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Perfekt: Klinsmann im Hertha-Aufsichtsrat

Jürgen Klinsmann ist zurück in der Bundesliga. Im Aufsichtsrat der Hertha KgaA. Eine spannende Konstellation. Für den Hauptstadtclub auch eine Chance im Kampf um Anerkennung. Der neue Großinvestor überweist weitere 99 Millionen Euro, um Hertha zum Topclub zu machen.



Jürgen Klinsmann
Kehrt in die Bundesliga zurück: Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann.   Foto: Robert Michael/zb/dpa

Hertha BSC bekommt mit Jürgen Klinsmann einen Imagebringer mit Siegermentalität - und weiteres Geld.

Gerade als neues Aufsichtsratsmitglied der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA bestätigt, verkündete der ehemalige Weltmeister und Ex-Bundestrainer im Stil eines Visionärs: «Ich freue mich, ab sofort Teil des spannendsten Fußball-Projektes in Europa zu sein. Zudem bei einem Verein, mit dem mich emotional viel verbindet.»

Manager Michael Preetz begrüßte den Klinsmann-Deal «denn ich habe ihn als jemanden kennengelernt, der ebenso wie wir zukunftsorientiert Dinge voranbringen möchte». Klinsmann steht seit seiner Berufung zum Bundestrainer 2004 als Visionär («Wir wollen Weltmeister werden») und Veränderer («Wir werden jeden Stein umdrehen») zugleich.

Jetzt will der 55-Jährige helfen, Hertha zu einem internationalen Big Player zu entwickeln, wie es Großinvestor Lars Windhorst vorhat. «Ich bin überzeugt, dass ich mit meinen Erfahrungen und auch mit meinem Netzwerk einiges einbringen kann, um diese Partnerschaft erfolgreich zu gestalten», erklärte Klinsmann.

In der aktuellen Saison sind die Berliner trotz des Trainerwechsels von Pal Dardai zu Ante Covic bisher hinter den erhöhten Erwartungen zurückgeblieben. Auch das öffentliche Interesse an Hertha hält sich weiter arg in Grenzen. Mit dem spektakulären Engagement von Klinsmann hofft Windhorst auch auf einen Prestigeschub.

Klinsmann Berufung in den Aufsichtsrat unterstreiche «die Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit unseres Engagements», betonte der Investor. Die von ihm geführte Tennor Holding überwies nach der ersten 125-Millionen-Zahlung nun weitere 99 Millionen Euro und erhöhte damit den Anteil an der Hertha KGaA auf 49,9 Prozent. Verbunden damit sind vier Plätze im Aufsichtsrat der Profisparte, der allerdings auf die wichtigsten Personalentscheidungen keinen Einfluss hat. Einen davon nimmt Klinsmann ein.

Dem derzeit nur zweitklassigen VfB Stuttgart hatte der Schwabe zuletzt als Präsidentschaftskandidat abgesagt. Für die immer wieder um Anerkennung in und über Berlin hinaus kämpfende Hertha will er nun sein Know-how zur Verfügung stellen. «Bei allen Gesprächen mit Lars Windhorst habe ich die Begeisterung, den Elan und das Vertrauen der Verantwortlichen gespürt», äußerte Klinsmann.

Der Wahl-Amerikaner, der vor dem Wechsel seines Sohnes Jonathan vor der Saison von Hertha zum Schweizer Club FC St. Gallen oft zu Besuch in der Stadt war, ist schon seit Jahren Hertha-Mitglied - vor allem aus Verpflichtung gegenüber seinem 2005 verstorbenen Vater Siegfried. Der war im 66 Kilometer von Berlin entfernten Eberswalde aufgewachsen und später als Hertha-Fan ins Schwabenland umgesiedelt.

Der Zeitpunkt für die besondere Personal-Präsentation ist perfekt gewählt: Bevor am Sonntag die Mitgliederversammlung steigt, steht an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) für die Berliner ein besonderes Spiel an. Es ist die Partie zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Sondertrikot, Aktionen in und um das Olympiastadion sind geplant. Und der Gegner heißt RB Leipzig. Der Verein, der knappe zwei Autostunden entfernt beheimatet ist, der von manchen geliebt, von anderen gehasst, aber praktisch von allen wahrgenommen wird. Und der dort ist, wo Hertha gern wäre: Oben in der Tabelle, mittendrin in der Champions League.

Und RB aus der «Heldenstadt» Leipzig, wo vor drei Jahrzehnten mit der friedlichen Revolution die politische Wende im Osten Deutschlands eingeleitet wurde, ist aktuell der klare Favorit. Hertha wartet seit drei Spielen in der Meisterschaft auf einen Sieg, während RB zuletzt dem 6:1 im DFB-Pokal gegen bis dahin ungeschlagene Wolfsburger die 8:0-Demontage des FSV Mainz 05 folgen ließ.

Trainer Ante Covic will und muss zurück in die Erfolgsspur. Den Hertha-Coach kennt Klinsmann bereits gut. Covic trainierte bis zu seiner Beförderung die zweite Hertha-Mannschaft, in der Klinsmanns mittlerweile 22 Jahre alter Sohn vor seinem Weggang nach zwei Berliner Jahren als Torwart spielte. Mit Manager Preetz pflegt Klinsmann seit Jahren ein enges Verhältnis.

Für Klinsmann bedeutet das Engagement bei der Hertha auch eine Rückkehr in die Bundesliga. Im April 2009 nach nicht einmal einer Saison war er als Bayern-Trainer entlassen worden. Danach hatte der ehemalige Profi dem Oberhaus den Rücken gekehrt und war von Juli 2011 bis November 2016 Nationaltrainer der USA.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
16:31 Uhr

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08. 11. 2019
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