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«Eine ungewisse Zeit»: Basketball nach dem Alba-Meisterjubel

Nach dem geglückten Finalturnier in München stehen sowohl die Basketball-Bundesliga als auch Alba Berlin und der FC Bayern vor vielen offenen Fragen. Die Rückkehr der Zuschauer in Corona-Zeiten ist ungewiss, entscheidende Personalien sind ungeklärt.



Meister-Kapitän
Niels Giffey (M.) führte Alba zur Meisterschaft.   Foto: Christof Stache/AFP-Pool/dpa

Wenige Minuten nach der Gratulation und Kampfansage von Uli Hoeneß aus dem fernen München startete der kleine Meisterempfang für die Profis von Alba Berlin auf Gleis acht des Berliner Hauptbahnhofs.

Center Johannes Thiemann präsentierte den Fans in gebührendem Corona-Abstand die silberne Trophäe, die wartenden Anhänger sangen - mit Mundschutz. Glücklich über die erste Basketball-Meisterschaft seit zwölf Jahren und das Ende der gut dreiwöchigen Hotel-Quarantäne erreichten die Spieler 25 Minuten vor Mitternacht mit dem Zug aus München ihre sportliche Heimat.

Auch die Mini-Feier nach dem außergewöhnlichen Turnier zeigte, dass Normalität im Basketball vorerst noch weit entfernt ist. «Nach dem Turnier stehen uns wieder spannende Zeiten bevor», sagte Geschäftsführer Marco Baldi. «Wir werden noch viele Kopfschmerzen in den nächsten Tagen und Wochen haben - wahrscheinlich weniger wegen des Feierns - sondern weil wir in einer ungewissen Zeit leben.» Diese Baustellen gibt es im deutschen Basketball zu Corona-Zeiten:

BAYERN-ANGRIFF: Nach einem kurzen Seufzer zollte Uli Hoeneß Alba als Meister-Nachfolger des FC Bayern seinen Respekt. «Sie haben wirklich überragend während dieser drei Wochen gespielt und da muss ich ihnen gratulieren, denn sie haben die Meisterschaft verdient gewonnen», sagte der 68 Jahre alte Ehrenpräsident der Münchner in der Sendung «Blickpunkt Sport» des Bayerischen Fernsehens und stellte die Ambitionen des gestürzten Titelverteidigers klar: «Es liegt jetzt am FC Bayern, im nächsten Jahr wieder anzugreifen.» Nach dem Viertelfinal-Aus und einer enttäuschenden Saison ohne Titel oder Endspiel-Teilnahme müssen die Münchner wieder ihre Identität finden - ob Trainer Oliver Kostic weiter machen darf, ist äußerst fraglich.

NEUE SAISON: Als einziger Teamsport neben dem Profifußball haben die Basketballer ihre unterbrochene Spielzeit erfolgreich beendet. Noch ist offen, wann es wieder losgehen soll - ein Saisonstart bis spätestens Mitte Oktober und möglichst wieder mit Zuschauern wird angestrebt. «Wir werden relativ zeitnah mit den Clubs zusammenkommen und dann haben wir Fragen: Wann fangen wir an? Wie gehen wir mit Standards um?», sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz der Deutschen Presse-Agentur. Als mögliche Folge der Coronavirus-Krise ist derzeit beispielsweise offen, ob der Mindestetat von drei Millionen Euro pro Club ausgesetzt wird.

ZUSCHAUER: Um wieder vor Fans spielen zu können, entwickelt die Liga ihr strenges Hygiene- und Sicherheitskonzept weiter. «Es wird am Ende womöglich darauf hinauslaufen, dass manche Hallen mit 50 Prozent Kapazität spielen können und manche nur mit 20 oder 30 Prozent», sagte Holz. Zuschauereinnahmen sind für die Clubs überlebensnotwendig.

Für das Konzept 2.0 setzt die Liga wieder auf die Expertise von Florian Kainzinger, der auch den Deutschen Fußball-Bund bei Diagnostik/Tests berät und Projektleiter der Deutschen Fußball Liga in diesem Bereich ist. «Wenn die Situation in Deutschland so wie heute ist, dann können wir mit guten Konzepten überzeugen», sagte Kainzinger mit Blick auf das Pandemiegeschehen. «Und die Arbeit muss jetzt gemacht werden, dafür sind die Sommermonate da, um die Vereine, die Ligen und die einzelnen Hallen und Stadien darauf vorzubereiten.»

WARTEN AUF AITO: Auf der Busfahrt zum Münchner Bahnhof lauschte Alba-Trainer Aito Garcia Reneses im blauen Double-Shirt lachend den Gesangsdarbietungen seiner Spieler. In der dritten Saison hat der 73 Jahre alte Spanier seine Berlin-Ära mit dem Meistertitel nach dem Pokalsieg gekrönt. Ob er ein Jahr dranhängt, ließ er offen und verwies auf spätere Überlegungen. «Er ist ne Type. Ich glaube, er wird machen, wodrauf er in dem Moment Lust hat», sagte Kapitän Niels Giffey im ZDF-«Morgenmagazin». «Er ist in einem Alter, wo er das wirklich nur macht, weil er Basketball extrem liebt. Er ist mehr ein Professor als ein klassischer Coach, er ist besonders.»

© dpa-infocom, dpa:200629-99-601564/2

Veröffentlicht am:
29. 06. 2020
10:50 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 06. 2020
10:50 Uhr



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