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Löw-Rede nach Corona-Pause - Negative Tests

Joachim Löw startet unter schwierigen Vorzeichen in sein 15. Jahr als Bundestrainer. Die Corona-Krise beschäftigt die Nationalmannschaft auch vor dem Neubeginn nach fast zehn Monaten Länderspielpause. Erst nach negativen Tests kann die Vorbereitung beginnen.



Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw auf dem Weg zum Trainingsplatz.   Foto: Christian Charisius/dpa

Joachim Löw marschierte noch mit der schwarzen Corona-Maske auf den Platz. Mit einer eindringlichen Rede schwor der Bundestrainer seinen Kader auf das schwierige Comeback nach der monatelangen Zwangspause ein.

Erst kurz vor der Ankunft auf dem Trainingsgelände war die offizielle Entwarnung gekommen: Alle Corona-Tests sind negativ. Die Vorbereitung auf die Nations-League-Spiele gegen Spanien und in der Schweiz durfte beginnen. Dennoch gab es gleich einen Ausfall. Der Dortmunder Nico Schulz musste mit Wadenproblemen abreisen.

Schon zur Mittagszeit waren für Löw bei der Ankunft im Teamhotel im noblen Stuttgarter Vorort Degerloch die gravierenden Einschränkungen in Zeiten der Pandemie deutlich spürbar geworden. Polizei patrouillierte in den engen Straßen. Riesige grüne Planen versperrten von der Waldseite den Blick auf das DFB-Quartier. Wo sich sonst Autogrammjäger am Hoteleingang drängen, verfolgte diesmal nur rund ein Dutzend Fans die Ankunft der Nationalspieler mit gehörigem Sicherheitsabstand. Immerhin ein Junge schaffte es trotz der Corona-Regeln bis ganz nah ran und bekam ein Selfie mit Kai Havertz.

«Sie können sich alle vorstellen, dass wir uns unglaublich freuen, dass auch wir wieder eingreifen können», sagte Löw. Noch vor dem ersten Training im ADM-Sportpark der in die Oberliga abgestürzten Stuttgarter Kickers war aber zunächst die medizinische Abteilung um Chefarzt Tim Meyer gefordert.

Für den Bundestrainer und seine 22 Spieler stand gleich der erste Corona-Test an - erst nach den negativen Ergebnissen war Training und Gruppenkontakt erlaubt. Neben Schulz fehlte bei der Übungseinheit auch Luca Waldschmidt, da er am Vorabend noch ein Testspiel für seinen neuen Club Benfica Lissabon absolviert hatte. Rund 40 Fans verfolgten die Trainingseinheit hinter einem Zaun gut 100 Meter vom Platz entfernt.

Auch Löw brauchte das Go des Doktors, um die Vorbereitung auf die Spiele der Nations League gegen Spanien am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in Stuttgart und am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Basel gegen die Schweiz aufnehmen zu dürfen. Ungewöhnlich langen redete er auf die im Halbkreis vor ihm postierten Akteure ein.

Auf dem Trainingsplatz fehlten auch einige bekannte Gesichter. Löw nominierte die vier Münchner Champions-League-Sieger Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry nicht. Auch die Leipziger Königsklassen-Halbfinalisten Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg bekommen vom Bundestrainer eine Pause.

«Da müssen wir einfach vorausschauend denken und handeln. Im nächsten Jahr an der EM werden wir alle gemessen», begründete Löw den freiwilligen Verzicht auf die Stammkräfte. Erstmals nach ihren Kreuzbandrissen wieder im Aufgebot sind hingegen die Münchner Leroy Sané und Niklas Süle. Vor ihrem Debüt im Nationaltrikot stehen Hoffenheims Torwart Oliver Baumann, der Gladbacher Florian Neuhaus und Robin Gosens von Atalanta Bergamo.

Das bislang letzte Länderspiel bestritt die DFB-Auswahl am 19. November 2019 beim 6:1 in der EM-Qualifikation gegen Nordirland. Die geplanten EM-Tests im März in Spanien und Italien fielen bereits wegen der Corona-Pandemie aus.

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist für DFB-Direktor Oliver Bierhoff eine große Erleichterung. «Wenn wir keine Länderspiele haben, bedeutet dies natürlich einen unglaublichen wirtschaftlichen Verlust für den DFB», sagte er der ARD. «Wir haben in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, so dass wir möglicherweise nicht wie manche Unternehmen eine Finanzspritze brauchten, wir könnten ein, zwei Jahre schon auch mit Schwierigkeiten leben, aber das ist schon heftig gewesen», sagte Bierhoff.

Löw will nun allen sportlichen Schwierigkeiten mit einem Mammut-Programm von acht Spielen in elf Wochen bis Mitte November trotzen und legt den Fokus auf den Sommer 2021. «Die alleroberste Priorität hat die EM im nächsten Jahr. Ich weiß, dass man nur siegen kann, wenn man geistig und körperlich frisch in das Turnier gehen kann. Nächstes Jahr die EM steht über allem», sagte er.

Dennoch will Löw die Nations League natürlich seriös bestreiten. Gerade nach dem Abstiegsdebakel vor zwei Jahren. «Die sportliche Wichtigkeit ist bei den Spielen natürlich gegeben, wir spielen gegen Spanien und die Schweiz. Die Nations League ist ein sehr guter Wettbewerb, die Mannschaften sind auf sehr hohem Niveau», betonte der Bundestrainer. Beim Premierenwettbewerb 2018 blieb die deutsche Auswahl gegen Frankreich und die Niederlande ohne Sieg. Nur weil die A-Liga von der UEFA von zwölf auf 16 Teams aufgestockt wurde, startet die deutsche Mannschaft weiter in der höchsten Wettbewerbsklasse.

© dpa-infocom, dpa:200830-99-366271/5

Veröffentlicht am:
31. 08. 2020
19:00 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
31. 08. 2020
19:00 Uhr



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