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Der VfB Stuttgart und die Chance in der Relegation

Den direkten Abstieg wie zuletzt vor drei Jahren hat der VfB Stuttgart verhindert - ob der Traditionsverein auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen darf, klärt sich aber erst in der Relegation. Wie es dort zugeht, weiß vor allem ein Profi.



VfB Stuttgart
Nach dem Sieg gegen VfL Wolfsburg geht der VfB Stuttgart positiv in die Relegation.   Foto: Sebastian Gollnow

Mit der Relegation kennt sich Daniel Didavi aus. Besser als jeder andere beim VfB Stuttgart. Nach 2017 und 2018 mit seinem Ex-Club VfL Wolfsburg geht es für den Fußball-Profi auch 2019 in zwei zusätzlichen Spielen um den Verbleib in der Bundesliga.

«Das ist wie ein Endspiel. DFB-Pokal-Finale, Champions League oder Relegation - das ist alles extrem wichtig», sagte Didavi nach dem 3:0 (1:0) des VfB gegen Wolfsburg und dem erreichten Etappenziel auf dem Weg zum Klassenverbleib. «Eine Relegation ist nie positiv, denn dann hast du keine gute Saison gespielt», sagte der 29-Jährige. «Für uns ist es aber doch eher etwas Positives. Der direkte Klassenerhalt war eh weg, so gesehen haben wir noch etwas erreicht.»

Ausgelassen gejubelt wurde in der Mercedes-Benz Arena aber nur bei den Toren von Gonzalo Castro (45.+1. Minute), Anastasios Donis (55.) und Daniel Didavi (83.) sowie kurz nach dem Schlusspfiff - danach richtete sich der Fokus sofort auf die anstehenden beiden Wochen. «Eine gewisse Erleichterung ist schon da. Letztendlich ist es aber nur das absolute Minimalziel, das wir erreichen - erst mal. Wir wollten und mussten», sagte Torwart Ron-Robert Zieler, der erst zum fünften Mal in dieser Saison kein Gegentor kassierte. «Es gibt noch keinen Grund, dass Euphorie ausbricht. Wir haben noch zwei brutal schwere Wochen vor der Brust, die wir uns selber eingebrockt haben.»

Nach dem Spiel beim FC Schalke 04 darf und muss Stuttgart nun am 23. und 27. Mai gegen den Tabellendritten der 2. Bundesliga eine völlig vermurkste Saison retten. Der von allen gelobte Interimscoach Nico Willig - eigentlich für die U19 zuständig, zu der er nach seiner Rettungsmission auch wieder zurückkehren soll - ist nach Tayfun Korkut und Markus Weinzierl der dritte Trainer. Und Thomas Hitzlsperger ist nach Michael Reschke der zweite Sportvorstand dieser Saison. 20 Niederlagen sind mehr als in der Abstiegssaison 2015/2016, nur 33 erzielte Tore unterbieten zudem den Wert von vor drei Jahren.

An der grundsätzlich enttäuschenden Spielzeit ließ Kapitän Christian Gentner, dessen Vertrag ausläuft und der einige «Baustellen» im Verein vorerst nur intern ansprechen will, deshalb auch keinen Zweifel aufkommen. «Wir haben 27 Punkte jetzt, da darfst du normal nicht in der Liga bleiben. Wir bekommen die Chance geschenkt mit der Relegation», sagte er.

Diese Chance muss der VfB nutzen. Dann hat Tim Walter die Gelegenheit, in der kommenden Saison einen Erstligisten zu trainieren. Zumindest indirekt bestätigte Hitzlsperger am Samstag schon vor dem Anpfiff im Sky-Interview das Interesse des VfB am Coach von Holstein Kiel.

Ob Walter bei einem Wechsel, für den Kiel wohl eine Million Euro Ablöse haben möchte, auch mit VfB-Urgestein Gentner arbeiten wird, ist offen. Auf die Frage, ob das Relegationsrückspiel sein letzter Auftritt im Trikot des VfB sein werde, antwortete der 33-Jährige: «Keine Ahnung. Es gibt ein paar Dinge, die passen mir nicht, die mir auch ein bisschen auf den Sack gehen. Aber auch das ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich kann und werde das jetzt nicht öffentlich thematisieren.» Denn der VfB Stuttgart und Gentner haben trotz des erreichten Zwischenziels Relegation noch immer viel zu verlieren.

Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
11:04 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
11:04 Uhr



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