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Fall Jatta: Clubs ziehen Einspruch gegen HSV-Spiele zurück

Einen Tag nach der Einstellung der Ermittlungen im Fall Bakery Jatta durch das Hamburger Bezirksamt ziehen auch drei Zweitligisten Bochum, Nürnberg und Karlsruhe ihre Einsprüche zurück. Die Causa scheint damit für den HSV erledigt. Der Vorstand ist erleichtert.



Bakery Jatta
Durchlebte strapaziöse Wochen: HSV-Profi Bakery Jatta.   Foto: Christian Charisius

Der Fall Bakery Jatta scheint für den Hamburger SV ausgestanden zu sein.

Der 1. FC Nürnberg, der Karlsruher SC und der VfL Bochum zogen ihre Einsprüche gegen die Wertung ihrer Zweitliga-Spiele gegen den HSV zurück, teilten die drei Clubs mit. Wenig später gab der Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass das DFB-Sportgericht die Einspruchsverfahren abgeschlossen hat.

«Damit bleiben die Spielwertungen bestehen, sind die Einspruchsverfahren vor dem DFB-Sportgericht mit Zustimmung des DFB-Kontrollausschusses abgeschlossen», hieß es in der Mitteilung des Verbandes. Einen Tag zuvor hatte das Hamburger Bezirksamt seine Ermittlungen gegen Jatta eingestellt und ausländerrechtliche Maßnahmen wegen der Zweifel an der Identität des Profis abgelehnt.

Beim Hamburger SV war die Erleichterung groß. «Das ist ein guter Tag für Bakery Jatta, den HSV und seine Fans. Wir sind froh, dass sich alle Clubs nach der schnellen Arbeit der Hamburger Behörden wieder auf Fußball statt auf Paragraphen konzentrieren können», heißt es in einer Stellungnahme des Vorstandes. «Wir wünschen uns insbesondere für Bakery Jatta, dass wir jetzt endlich wieder zur Normalität zurückkehren können.»

Die Nürnberger nannten als Grund für ihre Rücknahme des Einspruchs, dass mit der Entscheidung der zuständigen Behörde «sich die sportjuristische Frage für den Club geklärt» habe und sie keine Veranlassung mehr sehen, «den Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund gegen die Spielwertung» aufrechtzuerhalten. Ähnlich äußerten sich auch die beiden anderen Vereine.

«Dem KSC ging es zu jedem Zeitpunkt ausschließlich darum, den Verein vor einem etwaigen Wettbewerbsnachteil zu schützen. Wir sind froh, dass sich die Angelegenheit jetzt für alle Beteiligten im positiven Sinne entwickelt hat und wünschen insbesondere Bakery Jatta nach dieser für ihn sehr schwierigen Zeit nur das Beste», hieß es vom KSC.

«Wir bedauern es sehr, dass die Diskussionen um Bakery Jatta in den vergangenen Wochen besonders emotional geführt wurden. Die Anfeindungen gegen ihn wie auch die populistische oder parteipolitische Instrumentalisierung verurteilen wir auf das Schärfste», teilten die Bochumer in einer Presseerklärung mit.

Laut einem Bericht der «Sport Bild» soll es Zweifel an Jattas Identität gegeben haben. Demnach soll er einen anderen Namen haben und älter als von ihm angegeben sein. Der Gambier war 2015 nach Deutschland geflüchtet und lebte zunächst in der Nähe von Bremen. Seit 2016 spielt er für den HSV und hat noch einen Vertrag bis 2024. Sein Club hatte stets deutlich gemacht, hinter Jatta zu stehen.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hatte seine Ermittlungen gegen den Stürmer schon am Vortag eingestellt. «Aus den dem Bezirksamt vorliegenden Unterlagen gehen keine belastbaren Anhaltspunkte hervor, die ausländerrechtliche Maßnahmen begründen würden», hatte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann mitgeteilt. «Die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben» hätten sich demnach «im Rahmen der Anhörung nicht bestätigt».

Auch der Kontrollausschuss des DFB hatte die Causa Jatta geprüft und am 15. August unter anderem den Spieler befragt. Ermittlungen von Polizei oder Staatsanwaltschaft gegen Jatta gab es nicht.

Während der gesamten Zeit der Ermittlungen beim Bezirksamt und durch den DFB setzte der HSV den Stürmer in den Punktspielen mit Hinweis auf dessen Spielberechtigung ein. Die Nürnberger (0:4), der VfL Bochum (0:1) und der Karlsruher SC (2:4) hatten Widerspruch gegen ihre Niederlagen eingelegt und dies mit dem Einsatz Jattas begründet.

Hannover 96 hatte hingegen keinen Protest gegen das 0:3 am vergangenen Sonntag in Hamburg eingelegt. Jatta erzielte dabei den Treffer zum Endstand. Auch Stadtrivale FC St. Pauli hatte mit Blick auf das Derby am 16. September schon angekündigt, ebenfalls auf einen Widerspruch zu verzichten.

Der HSV-Vorstand bedankte sich ausdrücklich «bei den Clubs aus Darmstadt, Chemnitz, Hannover und dem FC St. Pauli, die durch ihren vollzogenen oder angekündigten Verzicht auf Einspruch ihr Verständnis für Fairplay und Sportlichkeit ausgedrückt haben». Gleiches gelte für Trainer, Verantwortliche und weitere Menschen aus dem Sport, die ihre Haltung eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht haben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 09. 2019
17:53 Uhr

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03. 09. 2019
17:53 Uhr



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