Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Sport

Kandidat Keller als DFB-Hoffnungsträger

Der DFB feiert mit Angela Merkel die Grundsteinlegung für seine neue Akademie. Die Bundeskanzlerin weiß aber genau, dass am Freitag schon die zunächst noch wichtigere Weichenstellung ansteht. Die Kür des künftigen DFB-Präsidenten Keller nennt sie eine «kleine Revolution».



Grundsteinlegung
Bundeskanzlerin Agela Merkel (M) packt bei der Grundsteinlegung zur DFB-Akademie mit an. Foto: Boris Roessler   Foto: dpa

Im mintgrünen Blazer stand Angela Merkel im Frankfurter Nieselregen und packte mit an. Mit ihrer Putzkelle verteilte die Bundeskanzlerin höchstselbst Mörtel für den Grundstein der neuen Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der mal wieder in eine neue Ära starten will.

«Morgen findet so eine Art kleine Revolution hier statt», sagte Merkel zur bevorstehenden Wahl von Fritz Keller zum DFB-Präsidenten und erntete von der versammelten Fußball-Prominenz um Bundestrainer Joachim Löw einige Lacher.

Keller selbst befand sich am Donnerstag letztmals nur in der zweiten Reihe. Beim kollektiven Mörtelmischen war er noch nicht dabei. Auf dem riesigen Baugelände diskutierte und lachte der künftige Verbandspräsident mit UEFA-Spitzenfunktionär Theodore Theodoridis. Außer Merkel und Löw hielten noch einmal die Interimschefs Reinhard Rauball und Rainer Koch die Reden beim Festakt für das 150-Millionen-Euro-Projekt.

Kellers Wahl zum 13. DFB-Präsidenten und Nachfolger des im April gestürzten Reinhard Grindel am Freitag beim Bundestag gilt als sicher. Der 62 Jahre alte Spitzenwinzer und Clubchef von Bundesligist SC Freiburg soll dann als starker Mann für ruhige Zeiten beim von Krisen und Skandalen immer wieder erschütterten Verband sorgen.

«Ich habe großen Respekt vor dem Amt, der Aufgabe und dem, was vor mir steht. Ich kann nicht mehr machen, als alles zu geben. Wenn so viele Leute meinen, dass ich da was bewegen kann, dann mache ich das gerne», sagte Keller.

Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und dann auch noch dieses Jahr im April Grindel. Die letzten vier DFB-Präsidenten brachten ihre Amtszeiten aus den unterschiedlichsten Gründen in diesem Jahrtausend nicht regulär zu Ende. «Es ist bekannt, dass der DFB zum wiederholten Mal in eigentlich zu kurzer Zeit eine Vakanz auf diesem Posten hat», monierte DFL-Boss Christian Seifert als starker Mann der Profi-Fraktion. Auch Löw stellte fest, dass der DFB «die letzten Monate in einem unruhigen Fahrwasser» war.

Keller soll nun ein anderer DFB-Boss sein. Klar und hart auf Reformkurs, moralisch unbedingt integer, aber vor allem ein Vermittler zwischen den Fußball-Fronten. Die heterogenen Interessen im Riesengebilde DFB wird auch Keller nicht in Einklang bringen können. Er kann sie höchstens erfolgreich moderieren.

«Wir brauchen jemanden, der sowohl im Amateur- wie im Profilager Zustimmung finden kann, der allseits respektiert wird, der die Strukturen des Fußballs kennt und gleichzeitig über unternehmerische Fähigkeiten verfügt», beschrieb Kellers 1. Vizechef Koch die Erwartungen. «Wir glauben, dass wir in Fritz Keller den idealen Kandidaten gefunden haben. Wir brauchen einen Präsidenten, der aus dem Mittelkreis die Anstöße gibt.»

Als Lehre aus der Vergangenheit präsentiert der DFB auch seine Strukturreform. Alle Aktivitäten der wirtschaftlich relevanten Bereiche - auch die der Nationalmannschaft - werden in einer GmbH nun komplett ausgegliedert. Starke Männer dort werden DFB-Direktor Oliver Bierhoff für die Nationalmannschaft und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sein. Keller hat als Präsident die Wahl, ob er diese als Aufsichtsratschef kontrollieren will oder im Präsidialausschuss des DFB e.V. einen Sitz einnimmt, um Tagespolitik und Reformvorhaben aktiver gestalten zu können.

