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Mourinhos Kehrtwende - Kane und Co. danken Pochettino

Nach fünf Jahren trennt sich Tottenham Hotspur von Trainer Mauricio Pochettino. Kurz darauf verkündet der Club seinen Nachfolger: José Mourinho. Die Verpflichtung des einstigen Starcoachs ist umstritten.



José Mourinho
Wird neuer Trainer bei Tottenham Hotspur: Jose Mourinho.   Foto: Martin Rickett/PA Wire/dpa

So schnell ändern sich die Zeiten. Hatte José Mourinho noch vor einigen Jahren ein Engagement in Tottenham kategorisch ausgeschlossen, war der exzentrische Coach plötzlich am Mittwoch mit einem Trikot der Spurs in den Händen auf dem Trainingsgelände des Premier-League-Clubs zu sehen.

Er freue sich, «zu einem Verein mit so großem Erbe und so leidenschaftlichen Fans zu kommen», wurde Mourinho vom Club zitiert, nachdem er wenige Stunden nach der Trennung von Mauricio Pochettino als Nachfolger verpflichtet worden war.

Gut elf Monate nach seinem unfreiwilligen Abschied bei Manchester United ist «The Special One» wieder da. Tottenham ist sein dritter Club in England, zuvor hatte er vor allem beim FC Chelsea erfolgreich gearbeitet. Damals hatte Mourinho auch getönt: «Ich würde diesen Job nicht annehmen, weil ich die Chelsea-Fans zu sehr liebe.» Aber Chelsea war gestern, nun also die Spurs.

Ob Mourinho von den Fans der Nord-Londoner ebenso geliebt wird wie sein Vorgänger, dürfte in erster Linie vom Erfolg abhängen. Zwar ging es unter Pochettino in den letzten Jahren stetig aufwärts, zu feiern gab es aber nichts. Das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool vor weniger als sechs Monaten ist noch in unschöner Erinnerung. Jetzt soll der einstige Titelsammler Mourinho den chronisch titellosen Spurs die erste bedeutende Trophäe seit Jahrzehnten beschaffen.

In der laufenden Saison dürfte das schwer werden. Nach dem Absturz auf Platz 14 und bei 20 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Liverpool geht es für die Spurs vor allem darum, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Am Samstag im London-Derby bei West Ham United beginnt Mourinhos Mission. Auch in Deutschland ist Mourinho schon bald zu sehen, wenn die Spurs am 11. Dezember in der Gruppenphase der Königsklasse beim FC Bayern München antreten.

Am Dienstagabend ging alles ganz schnell. In einer Mitteilung verkündete der Club das Ende der mehr als fünf Jahre währenden Ära Pochettino, nur wenige Stunden später wurde schon Mourinho als Nachfolger präsentiert. Die Verhandlungen mit dem Portugiesen, der einen Vertrag bis zum Sommer 2023 unterschrieben hat, sollen schon in den letzten Tagen stattgefunden haben. Laut einem Bericht der «Daily Mail» wird er 15 Millionen Pfund (17,5 Millionen Euro) pro Jahr und damit doppelt so viel wie sein Vorgänger verdienen.

Im Dezember 2018 war Mourinho bei Englands Rekordmeister Manchester United, mit dem er die Europa League und den Ligapokal gewonnen hatte, beurlaubt worden. Wie sehr er sich eine Rückkehr an die Seitenlinie wünschte, betonte er in einem Interview der italienischen «Gazzetta dello Sport» im vergangenen August. «Ich vermisse es», klagte der Ex-Coach von Real Madrid und Inter Mailand in einem kurzen Video - und hatte dabei sogar Tränen in den Augen.

Ob der streitbare Portugiese zu den unprätentiösen Spurs passt? Die Meinungen in England gehen auseinander. «Es gibt natürlich Bedenken, wie José und der Vorstand unseres Clubs zusammenarbeiten werden», schrieb der Fanclub «Tottenham Hotspur Supporters Trust» in einer Stellungnahme auf seiner Website. «Wir möchten vom Vorstand wissen, wie die langjährige Strategie hinter dieser Entscheidung aussieht.»

Sowohl der Fanclub als auch Anhänger in sozialen Medien kritisierten zudem die plötzliche Trennung vom beliebten Pochettino. «Der Sonnenkönig wird vom dunklen Herrscher ersetzt», schrieb die «Times» dazu. Vielen gilt Mourinho im Gegensatz zu Liverpool-Coach Jürgen Klopp und Manchester Citys Startrainer Pep Guardiola als Mann von gestern.

Doch es gibt auch positive Stimmen. «José Mourinho ist ein unglaublicher Trainer. Wenn ich Tottenham-Spieler wäre, würde ich mich freuen, wenn er käme», schwärmte der frühere Spurs-Profi Paul Gascoigne. Ob Harry Kane und Co. das so sehen wie «Gazza», ist fraglich. Viele Spieler haben auch und gerade wegen Pochettino langfristige Verträge unterschrieben.

«Ich kann diesem Mann nicht genug danken», schrieb Dele Alli. «Er hat mir so viel beigebracht.» Ähnlich äußerte sich Kane. «Ich werde Ihnen für immer dankbar sein, dass Sie mir geholfen haben, meine Träume zu verwirklichen», schrieb der Stürmerstar. «Sie waren mein Trainer, aber auch mein Freund.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
15:25 Uhr

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20. 11. 2019
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