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Kosten für Berater-Honorare steigen

Die Kosten für Berater-Honorare im deutschen Profi-Fußball sind signifikant angestiegen. Das meiste Geld machte zuletzt Borussia Dortmund locker. Dass die gestiegenen Investitionen nicht immer zum Erfolg führen, bewies der VfL Wolfsburg.



Karl-Heinz Rummenigge
«Es ist absurd, dass die Clubs die Spielerberater bezahlen. Eigentlich müssten das die Spieler tun», kritisierte Rummenigge.   Foto: Sven Hoppe » zu den Bildern

Die deutschen Profivereine haben im vergangenen Jahr zusammen knapp 200 Millionen Euro für Spielervermittler ausgegeben - und damit mehr Geld, als 30 der 36 Erst- und Zweitligisten in einer Spielzeit an Umsatz erzielen.

Krösus Borussia Dortmund zahlte allein 40,9 Millionen Euro an Berater-Honoraren. Mit großem Abstand folgen Bayer Leverkusen (22,6 Millionen), Rekordmeister Bayern München (22,3) und der VfL Wolfsburg (21,6).

Die erstmalige Veröffentlichung der Finanzkennzahlen aller 36 Proficlubs durch die Deutsche Fußball Liga belegt die zunehmenden Provisionskosten für die Vereine bei der Verpflichtung neuer Spieler. Gaben die 18 Bundesligisten zwischen März 2015 und März 2016 noch 127 Millionen Euro für die Berater aus, waren es nun schon 169 Millionen Euro.

Gregor Reiter, Geschäftsführer der Deutschen Fußballspieler-Vermittler-Vereinigung (DFVV), verteidigte die steigenden Honorare. «200 Millionen Euro sind viel Geld. Aber es wird immer so getan, als würde keine Leistung dahinter stecken. Das ist Effekthascherei und Stimmungsmache, denn dem ist nicht so», sagte Reiter der Deutschen Presse-Agentur.

Er wies daraufhin, dass die Vereine das Geld nicht verschenken würden. «Wenn sie dies täten, würden sich die Verantwortlichen strafbar machen. Die Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit gezahlten Beraterhonoraren meines Wissens in Deutschland aber noch nie ermittelt», sagte der Rechtsanwalt.

Vielen Verantwortlichen ist die gängige Praxis dennoch ein Dorn im Auge. «Es ist absurd, dass die Clubs die Spielerberater bezahlen. Eigentlich müssten das die Spieler tun», kritisierte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon vor Jahren.

Reiter kann sich durchaus die Einführung einer Gebührentabelle mit der Möglichkeit einer nach oben offenen Verschiebung analog dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorstellen. Vor allem sei aber «eine Diskussion mit allen Beteiligten nötig, wie der Markt vernünftig geregelt werden kann». Dazu gehörten auch die Berater. Doch: «Mit uns wurde bisher seitens der FIFA nicht gesprochen.»

Seit der Weltverband FIFA im Jahr 2015 ein bis dahin gültiges Lizenzierungsverfahren für Spielervermittler abgeschafft hat, kann sich in Deutschland jeder als solcher betätigen, wenn er ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegt und eine Registrierungsgebühr von 500 Euro zahlt.

Dass man auch ohne horrende Beraterausgaben sportlich erfolgreich sein kann, bewies Fortuna Düsseldorf. Der vorjährige Bundesliga-Aufsteiger investierte mit 768.000 Euro das wenigste Geld in die Spielervermittler - und hielt dennoch souverän die Klasse.

Auch sonst förderten die von der DFL offen gelegten Zahlen teilweise erstaunliche Details zutage. So hatte der VfL Wolfsburg in der Saison 2017/18 mit rund 127 Millionen Euro zwar die dritthöchsten Personalkosten nach den Bayern (315 Millionen) und dem BVB (186,7 Millionen), landete aber dennoch nur auf Rang 16. «Wir hatten einen Kader, der für einen Relegationsplatz zu teuer war», räumte Wolfsburgs Finanz-Geschäftsführer Tim Schumacher am Mittwoch ein. Zudem machte der VfL mit 19,7 Millionen Euro den höchsten Verlust.

Die Clubs hatten sich im Dezember 2018 mit einer Zweidrittelmehrheit für eine Veröffentlichung ihrer Wirtschaftsdaten und damit mehr Transparenz ausgesprochen. Von den 18 Bundesligisten der kommenden Saison hatten beim Ergebnis vor Steuern 14 Clubs ein positives Ergebnis. Aufgelistet wurden die Zahlen überwiegend für die Saison 2017/18, nur bei vier Vereinen betreffen sie das Kalenderjahr 2018.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
16:55 Uhr

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30. 05. 2019
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