«Was die Struktur angeht, geht Qualität vor Geschwindigkeit, sie muss wasserdicht sein», begründete Keller seine Entscheidung «in den operativen Bereich zu gehen.» Erst wenn «die Strukturen stimmen», will er den GmbH-Aufsichtsrat übernehmen. Die Richtlinienkompetenz wird in den Statuten zwar gestrichen, aber Keller will sich ohnehin vom kritisierten Allmachtsanspruch seiner Vorgänger distanzieren. «Eine One-Man-Show wird es mit mir nicht geben.»

Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
18:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundestrainer DFB-Bosse Deutscher Bundestag Deutscher Fußball-Bund Friedrich Curtius Fritz Keller Gerhard Mayer-Vorfelder Joachim Löw Oliver Bierhoff Rainer Koch Reinhard Grindel Reinhard Rauball SC Freiburg Theo Zwanziger Wolfgang Niersbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Künftiger DFB-Chef

25.09.2019

Akademie und neuer Boss: DFB beschwört Aufbruchstimmung

Der DFB steht vor zwei aufregenden Tagen. Die Grundsteinlegung für die Akademie und die Inthronisierung von Fritz Keller als neuem Präsidenten sollen den geplanten Neuanfang dokumentieren. Ob dieser gelingt, muss sich in... » mehr

Fritz Keller

24.09.2019

Neuanfang: Künftiger Chef Keller als DFB-Krisenmanager

Vier Präsidenten schieden beim DFB frühzeitig oder unfreiwillig aus dem Amt. Nun soll der Freiburger Fritz Keller den seit Jahren nach klarer Linie suchenden Verband auf Kurs bringen. Die Erwartungen an den Spitzenwinzer... » mehr

Fritz Keller

15.08.2019

DFB findet Chef-Kandidaten: Mit Keller aus der Krise

Wein & Fußball! Diese Leidenschaften erbte Fritz Keller von seinem Vater. Der preisgekrönte Gastronom soll nun die badische Provinz verlassen und den von einer Krise in die nächste stolpernden DFB anführen. Der Bogen spa... » mehr

Fritz Keller

20.08.2019

Hotel-Hopping für Keller - Rauball-Abschied gegen den Trend

Schon wieder gibt es eine Zäsur bei den Fußball-Spitzenfunktionären. Der designierte DFB-Chef Keller stellt sich den Vertretern der Amateurverbände und Profi-Clubs vor. Ligapräsident Rauball feiert einen mittlerweile ung... » mehr

Angela Merkel

26.09.2019

Merkel zu Gast bei Grundsteinlegung für DFB-Akademie

Vor riesigen Sandbergen hat der DFB die Grundsteinlegung seiner Akademie begangen. In gut zwei Jahren will der Verband die neue Zentrale beziehen. Für Angela Merkel ist das Millionenprojekt zukunftsweisend, Joachim Löw n... » mehr

Ex-DFB-Funktionäre

26.08.2019

Ehemalige DFB-Funktionäre müssen in Frankfurt vor Gericht

Die früheren DFB-Bosse Niersbach und Zwanziger müssen wegen der WM-Affäre 2006 nun doch auf die Anklagebank des Frankfurter Landgerichts - nicht aber Franz Beckenbauer. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Krampusse in Marktredwitz Marktredwitz

Krampusse begeistern Marktredwitz | 08.12.2019 Marktredwitz
» 74 Bilder ansehen

Q11 MGF pres. Froh und Hacke! Schwingen 06.12.2019

Froh und hacke in Schwingen: Q11 MGF | 07.12.2019 Schwingen
» 65 Bilder ansehen

EC Peiting - Selber Wölfe

EC Peiting - Selber Wölfe | 08.12.2019 Peiting
» 36 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
18:55 Uhr



^