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Bottas vor Vettel in Suzuka - Mercedes holt Konstrukteurs-WM

Sebastian Vettel kann seine Pole Position in Japan nicht nutzen - ein Startfiasko kostet ihn die Siegchance. Vor Lewis Hamilton verteidigt der Ferrari-Star Rang zwei. Auch dank Gewinner Valtteri Bottas ist Mercedes erneut Teamweltmeister. Ihre Gedanken gehen an Niki Lauda.



Japan-Sieger
Mercedes-Pilot Valtteri Bottas (vorne) siegte in Japan vor Sebastian Vettel.   Foto: Toru Takahashi/AP/dpa » zu den Bildern

Sebastian Vettel verspritzte selbst nach seinem Startfiasko in Suzuka anerkennend Champagner mit den erneuten Formel-1-Teamweltmeistern Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Trotz Pole Position büßte der Ferrari-Pilot im Reifenpoker von Japan auch seine allerletzten theoretischen WM-Chancen ein und erkannte dann die Leistung der Silberpfeile an. «Sie sind sehr nah an der Perfektion, sie sind sehr beständig und machen nur wenige Fehler», räumte Vettel nach seinem zweiten Platz am Sonntag ein.

In einem packenden Zweikampf kurz vor Schluss hielt der 32 Jahre alte Heppenheimer Weltmeister Hamilton im zweiten Mercedes immerhin noch hinter sich. Den makellos fahrenden Grand-Prix-Gewinner Bottas hatte Vettel nach seinem verschlafenen Start längst aus den Augen verloren. «Das war mein Fehler, da habe ich das Momentum verloren. Das war ein echt schwacher Start», räumte Vettel vier Rennen vor dem Saisonende ein. «Insgesamt war es kein schlechter Tag, aber es hätte eben mit einem besseren Start ein bisschen besser werden können.»

Hamilton & Co. sicherten sich vorzeitig den sechsten Konstrukteurstitel nacheinander und skandierten freudetrunken den Queen-Hit «We Are the Champions». Die Silberpfeile egalisierten die Ferrari-Serie (1999 bis 2004) aus Michael Schumachers Hochzeiten und dachten im süßen Moment des Erfolgs an Niki Lauda. «Es ist nicht so wie früher, weil wir Niki verloren haben. Ich bin aber glücklich über die Leistung des Teams», antwortete Hamilton auf die Frage, wie sich der jüngste Mannschaftstitel im Vergleich zu den fünf zuvor anfühle.

Für die nächste ausgelassene Champagnerdusche könnte der Engländer im Idealfall schon in Mexiko in zwei Wochen sorgen, wenn er zum sechsten Mal Fahrer-Weltmeister werden will. 64 Zähler hat er Vorsprung auf Bottas, Vettel liegt schon unaufholbar 126 Punkte zurück. Mit der Zwei-Stopp-Strategie in Suzuka war Hamilton aber alles andere als zufrieden. «Wir hätten einen Doppelerfolg holen müssen», murrte er.

Vettel hatte sich zwar erst wenige Stunden vor dem Rennen durchaus überraschend den besten Startplatz gesichert, konnte das aber nicht wie gewünscht nutzen. Der Hesse verpatzte den Start und musste Bottas im Silberpfeil schon auf den ersten Metern vorbeiziehen lassen. Die Rennleitung untersuchte die Situation an der Ampel wegen eines vermeintlichen Frühstarts, doch Vettel wurde trotz kurzen Zuckens kein Fehler nachgewiesen. Er blieb unbestraft.

Noch schlimmer für Ferrari: Charles Leclerc kollidierte gleich in der ersten Runden mit Max Verstappen im Red Bull und schoss den Niederländer dabei von der Strecke. «Das war mein Fehler», räumte der Monegasse ein. Leclerc demolierte sich bei dem Zusammenprall den Frontflügel seines Wagens. Verstappen schied später angefressen aus.

Der von Position drei gestartete Bottas drehte nach dem Durcheinander zum Auftakt an der Spitze souverän seine Runden und erarbeitete sich einen Vorsprung. Hinter dem Finnen sortierten sich zunächst Vettel und Weltmeister Hamilton ein, während sich der zweimalige Saisonsieger Leclerc mühsam nach vorne arbeiten musste. Nach einer Zeitstrafe wegen des Unfalls mit Verstappen wurde er nur Siebter.

Vettel kam als erster der Topfahrer zum Reifenwechsel an die Box, kurz darauf folgte Bottas - und Hamilton übernahm so bis Runde 22 die Spitze. In der Qualifikation, die wegen des Taifuns Hagibis von Samstag auf Sonntag verlegt werden musste, hatte Mercedes noch hinter den Ferrari gelegen. Im fünftletzten Grand Prix der Saison nutzten sie die Fehler der Italiener aber einmal mehr clever aus.

Kurz vor der Halbzeit des Großen Preises waren auch Hamiltons Reifen unbrauchbar. Der 34-Jährige gab die Führung an seinen Stallrivalen Bottas ab. Dahinter kämpfte Vettel auf Rang zwei gegen Verfolger Hamilton - und büßte im Duell mit seinem Dauerrivalen Sekunde um Sekunde ein. Hamilton war trotzdem unzufrieden und wäre lieber mit den ganz harten Mischungen weitergefahren.

21 Umläufe vor Schluss tauschte Vettel zum zweiten Mal die Reifen und erhöhte den Druck auf das Mercedes-Duo, das erneut gemeinsam vorne lag. «Was muss ich machen, um dieses Rennen zu gewinnen?», fragte Hamilton im Boxenfunk. Eine Antwort bekam er aber nicht.

Zwar lag der fünfmalige Champion nach Bottas' zweitem Stopp zwischenzeitlich wieder vorne, doch auch er musste noch ein letztes Mal neue Pneus aufziehen lassen. Die Mehrfach-Weltmeister Hamilton und Vettel lieferten sich am Ende noch ein Duell, in dem sich der Deutsche knapp durchsetzte. «Sie sind aktuell das beste Team», erkannte Vettel an.

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dpa

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13. 10. 2019
11:55 Uhr

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