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«Showdown» in München: Frankfurts Angst vor dem Sturz

Nach drei verpatzten Heimspielen droht der Eintracht noch der ganz späte Sturz aus den internationalen Rängen. Trainer Hütter ist ordentlich bedient. Und das schwerste Spiel kommt ausgerechnet jetzt.



Enttäuscht
Nach der 0:2-Heimpleite schleichen die Eintracht-Spieler enttäuscht vom Platz.   Foto: Thomas Frey

Adi Hütter nannte sich selbst «angeschlagen», Kevin Trapp kauerte bedient und mit trauriger Miene an seinem Torpfosten: Den Europa-Fightern von Eintracht Frankfurt droht nach furiosen Monaten noch der Sturz aus den internationalen Rängen und damit eine Saison ohne Lohn.

«Wir haben eine große Chance liegen gelassen. Das ist sehr, sehr ärgerlich», haderte Hütter. Beim von Platz vier auf Rang sechs der Fußball-Bundesliga abgerutschten Pokalsieger war nach dem 0:2 gegen den FSV Mainz 05 nicht mehr von der Champions League die Rede, sondern nur noch davon, eine weitere internationale Teilnahme zu retten.

Dem sonst so gelassenen Trainer aus Österreich war anzumerken, wie diese Derby-Niederlage am Sonntag an ihm zehrte. Die verpasste Chance, Europa vorzeitig perfekt zu machen, wurmte Hütter ähnlich wie das dramatische Europa-League-Aus beim FC Chelsea nur 68 Stunden zuvor. Als Hütter gefragt wurde, warum der letzte nötige Punkt nun beim FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gelingen könnte, antwortete er in einer Mischung aus Trotz und Zweckoptimismus: «Weil wir ihn brauchen.» Mehr Optimismus gibt es nach drei deftigen Nackenschlägen innerhalb von acht Tagen derzeit nicht in Frankfurt.

«Wir haben eine tolle Saison gespielt und hätten es heute vergolden können. Darum bin ich enttäuscht», sagte Hütter nach dem Doppelpack von Mainz-Stürmer Anthony Ujah, der für die Hessen das fünfte sieglose Liga-Spiel am Stück bedeutete. Reisen nach London, Lissabon, Mailand und Marseille haben der Eintracht viel Lust auf mehr gemacht. Der furiose Europa-League-Trip soll sich jetzt möglichst wiederholen, wenn es schon nicht mit der erstmaligen Königsklassen-Teilnahme klappt: «Wir haben alle gesehen, wie geil es ist, durch Europa zu fliegen und internationale Spiele zu bestreiten. Wir wollen das nächstes Jahr unbedingt wieder erleben», sagte Verteidiger Martin Hinteregger.

Bei den Fans überwog trotz der Derby-Niederlage nicht der Frust, sondern der Stolz. Über 20 Minuten feierten sie am Sonntagabend nach Abpfiff in der Kurve ihre Helden, die nach dem 1:6 bei Bayer Leverkusen, dem Elfmeter-Aus von der Stamford Bridge am Donnerstag und dem 0:2 gegen Mainz sehr traurig aussahen.

Zuversicht für den «Showdown» (Hütter) in München soll der SGE das jüngste Europa-Duell mit dem FC Chelsea machen. «Wir müssen mutig nach vorne spielen. Wir haben gegen ein Weltklasseteam zweimal Unentschieden gespielt. Bayern ist auch eine Macht», ordnete der Coach ein. Eine bessere Ausgangsposition habe man sich nun selbst verspielt. Die Münchner brauchen am letzten Spieltag selbst noch mal einen Punkt, um den 29. Meistertitel zu sichern. «Darauf können wir aber keine Rücksicht nehmen», sagte Dauerläufer Danny da Costa, der nach einer Spielzeit mit 49 absolvierten Pflichtspielen das Sinnbild für die körperliche und mentale Müdigkeit der Frankfurter ist.

Zwischen Platz vier (Königsklasse) und acht (Sturz aus Europa) ist für die Hütter-Elf am 34. Spieltag nun noch alles möglich. Für die Champions League bräuchte es Patzer von Leverkusen und Gladbach, dazu einen eigenen Sieg beim FC Bayern. «Viele Ergebnisse waren bis hierhin kurios. Deswegen ist sowohl nach oben als auch nach unten sehr viel möglich», sagte Hinteregger. Schon ein Punkt würde für Platz sechs reichen, sonst droht im Fernduell mit den Verfolgern Wolfsburg und Hoffenheim der ganz tiefe Fall. Nach seinem turbulenten Premierenjahr sagt Hütter: «Wir glauben daran.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
11:34 Uhr

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