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Hummels nach Bayern-Watschn: BVB «keine Top-Truppe»

Same procedure as every year: Borussia Dortmund kommt nach München und holt sich eine Packung ab. Das löst Kopfschütteln bei Trainer Favre und Klartext von Führungsspieler Hummels aus.



Ersatzkapitän
Nach der Niederlage wechselt BVB-Ersatzkapitän Mats Hummels (15) einige Worte mit Bayern-Torjäger Robert Lewandowski (r).   Foto: Matthias Balk/dpa

Für eine kurze Umarmung und ein paar geflüsterte Worte mit Franck Ribéry unterbrach Mats Hummels die schonungslose Analyse des Dortmunder Debakels.

Die früheren Bayern-Kollegen begrüßten sich im Bauch der Münchner Arena herzlich. Danach setzte der Ersatzkapitän des BVB seine Klartext-Rede mit lauter Stimme fort.

«Es ist ein Zeichen für uns, dass wir selber keine Top-Truppe sind», konstatierte Hummels nach dem 0:4 seiner Borussia in München. «Wir können eine sein an unseren guten Tagen. Aber eine absolute Top-Mannschaft ist das auch an den schlechten Tagen. Das schaffen wir eben bisher vor allem auswärts zu selten abzurufen.»

In der ersten Hälfte rettete der von Joachim Löw ausgemusterte und auch in der aktuellen DFB-Abwehrnot nicht reaktivierte Hummels vor den Augen des Bundestrainers in höchster Not. Am Ende unterlief dem Weltmeister von 2014 ein Eigentor zum Endstand. Im Vorfeld war von BVB-Manager Michael Zorc «Männerfußball» gefordert worden. Den zeigten nur die Münchner. Die Borussia agierte dagegen - wie so oft in der Allianz Arena - wie eine eingeschüchterte Juniorentruppe.

«Ab der 15. Minute war es von uns nix mehr, da waren wir die klar unterlegene Mannschaft. Bayern war besser in allen Belangen und hat verdient gewonnen, eventuell sogar in der Höhe. Aber das ist mir ehrlich gesagt schnuppe, ob es vielleicht zu hoch ausgefallen ist oder nicht», sagte der im Sommer nach drei Jahren in München zur Borussia zurückgekehrte Hummels. «Wir waren definitiv nicht gut genug, um hier zu bestehen.» Das 0:4 sorgte dafür, dass die Münchner den BVB in der Tabelle aus den Champions-League-Plätzen drängten.

Trainer Lucien Favre schüttelte immer wieder den Kopf, als er die nächste Watschn in München zu erklären versuchte. «Wir waren klar nicht da. Eine sehr, sehr schwache Leistung», haderte der Schweizer und wirkte ratlos. «Man hat es gesehen: Es war viel zu wenig, viel zu wenig.» Den nach muskulären Problemen aufgebotenen Jadon Sancho nahm er nach nur 36 Minuten vom Platz. War er verletzt? Der Dortmunder Trainer schüttelte weiter nur den Kopf. «Er war einfach nicht gut genug, er war nicht verletzt», sagte der fassungslose Favre.

In der zweiten Hälfte ging der 62 Jahre alte Coach durch die Hereinnahme von Paco Alcácer und Marco Reus volles Risiko. Geholfen hat es nicht. Reus tat der Einsatz auch gesundheitlich nicht gut. Der Kapitän musste am Sonntag seine Teilnahme an den EM-Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft gegen Weißrussland und Nordirland wegen anhaltender Sprunggelenksprobleme absagen.

Reus und Hummels können in der Länderspielpause also vorangehen, wenn auch die sechste üppige Liga-Niederlage in München am Stück mit 3:26 Toren aufgearbeitet wird. Hummels vermisste bei seiner Mannschaft vor allem das «Dagegenhalten» in den Zweikämpfen: «Dagegenhalten, wenn der Gegner körperlich voll da ist.» Das werde sich nur ändern, wenn die BVB-Profis in Zukunft «etwas härter gegen sich selbst werden».

Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Hummels lieber in der Münchner Kabine gewesen wäre. Zumal nach dem Aus von Niko Kovac jetzt der frühere Weltmeister-Weggefährte Flick das Sagen hat. Gast war dort am Samstag der langjährige Münchner Flügelstar Ribéry. Der im Sommer vom FC Bayern verabschiedete Franzose spielt mittlerweile für den AC Florenz. Dort muss er nach einer Roten Karte gesperrt pausieren - und nutzte die Pause zu einem Abstecher nach München. Und sah dort das, was in der Bundesliga zuletzt immer passierte, wenn Dortmund kam: Einen klaren Sieg seiner geliebten Bayern.

Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
12:46 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
12:46 Uhr



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