Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER SelbGerch

Sport

Klopp-Schwärmereien und 2:2-Serie: Favre macht sich Druck

Nach drei Unentschieden in Folge ist Borussia Dortmund nur Achter. Und ausgerechnet, als die erste Kritik an Lucien Favre aufkam, erschien das Buch von Club-Chef Hans-Joachim Watzke. Nur ein Sieg gegen Gladbach kann für etwas Ruhe sorgen. Das weiß auch der Trainer.



Lucien Favre
Lucien Favre will unbedingt gewinnen gegen Mönchengladbach.   Foto: Patrick Seeger/dpa

Dass der Druck von außen gekommen sei, wird Lucien Favre nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht sagen können.

Als der BVB-Trainer mit Blick auf das Spiel gegen den Tabellenführer auf die Wichtigkeit eines Sieges hinwies, fügte er in 30 Sekunden gleich viermal das Wort «unbedingt» an. Mehr Druck kann man sich und seinem Team selbst eigentlich nicht machen. Und die Schwärmereien von Club-Chef Hans-Joachim Watzke für Ex-Coach Jürgen Klopp haben dank unglücklichen Timings auch noch für ein hausgemachtes Problem gesorgt.

Die Partie am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Favres Ex-Club dürfte tatsächlich wegweisend sein für den selbst ernannten Meisterschaftsanwärter aus Dortmund. Und auch für seinen Trainer. Dass im Borussia-Duell am 8. Spieltag der Tabellenführer aufläuft, haben sie in Dortmund durchaus für möglich gehalten. Allerdings hatten sie da sicher eher an sich gedacht. Nun, nach drei Unentschieden in Folge, kann der achtplatzierte BVB selbst mit einem Sieg noch nicht mal an der Borussia aus Gladbach vorbeiziehen.

Der BVB muss am Samstag also gewinnen. Unbedingt. Und es mehren sich im Umfeld auch die Stimmen derer, die sicher sind, dass auch Lucien Favre selbst tunlichst Ergebnisse liefern müsse. Die Kritik, die langsam gegen ihn aufkommt, hat der 61-Jährige durchaus registriert. Er hält sie offenbar für normal, aber auch für übertrieben. «Wenn es nicht gut läuft, weiß ich, wie es geht», sagte er: «Ich bin lange in der Branche. Leider ist es heutzutage so. Aber ich mache weiter und habe kein Problem damit.»

Auch dass in der Länderspiel-Pause rund um den BVB wieder mächtig von Jürgen Klopp geschwärmt wurde, wird Favre registriert haben. Der Ex-Coach hatte gemeinsam mit Watzke dessen Biografie vorgestellt. Und der BVB-Boss hatte darin verraten, dass er vor der Verpflichtung von «Wunschkandidat» Favre für alle Fälle erstmal Klopp angefragt habe. «Aki Watzke hat es sicher nicht mit Vorsatz gemacht», meinte der langjährige BVB-Abwehrchef Jürgen Kohler deshalb in der «Sport Bild»: «Aber unbewusst schadet er dem eigenen Trainer.»

Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, stellte im Interview der Zeitungen der Funke Mediengruppe vorerst klar, dass im Club «keine Trainerdiskussion» geführt werde. «Ich erlebe Lucien Favre weiterhin sehr aufgeräumt, mit klaren Vorstellungen», sagte Kehl. «Auch im vergangenen Jahr hat er auf mich einen ähnlichen Eindruck gemacht wie heute. Er geht seinen Weg, hat seine Arbeitsweise, von der er absolut überzeugt ist, und die uns im letzten Jahr auch so erfolgreich gemacht hat. Von dieser Arbeitsweise kehrt er nicht ab.»

Auch Michael Zorc hat Favre in den vergangenen Wochen mehrfach demonstrativ den Rücken gestärkt. Doch auch der Manager wird genau beobachten, wie der Verein und der Trainer durch die kommenden drei Wochen kommen. Mit dem Hammer-Programm zweimal gegen Gladbach (auch im DFB-Pokal), zweimal gegen Inter Mailand in der Champions League sowie gegen den Zweiten Wolfsburg, Erzrivale Schalke und Meister Bayern München in der Liga.

