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Sport

Experten üben Kritik am E-Sport-Rechtsgutachten des DOSB

Das ablehnende Gutachten des Deutschen Olympischen Sportbunds, den E-Sport als Sport anzuerkennen, stößt auf Kritik. Neben Spielforschern meldet sich jetzt auch die Politik zu Wort.



DOSB
Das Logo des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).   Foto: Britta Pedersen

Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weht scharfe Kritik bezüglich der rechtlichen Aberkennung des E-Sports als Sport entgegen.

Nachdem Spieleforscher der Berliner SRH Hochschule für Kommunikation und Design alle vom DOSB gegen den E-Sport ins Feld geführten Argumente als «obsolet und inhaltlich nicht haltbar» ablehnten, mehren sich auch in der Bundespolitik die Stimmen, den E-Sport an Konsolen und Computern rechtlich anzuerkennen.

«Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass jeder in Deutschland, der E-Sport betreibt, auch die Wertschätzung erfährt, die ihm gebührt, und nicht von Verbänden, die um Ihre Vormachtstellung fürchten, herabgesetzt wird», sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Unterstützung erhielt Bär vom Bündnis 90/Die Grünen. Deren medienpolitische Sprecherin Margit Stumpp sowie Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik, teilten mit: «eSport sollte die Gemeinnützigkeit nicht verweigert werden, weil er kein «klassischer Sport» ist. Das hat er mit Schach gemeinsam. Wir sollten die Vorteile des Vereinslebens, Gemeinschaft, Betreuung und nicht zuletzt Prävention, für den eSport öffnen.»

Zuvor hatten die Spieleexperten des Berliner Instituts für Ludologie, die zu allen spielwissenschaftlichen Phänomenen forschen, die vom DOSB verwendete Definition des Begriffs «Sport», die eine körperliche Tätigkeit voraussetzt, kritisiert.

«Der DOSB lehnt E-Sport ab, versucht dies nun aber anhand kruder Verengungen auf bestimmte Definitionsmerkmale hinsichtlich des Sportbegriffs auf rechtliche Beine zu stellen. Das macht in meinen Augen vor allem deutlich, dass der DOSB seine Felle davonschwimmen sieht», sagte Institutssprecher Timo Schöber. Der DOSB habe Angst, «dass der E-Sport an Fördertöpfe des klassischen Sports gelangen möchte.» Der DOSB sollte sich klar zum E-Sport als Sport bekennen.

Vor allem die Definition des Begriffes Sport durch die Körperlichkeit stellt das Institut mit Blick auf DOSB-Mitglieder wie Billard, Dart, Minigolf, Schach und Schützensport massiv in Frage. «Von einer umfassenden Körperlichkeit kann bei diesen Sportarten vollständig oder in Teilen weniger die Rede sein als beim E-Sport», hieß es in der Erklärung. Gerade beim Schützensport stelle sich die Frage, warum das Schießen mit echten Waffen für den DOSB sportethisch in Ordnung zu sein scheine, Shooter-Spiele wie «Counter-Strike» oder gar Strategiespiele wie «League of Legends» aber nicht.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
16:59 Uhr

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dpa

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28. 08. 2019
16:59 Uhr



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