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Stuttgart patzt gegen Kiel - Bochum verspielt Sieg

Rückschlag für den VfB Stuttgart: Die Schwaben verlieren gegen Kiel und verpassen den Sprung an die Spitze. Badstuber könnte nach einem Platzverweis länger gesperrt werden. Bochum verpasst den Sieg gegen den KSC. Keine Tore fallen im Niedersachsen-Derby.



Holger Badstuber
Erwies seinem Team einen Bärendienst: Stuttgarts Verteidiger Holger Badstuber.   Foto: Tom Weller/dpa » zu den Bildern

Eine Woche vor dem Schlagerspiel der beiden Aufstiegsfavoriten hat der VfB Stuttgart die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Schwaben unterlagen Holstein Kiel überraschend mit 0:1 (0:0) und bleiben mit 20 Zählern punktgleich hinter dem HSV auf Rang zwei.

VfB-Coach Timm Walter war nach der zweiten Niederlage nacheinander verärgert. «Wir hatten genug Chancen, aber schießen keine Tore. Das ist derzeit unser Manko. Und mit zehn Mann ist es dann schwierig», sagte er. Der HSV kann den Vorsprung an der Spitze im Montagsspiel bei Arminia Bielefeld (18 Punkte) noch ausbauen.

Am nächsten Samstag kommt es dann zum Top-Duell zwischen Hamburg und Stuttgart. Den Siegtreffer für die Kieler erzielte der Koreaner Jea-Sung Lee (55. Minute). Die Stuttgarter mussten in der zweiten Halbzeit auf den des Feldes verwiesenen Holger Badstuber verzichten. Der Ex-Nationalspieler fehlt mindestens auch beim HSV.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat hofft, dass Badstuber nicht noch länger gesperrt wird. Beim Verlassen des Platzes hatte Badstuber aufgebracht über die Entscheidung geschimpft und soll nach Angaben der «Bild»-Zeitung über die Außenmikrofone hörbar in Richtung der Unparteiischen gesagt haben: «Ihr seid Muschis geworden, Muschis.» Mislintat meinte dazu: «Ich weiß nicht, was für ein Druck da reinkommt, da es tatsächlich gezeigt wurde, und im TV ist es so laut. Es ist nicht auszuschließen, es liegt nicht in unserer Macht.»

Per Twitter entschuldigte sich der ehemalige Nationalspieler. «Hochemotionales Spiel heute. Ich habe mich ungerecht behandelt gefühlt und falsch reagiert. Das tut mir leid und ich entschuldige mich bei allen Beteiligten. Ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden», so der 30-Jährige.

Im Tabellenkeller hat der VfL Bochum nach mittlerweile fünf Spielen ohne Niederlage einen großen Sprung verpasst. Die Revier-Elf musste in einem turbulenten Spiel in letzter Minute nach 3:2-Führung noch das 3:3 gegen den Karlsruher SC hinnehmen. Dabei drehten die Bochumer zunächst zweimal einen Rückstand und kamen durch die Treffer von Saulo Decarli (10.), Danny Blum (29./Foulelfmeter) und Cristian Gamboa (32.) zur Führung. Anton Fink (90.+1) rettete dem KSC das 3:3. VfL-Keeper Manuel Riemann hielt noch einen Foulelfmeter des Karlsruhers Marc Lorenz (49.).

KSC-Trainer Alouis Schwartz schimpfte nach dem umstrittenen Platzverweis gegen Lukas Fröde (17.) über Schiedsrichter Nicolas Winter. «Es wird immer schlimmer mit den Schiedsrichtern, wenn man so eingreift in ein Spiel. Wenn man so benachteiligt wird, ist das schon eine Katastrophe», sagte der Coach nach der Partie.

Das Niedersachsen-Duell zwischen Hannover 96 und dem VfL Osnabrück endete torlos. Damit rückten beide Teams einen Platz nach vorn in der Tabelle. «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles investiert», befand 96-Coach Mirko Slomka. Auch Darmstadt 98 und Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden haben gepunktet, bleiben aber auf den abstiegsgefährdeten Plätzen. Wehen erkämpfte sich ein 0:0 gegen den 1. FC Heidenheim, bleibt aber Letzter. Darmstadt gewann durch einen Treffer von Victor Palsson (80.) mit 1:0 beim FC St. Pauli.

Die Überraschungsmannschaft im Kampf um die vorderen Plätze ist Erzgebirge Aue. In der Partie gegen den 1. FC Nürnberg mit sieben Toren, drei Elfmetern und einem Platzverweis rettete Aues Torhüter Martin Männel in der neunten Minute der Nachspielzeit den Sieg, als er einen Strafstoß von Michael Frey parieren konnte. Zuvor hatte Johannes Geis in der Nachspielzeit per Elfmeter das 3:3 für Nürnberg erzielt, ehe Florian Krüger zwei Minute später das 4:3 gelang.

«Das war ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Wir haben aus fünf Chancen vier Tore gemacht und Nürnberg gezeigt, wie die zweite Liga und wie der Fußball im Erzgebirge funktionieren», sagte Torhüter Männel. Mit 18 Zählern liegt Aue auf Rang vier.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
17:55 Uhr

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20. 10. 2019
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