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Sport

Hemd statt Rennanzug: Kittel macht Geheimnis um Zukunft

Die Endgeschwindigkeit von Marcel Kittel war bei der Tour de France einst das Grauen aller Rivalen. Doch in diesem Jahr nahm sich der Sprinter eine Auszeit - ob er überhaupt weitermacht, lässt er offen.



Marcel Kittel
Zu Gast bei der Tour: Marcel Kittel.   Foto: Patrick Reichardt

Den Rennanzug und das Fahrrad hat Marcel Kittel gegen ein feines Kurzarmhemd und ein Mikrofon getauscht. Ganz gelöst gab der deutsche Rekordsieger am Wochenende bei der Tour de France sein Debüt als ARD-Experte.

Wie es mit seiner so erfolgreichen Laufbahn nach seiner derzeitigen persönlichen Auszeit weitergeht, ließ der 31-Jährige aber erneut offen.

«Ich habe mich noch nicht festgelegt, weil es für mich noch eine Phase ist, in der ich mich besinnen möchte, wo ich hinwill», sagte Kittel. Zwei Monate nach der Vertragsauflösung bei Katusha-Alpecin bleibt damit ungewiss, ob Kittel überhaupt noch einmal als Profi aufs  Rad steigt. Bei seiner Stippvisite an diesem Wochenende schien es fast so, als ob Kittel daraus ein kleines Geheimnis machen würde.

Mit seiner enormen Endgeschwindigkeit hat der Thüringer einst 14 Tour-Etappen gewonnen und damit mehr als jeder andere Deutsche in der Geschichte des größten und bedeutendsten Radrennens der Welt. Seine Rückkehr nach Frankreich war trotzdem nicht geprägt von Wehmut, sondern von Stolz und Freude: «Ich habe sowohl meine Siege als auch das Aus im Vorjahr nicht vergessen, aber ich versuche mich auf das Positive zu besinnen.» Im Vergleich zum Mai, als bei der Trennung von seinem Team die Akkus leer schienen, wirkte Kittel wieder voller Freude und geladen mit positiver Energie.

Doch wie geht es weiter? Karriereende oder der nächste Angriff in einem neuen Rennstall? Manager Jörg Werner sagte der Deutschen Presse-Agentur, derzeit gebe es noch keine Verhandlungen mit Teams wie dem Tony-Martin-Team Jumbo-Visma. «Die Frage, die sich mir stellt, ist: Welche Möglichkeiten habe ich für 2020? Ich brauche die richtigen Leute um mich herum», sagte Kittel am französischen Nationalfeiertag in einer Medienrunde.

Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Martin machte gleich deutlich, wie gut er sich Kittel in dem aufstrebenden niederländischen Team, das bei der Tour Sieg um Sieg feiert, vorstellen könnte. «Marcel würde auch noch passen, auf jeden Fall. Er ist immer gut für die Stimmung», sagte Martin. Kittel bezeichnete das Team als «eine tolle Option» und fragte: «Wieso sollte das keinen Sinn machen?»

Kittel will die Tour, der er in den vergangenen Jahren so sehr den Stempel aufgedrückt hat, 2019 erstmal auf sich wirken lassen und frühestens danach eine Entscheidung treffen. Klar ist für ihn, der trotz Auszeit auf dem Fahrrad mit Freunden durch Frankreich fährt und dies in den sozialen Medien dokumentiert, dass sein neues Team nicht mehr so sein darf wie die Katusha-Alpecin-Mannschaft. «Ich möchte einen Partner haben, der versteht, wie ich Top-Sport betreiben möchte», sagte Kittel und verteilte damit auch einen Seitenhieb in Richtung seines Ex-Teams.

Sportlich war Kittel in den vergangenen Jahren eine Wundertüte. In Top-Form war er von fast keinem Sprinter der Welt zu schlagen, in schlechteren Zeiten wirkte er völlig außer Form. 2013, 2014 und 2017 gewann er mindestens vier Tour-Etappen, dazu gesellten sich mit 2015 und 2018 aber auch zwei echte Seuchenjahre. Auch 2019 ist quasi abgehakt.

Immerhin privat blickt Kittel einer tollen Zeit entgegen. Gemeinsam mit seiner Freundin Tess von Piekartz erwartet der Radprofi im November sein erstes Kind. Der Nachwuchs im Hause Kittel soll aber nicht den entscheidenden Einfluss auf die Karriere des zukünftigen Familienvaters haben. «Papa zu werden, ist sicherlich ein Riesenausblick für mich», sagte er. Das Kind habe aber «keinen Einfluss auf die Höhe des Feuers, das in mir brennt.»

Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
14:25 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
14:25 Uhr



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