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«Nicht Luka»: Neuer Spitzname und neue Rolle für Maxi Kleber

Maxi Kleber hat sich in seinem zweiten NBA-Jahr bei den Dallas Mavericks etabliert. Teamkollege Dirk Nowitzki gibt sich voll des Lobes. Verwechselt wird Kleber aber nicht mit dem zweiten Würzburger im Team, sondern mit einem anderen der Texaner.



Heimniederlage
Maximilian Kleber (l) blockt Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks. Dennoch verloren die Mavs.   Foto: Lm Otero/AP

Für seinen neuen Spitznamen ist Maxi Kleber auch ein wenig selbst verantwortlich. Immer wieder wird der deutsche Basketball-Nationalspieler von den Dallas Mavericks mit seinem slowenischen Teamkameraden Luka Doncic verwechselt.

Beim Verlassen des Hotels, außerhalb der Halle - «sogar während des Spiels ist es mal passiert», erinnert Kleber schmunzelnd. Der 27-Jährige erzählt seinem Wurftrainer Peter Patton von der Beobachtung, beim NBA-Auswärtsspiel in Cleveland lässt dieser direkt ein Shirt mit dem Aufdruck «Ich bin nicht» und dem Konterfei von Jungstar Doncic drucken. Kleber teilt ein Foto davon in den sozialen Netzwerken - und tritt damit erst recht eine Lawine los. Der örtliche TV-Sender Fox Dallas zeigt Bilder der beiden mit der Einblendung «Luka Doncic» und «Not Luka Doncic». «Jetzt ist es zum Running Gag geworden, jetzt habe ich gar keinen eigenen Namen mehr und die Leute nennen mich «Nicht Luka», berichtet Kleber in der Mavs-Kabine.

Dort sitzen sich die beiden Europäer vor ihren weißen Schrankspinden nur wenige Schritte entfernt schräg gegenüber. Zwar ist eine entfernte Ähnlichkeit der beiden barttragenden Athleten auch aus der Nähe nicht zu leugnen, sportlich haben sie aber unterschiedliche Rollen. Während Doncic vor dieser Saison mit großen Erwartungen als wertvollster Spieler der Euroleague nach Dallas kam und dort einen «Halleluka»-Hype ausgelöst hat, hat sich Kleber seinen festen Platz im Team hart erkämpft - und auch den zweiten Würzburger bei den Mavs begeistert.

«Ich wusste nicht, was ich von ihm zu erwarten habe, ich habe ihn vorher nie live spielen gesehen», sagt Nowitzki der Deutschen Presse-Agentur in Dallas. «Er ist sehr athletisch, kann alle Positionen verteidigen, er ist super schnell, sein Schuss ist solide. Ich glaube, er hat uns alle überrascht, als er hier ankam.»

Im Sommer 2017 trainieren beide zusammen vor Klebers NBA-Premierenjahr in ihrer texanischen Wahlheimat, für den Lehrling sind nicht nur die sportlichen Tipps «Gold wert»: «Für mich war es sehr wichtig, dass er mir viele Informationen gegeben hat», sagt der frühere Bundesligaprofi des FC Bayern. «Zum Beispiel, dass es eine lange Saison ist, dass man warten muss, geduldig sein muss.»

Schon seine ganze Karriere muss er immer wieder Durchhaltevermögen beweisen. Früh gilt Kleber als eines der größten deutschen Talente auf den großen Positionen, wird aber immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen. Seine erste NBA-Saison ist ein Auf und Ab - lange steht er sogar zu Beginn der Spiele auf dem Parkett, fällt aber auch zwischendurch wie viele Rookies in ein kleines Tief. Vor dieser Sommer kann er erstmals seit langem eine komplette Vorbereitung absolvieren - unter anderem bessere Wurfquoten aus der Distanz sind der Lohn.

Aktuell setzt ihn Rick Carlisle nach dem Abgang des ebenfalls 2,11 Meter großen, aber deutlich massigeren DeAndre Jordan in der Startformation als Center ein. Auch bei der 107:122-Heimniederlage gegen die Milwaukee Bucks stand Kleber am Freitagabend in der Starting Five. Der Nationalspieler erzielte elf Punkte, holte drei Rebounds und gab drei Assists. «Es ist ein anderer Ansatz für uns, es gibt uns mehr Möglichkeiten», sagt der Mavs-Coach und rühmt Klebers defensive Qualitäten: «Maxi kann auch blocken.» Offensiv punktet dieser vornehmlich mit Dreiern oder direkt am Korb.

Nach dieser Saison läuft Klebers Vertrag bei den Mavs aus, der Meister von 2011 ist zufrieden mit seinem zweiten deutschen Import. Die Chancen stehen gut, dass er sich seinen Kindheitstraum weiter erfüllen kann. «Im Alltag vergisst man das manchmal. Aber wenn dann die Familie und Freunde da sind und wir über NBA reden, über andere Spieler, dann begreift man: Hey, ich spiele in der gleichen Liga», sagt er mit leuchtenden Augen: «Ich freue mich da immer noch wie am ersten Tag wie ein kleines Kind.»

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2019
15:39 Uhr

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