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Audi-Motorsportchef Gass: Sind nicht der Totengräber der DTM

Audi-Motorsportchef Dieter Gass empfindet die Kritik an seiner Marke nach dem angekündigten Ausstieg aus der DTM als unfair. An eine Zukunft der Rennserie glaubt der 57-Jährige eher nicht. DTM-Chef Gerhard Berger denkt aber nicht ans Aufgeben.



Dieter Gass
Will das DTM-Engagement mit der Meisterschaft beenden: Audi-Motorsportchef Dieter Gass.   Foto: Uwe Anspach/dpa

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hat die Kritik nach dem angekündigten Ausstieg der Volkswagentochter aus dem Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) zurückgewiesen.

«Uns vorzuhalten, dass wir der Totengräber der DTM seien, finde ich ziemlich unfair. Wenn Audi nicht gewesen wäre, wäre die DTM schon viel früher beendet worden», sagte Gass im Interview bei «Motorsport-Magazin.com». Audi hatte vor knapp zwei Wochen seinen Rückzug aus der Tourenwagenserie zum Ende der Saison bekanntgegeben.

Der 57-Jährige hatte einen schleichenden Tod der Rennserie schon nach dem Ausstieg von Mercedes nach der Saison 2018 befürchtet. Es sei klar gewesen, dass die DTM mit nur zwei Herstellern - neben Audi ist noch BMW am Start - nicht funktionieren würde. Den zwischenzeitlichen Einstieg von Aston Martin in der vergangenen Saison bezeichnet er als «Lückenfüller». Man könne darüber diskutieren, inwiefern das erfolgreich war und ob sie durch ihren Ausstieg der Totengräber wären.

Gass hofft noch auf einige Rennen in der DTM-Saison, die am 12. Juli auf dem Norisring ohne Zuschauer beginnen soll. «Wenn es 2020 die Rennserie DTM gibt, wollen wir auf alle Fälle dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Wenn möglich mit der Titelverteidigung, das ist unser Ziel», meinte Gass. Die letzte Saison hatte Audi-Pilot René Rast vorzeitig entschieden. Auch der Hersteller-Titel ging nach Ingolstadt.

Skeptisch und zugleich wehmütig blickt Gass in die Zukunft der Rennserie: «Ich würde mir gern wünschen, dass es weitergeht. Ich finde nach wie vor, dass in der DTM erstklassiger Motorsport geboten wird. Aber es wird mit Sicherheit sehr, sehr schwierig.»

Dagegen glaubt DTM-Chef Gerhard Berger fest an eine Zukunft des Tourenwagen-Masters. «Die Millionen von Fans, die hinter der Plattform stehen» würden ihn zuversichtlich stimmen, die Rennserie wieder flott zu bekommen.

Berger ist seit 2017 Chef der Serie. Auf die Frage, ob er momentan seine schwerste Zeit in der DTM erlebe, antwortete er: «Die Unterscheidung zwischen einer schweren oder leichten Zeit habe ich im Laufe meines Sport- und Geschäftslebens so nie getroffen. Es gibt immer Hürden, das ist das Leben», sagte der ehemalige Formel-1-Pilot der Deutschen Presse-Agentur. «Und wie groß die momentane Hürde sein wird, werden wir jetzt gemeinsam mit den Partnern klären.»

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
09. 05. 2020
15:34 Uhr

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09. 05. 2020
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