Vorbereitung gesichert ist - so zumindest unsere Informationen. Bis zur Entscheidung aber braucht es noch etwas Geduld." BFV-Präsident Koch wollte sich dann offenbar doch nicht so weit aus dem Fenster lehnen, schränkte ein: "Wir alle müssen bedenken und respektieren, dass aber nicht wir als Verband diese Entscheidung treffen, sondern die Staatsregierung."

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Bernd Nürnberger

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2020
18:08 Uhr

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23. 07. 2020
18:08 Uhr



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