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Ende für Wagners Bayern-«Reise» - China und Stielike locken

Sandro Wagner steht beim FC Bayern vor dem Abschied, China lockt. Als Tribünenhocker schiebt der vor der WM aussortierte Nationalstürmer mächtig Frust. James & Co. sind auch nicht zufrieden. Von Rückrundengewinner Goretzka gibt es eine Prognose.



Sandro Wagner
Sandro Wagner wird nach China wechseln, zum Club von Uli Stielike. Foto: Matthias Balk   Foto: dpa

Die Zeit der großen Sprüche von Sandro Wagner beim FC Bayern München neigt sich schnell dem Ende entgegen. Der achtmalige Fußball-Nationalspieler steht vor einem Wechsel nach China.

Nur ein Jahr nach seiner Rückkehr zum deutschen Fußball-Rekordmeister ist der Transfer des 31-Jährigen zum Erstligisten Tianjin Teda mit Trainer Uli Stielike laut «Bild»-Zeitung schon perfekt - im Gespräch ist ein gut dotierter Vertrag bis 2020.

Vom FC Bayern bekommt der Stürmer mit den starken Sprüchen und dem großen Ego offenbar keine Steine in den Weg gelegt, zumal der Wechsel für den eingeleiteten Umbruch einen Kaderplatz freimacht und ein paar Millionen in die Kasse bringt. Bei Trainer Niko Kovac spielte Wagner ohnehin keine Rolle. Gegen Hoffenheim (3:1) und beim Heimspiel gegen Stuttgart (4:1) war nicht einmal Platz im Kader und er hockte gefrustet auf der Tribüne.

Für rund zwölf Millionen Euro war Wagner vor einem Jahr nach jeder Menge Stationen im Profifußball in seine Geburtsstadt München zurückgekehrt. Zum zweiten Mal spielt er seitdem beim FC Bayern. «Eine lange Reise geht für mich zu Ende, ich komme wieder nach Hause zu meinem Verein, in meine Heimat», hatte Wagner bei seiner Rückkehr vor einem Jahr gesagt. Aktuell sieht es eher nach Kurzurlaub aus.

Die Aussicht auf einen Platz im WM-Kader ließ den Angreifer, beraten vom Karl-Heinz-Rummenigge-Sohn Roman, gerne die Backup-Rolle für Robert Lewandowski einnehmen. Wagner jubelte als deutscher Meister, trat vollmundig mit forschen Aussagen auf und bekam unter Trainer Jupp Heynckes auch ordentlich Einsatzzeit.

Doch danach ging es für den vor der WM aussortierten Angreifer abwärts. Die Ausbootung durch Bundestrainer Joachim Löw brachte Wagner mit seiner «offenen, ehrlichen und direkten» Art in Zusammenhang, wofür es Kritik von Löw und einen Rüffel von Bayern-Präsident Uli Hoeneß gab. Wagner hatte als Konsequenz nach seinem WM-Aus kurzerhand seine acht Spiele und fünf Tore lange Nationalmannschaftskarriere beendet - aber nach seinen Aussagen war er eh kein Thema mehr für Löw.

In der laufenden Saison stehen bei Wagner, dessen Bayern-Kontrakt bis zum 30. Juni 2020 läuft und der auch das Interesse anderer Clubs geweckt haben soll, lediglich zwölf meist kurze Pflichtspieleinsätze zu Buche. Ein Tor gelang nur im DFB-Pokal gegen Regionalligist SV Rödinghausen, als er das einzige Mal über die volle Spielzeit ran durfte. Zuletzt gab Kovac dem 18-jährigen Offensivspieler Alphonso Davies vor Wagner den Vorzug im Kader.

«Es ist natürlich extrem ärgerlich, wenn solche Spieler, die eigentlich auf dem Platz stehen wollen und den Anspruch haben, auf die Tribüne müssen. Aber es ist einfach eine geballte Qualität, die wir haben», sagte Rückrundengewinner Leon Goretzka. «Aber das wird sich auch wieder ändern.» Bessere Chancen auf eine Rückkehr in die Startelf haben James Rodríguez, Jérôme Boateng oder Renato Sanches, die - natürlich auch unzufrieden - auf der Bank Platz nehmen mussten.

Beim stolzen Kolumbianer James ist die Zukunft offen. Nachdem es beim WM-Torschützenkönig von 2014 lange geheißen hatte, dass die 42 Millionen Euro teure Kaufoption gezogen wird, äußern sich die Münchner mittlerweile auffällig zurückhaltend. Boateng, zuletzt von einer Erkältung gebremst, wäre im vergangenen Sommer fast schon bei Paris Saint Germain gelandet. Auch seine weitere Planung verspricht Spannung.

«Jeder Spieler, der bei Bayern München spielt, weiß, dass es einen harten, schwierigen Konkurrenzkampf gibt, dass der eine oder andere wichtige Spieler auf der Bank Platz nehmen muss», sagte Kapitän Manuel Neuer. «In der Mannschaft werden wir jeden Spieler brauchen.» Wagner nun allerdings offenbar nicht mehr.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 01. 2019
23:33 Uhr

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