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Dominik Koepfer feiert Tennis-Durchbruch auf großer Bühne

Einer, mit dem niemand gerechnet hatte, steht bei den US Open als erster Deutscher in der dritten Runde. Dominik Koepfer wird in Deutschland erst nach und nach populärer. In den USA fliegen sie dagegen schon extra für seine Spiele nach New York.



Qualifikant
Dominik Koepfer erreichte in New York die dritte Runde.   Foto: Adam Hunger/AP

Die Flugstrecke New Orleans - New York entwickelt sich in diesen Tagen wohl zu einer der beliebtesten in den USA.

Was nichts mit der großen Anziehungskraft der 8,5-Millionen-Metropole zu tun hat, sondern einem 25 Jahre alten ehemaligen College-Studenten geschuldet ist, der in diesen Tagen in New York für Furore sorgt. Dominik Koepfer heißt der junge Mann, der bis vor kurzem selbst den eingefleischten Tennisfans in Deutschland kein Begriff war.

Doch dann schaffte Koepfer zunächst den Sprung ins Hauptfeld von Wimbledon, wo er sogar die erste Runde überstand. Und nun hat sich der Linkshänder bei den US Open erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in die dritte Runde gespielt, die an diesem Freitag auf der imposanten Anlage in Flushing Meadows ausgetragen wird. Für Deutschlands Herren-Tennis-Boss Boris Becker ist Koepfer nun sogar ein Kandidat für den Davis Cup. «Auf jeden Fall, wir können jeden guten Spieler gebrauchen», sagte Becker mit Blick auf die Endrunde in Madrid Mitte November.

So langsam bekommen daher auch die deutschen Fans mit, dass es da einen Spieler gibt, der derzeit neben Jan-Lennard Struff für die positivsten Schlagzeilen aus deutscher Sicht sorgt. Dass Koepfer in New York aber auf eine stetig wachsende Fangemeinde bauen kann, liegt daran, dass er in den USA an der Tulane University in New Orleans aufs College gegangen ist.

Schon bei seinem Erstrunden-Sieg gegen den Spanier Jaume Munar waren rund 20 bis 25 Freunde aus New Orleans eingeflogen, um ihren alten College-Kumpel zu unterstützen. In der Drittrunden-Partie am Freitag werden noch einige dazu kommen. «Es ist Wochenende und Labour Day, da haben alle frei. Von daher werden sicher noch ein paar kommen», sagte Koepfer am Mittwochabend Ortszeit nach seinem 6:4, 6:4, 7:6 (7:2) gegen den Amerikaner Reilly Opelka.

Koepfer hat sich an der Tulane University pudelwohl gefühlt, genießt es, dass der Sport in den USA - und ganz besonders am College - eine riesige Bedeutung hat. «Mir fällt es schon ziemlich schwer, hier Deutsch zu reden», sagte Koepfer nach seinem Sieg in der folgenden Presserunde fast ein bisschen entschuldigend.

Doch der gebürtige Schwarzwälder meisterte auch dieses kleine Problem, so wie er auch gegen Opelka alle Hindernisse mühelos aus dem Weg räumte. Der 2,11-Meter-Riese aus den USA war eigentlich als klarer Favorit in die Partie gegangen. Der frühe Weltklasse-Spieler Brad Gilbert wunderte sich als TV-Experte immer wieder, was da im Louis Armstrong Stadium so vor sich ging. Denn mit druckvollem und präzisem Spiel ließ Koepfer dem US-Boy keine Chance und behielt auch dann die Nerven, als er im dritten Durchgang insgesamt vier Satzbälle abwehren musste.

Nervös war der «Pitbull», wie er wegen seiner bulligen Statur von 79 Kilogramm bei 1,80 Meter Größe genannt wird, nur am Mittag geworden, als er erfahren hatte, dass seine Partie wegen des schlechten Wetters und der Absage einer anderen Begegnung von einem Außenplatz in die zweitgrößte Arena verlegt worden war. «Das ist die größte Bühne im Tennis», schwärmte Koepfer.

Setzt der Linkshänder seinen aktuellen Lauf fort, dann werden noch einige große Bühnen folgen. Durch seine Erfolge von New York klopft Koepfer an das Tor zu den Top 100, das jetzt schon sichere Preisgeld in Höhe von 163 000 Dollar erleichtert die Planung für die kommende Zeit. «Das ist auf jeden Fall ein Durchbruch», sagte Koepfer, für den die US Open wegen seiner Collegezeit etwas ganz Besonderes sind.

Das Größte für ihn seien jedoch die French Open in Paris, erklärte er. «Weil ich da als Junge schon als Zuschauer war und als Zehnjähriger Rafael Nadal zugeschaut habe», berichtete Koepfer. «Und jetzt spiele ich mit ihm in einem Turnier, das ist schon sehr speziell.»

Veröffentlicht am:
29. 08. 2019
18:11 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
29. 08. 2019
18:11 Uhr



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