Vor dem ersten Gladbach-Spiel mahnte Zorc mehr Entschlossenheit und Konsequenz an, gab sich aber sonst demonstrativ gelassen. Die Gründe für zuletzt drei 2:2-Unentschieden in der Liga kenne man, versicherte er. «Man muss aber auch bedenken, dass manche Dinge unglücklich waren», sagte er: «Wenn sie häufiger passieren, versucht man Muster darin zu erkennen. Es ist aber wichtig, an die eigenen Stärken zu glauben.»

Sollte es am Samstag schief gehen, dürfte man vor dem Derby auf Schalke gespannt sein, für wie wichtig Favre dort einen Sieg erachtet. Eine Steigerungsform von «unbedingt» gibt es offiziell nämlich nicht.

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
18:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Borussia Dortmund Borussia Mönchengladbach Champions League DFB-Pokal FC Bayern München Hans-Joachim Watzke Inter Mailand Jürgen Klopp Jürgen Kohler Lucien Favre Michael Zorc Sebastian Kehl Sportbild
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Niederlage

24.10.2019

«Bübchenfußball»: Empfindlicher Rückschlag für den BVB

Rückschlag statt Trendwende - der schwache Auftritt beim 0:2 gegen Mailand macht dem BVB wenig Mut für das Revierderby gegen den FC Schalke. Vor allem für Trainer Lucien Favre wächst der Druck. Schlagzeilen über «Schatte... » mehr

Zu Fall gebracht

24.10.2019

Ideenloser BVB verliert bei Inter Mailand

Borussia Dortmund verliert in der Königsklasse bei Inter Mailand und ist die Tabellenführung los. Der BVB hat oft den Ball, weiß aber wenig damit anzufangen. Der erkrankte Marco Reus fehlt an allen Ecken und Enden. » mehr

Mann des Tages

20.10.2019

Erst Fieber, dann Siegtor: Sogar Rose freut sich für Reus

In den vergangenen Wochen war Kapitän Marco Reus bei Borussia Dortmund zum Gesicht der kleinen Krise geworden. Im Top-Spiel gegen Mönchengladbach schoss er nun das Siegtor - obwohl er beinahe nicht hätte spielen können. » mehr

Erfolgserlebnis

03.10.2019

Abwehrspieler als Torjäger: BVB feiert «Waffe» Hakimi

Viel Kampf, wenig Glanz. Anders als zuletzt in der Bundesliga bewies der BVB beim 2:0 in Prag Stehvermögen und brachte eine Führung ins Ziel. Für die nötigen Tore sorgte Achraf Hakimi, der normalerweise fürs Verteidigen ... » mehr

Lucien Favre

25.10.2019

Derby mit Risiken für BVB-Coach Favre

Der BVB geht mit Sorgen in das Revierderby gegen den FC Schalke. Nach dem 0:2 in Mailand steht das Team mächtig in der Kritik. Vor allem für Trainer Favre birgt das prestigeträchtige Spiel bedrohliche Risiken. » mehr

Lucien Favre

28.10.2019

Zwischen Blamagerisiko und Charakterfrage: Favoriten gewarnt

Es sind ein paar heiße Partien. Bayern in Bochum, Gladbach in Dortmund, Leipzig in Wolfsburg. Dazu nach dem 6:2 in der Meisterschaft die Cup-Auflage des Zweitliga-Duells Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart. Wer schafft ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Mario Barth in Hof Hof

Mario Barth in Hof | 15.11.2019 Hof
» 57 Bilder ansehen

Susi loves Black! Weißenstadt

Susi loves Black! | 15.11.2019 Weißenstadt
» 33 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim | 15.11.2019 Selb
» 34 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
18:25 Uhr



^