Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Sport

Seifert alleiniger Mann an der DFL-Spitze: Mahnung an DFB

Ziemlich geräuschlos löst die Deutsche Fußball Liga die Nachfolge ihres Spitzenmanns Reinhard Rauball und leitet eine Strukturreform ein. Jetzt ist der Deutsche Fußball-Bund gefordert, bei dem es seit Jahren Getöse an der Verbandsspitze gibt.



Christian Seifert
Neuer Boss der DFL: Christian Seifert.   Foto: Arne Dedert

Nach einem neuen Präsidenten muss die Deutsche Fußball Liga zum Abgang von Reinhard Rauball erst gar nicht suchen. Der Posten bei der Dachorganisation der 36 Proficlubs wird abgeschafft, DFL-Geschäftsführer Christian Seifert steigt zum alleinigen Boss auf.

Eine so elegante Lösung ist beim krisengebeutelten Deutschen Fußball-Bund natürlich nicht in Sicht. Mitten in deren Findungsphase nach dem unrühmlichen Rücktritt von Reinhard Grindel macht Seifert dem Partner DFB Druck bei seiner Präsidentensuche.

«Das ist sicherlich eine wichtige Position, aber es ist sicherlich nicht die schwierigste Personalie Deutschlands», erklärte der 50 Jahre alte Topmanager nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL in Neu-Isenburg.

Auch in der Wirtschaft sei man in der Lage, Führungspositionen innerhalb von drei Monaten zu besetzen. «Der Anspruch muss erstmal sein, in diesem Zeitraum das zu schaffen», sagte Seifert mit Blick auf den DFB-Bundestag im September in Frankfurt am Main. Dort soll Grindels Nachfolger gekürt werden. Der Verbandsboss war nach Verfehlungen im April von seinem Amt zurückgetreten. Derzeit wird der DFB kommissarisch von Rauball und Rainer Koch geführt. Eine Arbeitsgruppe entwirft derzeit - auch mit externen Beratern - ein Profil für das künftige Präsidentenamt.

«Bis zum DFB-Bundestag im September ist der Prozess hoffentlich so abgeschlossen, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin zur Verfügung steht», sagte Seifert. Man sei da mit dem DFB in einer konstruktiven Zusammenarbeit. Die DFL hat sich eine Findungsphase erspart: Den schon länger angekündigten Abschied von Rauball nutzte sie, um eine Strukturreform einzuleiten. Seifert ist künftig Sprecher des Präsidiums und damit alleiniger Mann an der Spitze.

«Das Amt des Präsidenten ist künftig nicht mehr vorgesehen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung (Seifert) wird künftig automatisch die Arbeit des Präsidiums koordinieren», kündigte der 72-Jährige Rauball, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, an. Zudem werden die Teilversammlungen in den Statuten verankert, um den Clubs mehr Mitsprache-Möglichkeiten zu geben. Außerdem gibt es eine größere personelle Trennung bei der Besetzung der verschiedenen Gremien.

Ein Widerspruchsrecht der Mitgliederversammlung beim Abschluss von Medienverträgen ist künftig erst ab 100 Millionen Euro pro Jahr (bisher 30 Millionen) vorgesehen, damit erhöht die DFL ihre Handlungsgeschwindigkeit. «Bei einer Power von fast 4,5 Milliarden Euro ist schon erforderlich, dass auch wir uns anpassen, wenn sich die Zeiten ändern», sagte Rauball mit Verweis auf den zuletzt vermeldeten Rekordumsatz der 1. und 2. Liga.

Die DFL besteht aber weiter aus einer zweigliedrigen Organisation mit GmbH und e.V. Der Schritt zu einer eingleisigen Organisation bedürfe noch einer umfassender rechtlichen Prüfung und Beratungen, so Rauball.

Eine Funktion in der FIFA- oder UEFA-Exekutive für sich selbst schloss Seifert aus - «das ist zeitlich nicht in Einklang zu bringen.» Der strukturelle Wandel beim DFB, in dessen Präsidium Seifert auch sitzt, sieht er längst als notwendig an und betonte dies mit einer ironischen Bemerkung noch einmal: «Man hatte den Eindruck, dass das Problem der Organisation immer in dem Präsidenten bestanden hat, der gerade zurückgetreten ist.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2019
15:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Borussia Dortmund Darmstadt 98 Deutscher Fußball-Bund FC Bayern München FIFA Fußball Führungspositionen Geschäftsführung Holstein Kiel Milliarden Euro Rainer Koch Reinhard Grindel Reinhard Rauball Schalke 04 Werder Bremen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Reinhard Grindel

10.04.2019

Grindel tritt auch von UEFA- und FIFA-Ämtern zurück

Der zurückgetretene DFB-Präsident Reinhard Grindel hat nun auch seine internationalen Spitzenämter bei der FIFA und UEFA aufgegeben. Die öffentliche Berichterstattung habe «jedes Maß verloren», begründete er seinen nun k... » mehr

Lennart Johansson

05.06.2019

Früherer UEFA-Präsident Lennart Johansson gestorben

Der ehemalige UEFA-Präsident Lennart Johansson ist tot. Der Schwede starb im Alter von 89 Jahren. Gegen Joseph Blatter und Michel Platini musste er zwei bittere Wahlniederlagen einstecken. Seine Integrität machte ihn abe... » mehr

Reinhard Grindel

02.04.2019

«Tief erschüttert»: DFB-Präsident Grindel tritt sofort ab

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Konsequenzen aus der wachsenden Kritik gezogen. Der Verbandschef räumt nach knapp drei Jahren seinen Posten. Die Nachfolge übernimmt vorerst wieder eine Doppelspitze. » mehr

DFB-Präsident

02.04.2019

Dröhnendes Schweigen: Für DFB-Chef Grindel wird es eng

Es wird wohl eng für DFB-Präsident Reinhard Grindel. Die Kritik am Verbandschef wegen angeblich fragwürdiger Zahlungen und einer Serie weiterer Missgeschicke wird lauter. Muss er schon bald sein Amt räumen? » mehr

Machtmensch

04.06.2019

Infantinos Wiederwahl: Reformer oder Zerstörer des Fußballs?

Gianni Infantino wollte die FIFA aus dem Korruptionssumpf führen. Vor seiner erwarteten Wiederwahl an der Spitze des Fußball-Weltverbandes sieht er sich auf dem richtigen Weg. Die Kritiker werfen ihm einen eiskalten, an ... » mehr

FIFA-Chef

05.06.2019

«Heute liebe ich jeden»: Infantino als FIFA-Boss gekürt

Gianni Infantino gibt sich beim FIFA-Kongress als erfolgreicher Reformer. Per Applaus wird er im Präsidentenamt bestätigt. Die ganz große Euphorie kommt bei den Delegierten aber nicht auf. Infantino verspricht vor allem ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wiesenfest Kirchenlamitz

Wiesenfest Kirchenlamitz | 15.07.2019 Kirchenlamitz
» 35 Bilder ansehen

Selb

Selber Wiesenfest: Samstag | 13.07.2019 Selb
» 138 Bilder ansehen

Volkstriathlon Kulmbach

Volkstriathlon Kulmbach | 14.07.2019 Kulmbach
» 86 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2019
15:49 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".