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«Schmaler Kader»: Salihamidzic will gute Simmung im Team

Bei der Vorstellung des nächsten Weltmeisters verrät Bayerns Sportdirektor ein wichtiges Kriterium bei der Münchner Kaderplanung. Zu viele Stars können der «guten Stimmung» im Team schaden. Benjamin Pavard präsentiert sich als stiller Profi - aber mit klaren Zielen.



Benjamin Pavard
Weltmeister Benjamin Pavard (l) wird von Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic begrüßt.   Foto: Peter Kneffel

Am Ende der Vorstellung von Weltmeister Benjamin Pavard verriet Hasan Salihamidzic dann doch noch ein ganz wichtiges Kriterium bei der Kaderplanung des FC Bayern.

Der Sportdirektor wies in der aufgeregten Debatte um die Transferpolitik des deutschen Serienmeisters auf die hohe Bedeutung des internen Betriebsfriedens hin. Es wird nach den Erfahrungen des ersten Jahres unter Trainer Niko Kovac auch genau auf eine gesunde Anzahl an Stars geschaut.

Man wolle «gute Stimmung in der Mannschaft haben und nicht nur Theater», erklärte Ex-Profi Salihamidzic in der Münchner Arena angesichts der Gefahr unzufriedener Reservisten: «Darum dieser schmale Kader.» Murrende und beleidigte Topspieler auf der Bank gelten als klimaschädlich, beim Kaderumbau wird auch das aufmerksam bedacht. Neben den ehrgeizigen Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben sind auch Mats Hummels, James und Rafinha im Sommer gegangen. Und der unzufriedenen Ex-Stammkraft Jérôme Boateng hatte Präsident Uli Hoeneß mit Nachdruck einen Vereinswechsel nahegelegt.

Neuzugang Pavard dürfte eher kein Unruhestifter sein, zumindest präsentierte sich der 35 Millionen Euro Zugang vom VfB Stuttgart an seinem ersten Arbeitstag in München als stiller Zeitgenosse. «Ich bin ein sehr diskreter Typ», sagte der 23-Jährige über sich. Trotz der drei Jahre im Schwabenland sprach er nur zu Beginn ein paar Worte auf Deutsch. Das bayerische «Servus» beherrscht Pavard immerhin schon.

Seine Ziele am neuen Arbeitsplatz formulierte der Abwehrspieler offensiv. Nach dem Bundesliga-Abstieg mit dem VfB («das setzt mir immer noch zu») will er den persönlichen Aufstieg dazu nutzen, um auf Vereinsebene ähnliche Erfolge wie mit dem Nationalteam zu feiern. «Ich habe Hunger. Ich habe Lust, alle Titel zu gewinnen, die Champions League, die Meisterschaft», verkündete Pavard.

Vor der Herausforderung FC Bayern und dem Konkurrenzkampf mit Leistungsträgern auf seinen bevorzugten Positionen rechts hinten (Joshua Kimmich) und innen (Niklas Süle) habe er keine Angst. Den Druck des Erfolges sei er von der Équipe Tricolore gewöhnt. Beim WM-Titelgewinn 2018 in Russland war er hinten rechts Stammkraft.

In Stuttgart erlebte er danach - «körperlich und mental fertig» von den WM-Strapazen - eine Saison zum Vergessen mit Trainerwechseln, einem Muskelbündelriss, Positionswechseln und schwachen Leistungen. Am Ende stand der Absturz in die 2. Liga. Auch er - der Weltmeister - konnte dem Team in der Krise keinen Halt geben. «Ich musste dadurch», sagte er rückblickend. Man könne aus negativen Erfahrungen lernen.

Die Bundesliga kennt er. Und im Bayern-Ensemble kann er schnell heimisch werden. Denn mit den Landsleuten und Nationalelf-Kollegen Corentin Tolisso, Kingsley Coman und Neuzugang Lucas Hernández bildet er künftig eine starke Musketier-Fraktion. «Der FC Bayern ist der beste Club für mich», glaubt Pavard. Positionsansprüche meldete er nicht an. «Der Coach entscheidet. Ich spiele jede Position.»

Salihamidzic ist überzeugt, dass der 35 Millionen Euro teure Pavard, der einen Vertrag bis 2024 unterschrieben hat, «uns stärker macht». Und auch wenn der Rekordmeister auf dem schwierigen Transfermarkt noch «ein paar Sachen umsetzen» wolle, habe man mit der Verpflichtung der Weltmeister Hernández und Pavard auch schon «etwas Besonderes» geschafft, bemerkte der Sportdirektor. «Wir haben auf dem Papier eine richtig gute Mannschaft», betonte der 42-jährige Salihamidzic.

Die Kadergröße bewegt sich mit 17 Feldspielern aber noch unterhalb der Wunschgröße des Trainers. Niko Kovac nannte 20 Spieler als Richtgröße. Salihamidzic mahnte wie zuvor Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zur Geduld. «Wir haben noch viel Zeit.» Die Transferfrist ende erst am 2. September: «Viele Trainer und Clubs wollen die Planung schon am Anfang der Vorbereitung fertig haben. Aber oft wird das auch im Juli oder August gemacht. Damit muss man zurechtkommen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
16:04 Uhr

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12. 07. 2019
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