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Frankfurter Europa-Reise endet: Halbfinal-Aus gegen Chelsea

Eintracht Frankfurt liefert wieder einen großen Kampf. Am Ende reicht es dennoch nicht für das Finale. Ein Verteidiger und ein Stürmer der Hessen zeigen im Elfmeterschießen Nerven. Gefeiert wird das Team trotzdem.



Purzelbaum
Sebastian Rode (r) trennt Chelsea-Torschütze Loftus-Cheek unsanft vom Ball.   Foto: Arne Dedert » zu den Bildern

Die Spieler von Eintracht Frankfurt suchten nach dem nächsten denkwürdigen Europacup-Abend Trost und ließen sich minutenlang von ihrer Fans mit lauten Gesängen aufbauen.

Der FC Chelsea hat die Fußball-Festspiele der Hessen in der Europa League in einem Elfmeter-Krimi beendet und den Traum vom ersten Finale der Eintracht in einem internationalen Wettbewerb seit 39 Jahren platzen lassen. Eine Woche nach dem 1:1 im Hinspiel gewannen die Londoner das zweite Halbfinal-Duell an der heimischen Stamford Bridge im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1, 1:1, 1:0) und dürfen sich nun auf das Endspiel am 29. Mai im aserbaidschanischen Baku freuen.

Chelsea-Torhüter Kepa parierte die Elfmeter von SGE-Verteidiger Martin Hinteregger und Stürmer Gonçalo Paciência und wurde nach dem entscheidenden Treffer von Eden Hazard von seinen Mitspielern euphorisch gefeiert.

Die Frankfurter waren dagegen unglücklich. «Viele Tränen sind geflossen, weil wir es heute einfach nicht verdient haben, dass wir ausscheiden», sagte Trainer Adi Hütter. «Wir können alle nur stolz sein, was wir gezeigt haben.» Außenverteidiger Danny da Costa sagte: «Es tut unglaublich weh. Elferschießen ist immer eine Lotterie, da kann es in die eine oder die andere Richtung kippen.» Der 25-Jährige lobte die Fans: «Wenn man sieht, wie die Fans uns gefeiert haben, das war schon der Wahnsinn.»

Auch Sportvorstand Fredi Bobic war «traurig» und «enttäuscht». Er betonte bei RTL aber auch: «Man kann verdammt stolz sein auf die Truppe.» Er werde noch eine Weile brauchen, «um zu kapieren, was die Jungs hier abgerissen haben». Bobic sprach von einer «unglaublichen Willensleistung» und sagte: «Es war alles dabei, was den Fußball ausmacht.»

Nach den Aufholjagden des FC Liverpool und von Tottenham Hotspur in der Champions League, blieb das dritte Fußball-Wunder binnen drei Tagen zum Leidwesen der aufopferungsvoll kämpfenden Frankfurter aus. Ruben Loftus-Cheek hatte Chelsea, das in einem englischen Finale auf den FC Arsenal trifft, am Donnerstag in der 28. Minute vor 36.070 Zuschauern in Führung gebracht. Der Frankfurter Treffer von Luka Jovic (49.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich reichte der Eintracht nicht.

Hütter hatte vor der Partie unter dem Eindruck des 4:0-Sensationscoups der Liverpooler mit Coach Jürgen Klopp gegen den FC Barcelona am Dienstag auf das «Wunder von der Stamford Bridge» gehofft und angekündigt, seine Mannschaft werde «ein 100 Prozent anderes Gesicht» zeigen als beim 1:6-Debakel in Leverkusen am Sonntag. Und tatsächlich war die Eintracht anders als bei Bayer 04 von Beginn an hellwach und voll in der Partie. Lautstark angefeuert von seinen mitgereisten Fans versteckte sich der Außenseiter nicht. Von der befürchteten Müdigkeit war bei den Frankfurtern in der Anfangsphase nichts zu sehen, die SGE spielte nach vorne.

Schon in der vierten Minute hatte Jovic die erste Frankfurter Chance, köpfte nach einer Ecke aber genau in die Arme von Chelsea-Torwart Kepa. Auf der Gegenseite traf Olivier Giroud den Ball nach einer Willian-Flanke per Hacke nicht richtig (11.). Beide Teams boten Tempofußball und schnelle Angriffe. Nach einer knappen Viertelstunde hätte da Costa den mutigen Auftritt der Eintracht fast mit dem 1:0 belohnt. Seine technisch anspruchsvolle Direktabnahme lenkte Kepa jedoch reaktionsschnell über die Latte.

In der Defensive machte Frankfurt die Mitte zunächst gut dicht, über die Außenbahnen fand Chelsea jedoch Lücken. Erst scheiterte Giroud nach einer flachen Hereingabe von links aus spitzem Winkel an Eintracht-Keeper Kevin Trapp (23.), dann rettete Makoto Hasebe gegen einen Kopfball von David Luiz auf der Linie (24.). Auch das 0:1 fand seinen Ursprung auf dem Flügel. Eden Hazard, der anders als im Hinspiel von Beginn an dabei war, setzte sich an der Seitenlinie durch, spielte einen Steilpass auf Loftus-Cheek und der 23-Jährige schob den Ball unhaltbar in die lange Ecke.

Chelsea war nun klar überlegen und drängte die Eintracht nach hinten. Loftus-Cheek (39.) hätte den Vorsprung ausbauen können, doch es ging mit 0:1 aus Frankfurter Sicht in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schlug die Eintracht zurück. Frankfurt spielte plötzlich hohes Pressing und belohnte sich mit dem Ausgleich. Nach starkem Doppelpass mit Mijat Gacinovic blieb Jovic frei vor Kepa ganz cool. Der Serbe erzielte sein bereits zehntes Tor in dieser Europa-League-Spielzeit.

Das 1:1 gab der Eintracht zusätzliche Energie. Obwohl die Frankfurter bereits ihr 48. Pflichtspiel der Saison absolvierten, rannten und ackerten sie unaufhörlich. Doch auch Chelsea blieb gefährlich: Bei einem Flatterball des eingewechselten Davide Zappacosta hatte Trapp große Mühe (78.). In der Schlussphase hatten die Londoner Glück, dass César Azpilicueta nach einem rüden Foul gegen Gacinovic nicht die Rote Karte sah.

Der nach fünfwöchiger Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Sebastién Haller wäre in der Verlängerung fast zum umjubelten Frankfurter Torschützen geworden. Zunächst rettete David Luiz nach einem Schuss des Stürmers spektakulär auf der Linie (100.), fünf Minuten später war Zappacosta für seinen bereits geschlagenen Torhüter zur Stelle. Ein Treffer von Azpilicueta (116.) zählte nicht, weil der Chelsea-Kapitän Trapp nach Ansicht von Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien unfair im Fünfmeterraum angegangen war. So musste die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen.

Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
00:31 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
00:31 Uhr



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