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Süle-Aus trifft auch Löw: Umdenken bei Hummels für EM?

Erst Sané, jetzt Süle: Der langfristige Ausfall des Abwehrchefs ist nicht nur für den FC Bayern ein Schlag. Der Bundestrainer gerät acht Monate vor der EM in eine Notlage. Khedira schaffte vor der WM 2014 ein pünktliches Comeback. Muss Löw einen Aussortierten anrufen?



Joachim Löw
Nach der Verletzung von Niklas Süle muss sich Bundestrainer Joachim Löw Gedanken machen.   Foto: dpa

Niklas Süle reagierte nach der bitteren Diagnose der Ärzte kämpferisch. «Wer es einmal schafft, schafft es jedes Mal wieder!!!», lautete die kurze Botschaft des Fußball-Nationalspielers, die der 24-Jährige am Sonntag verbreitete.

Der Schmerzensschrei des Abwehrhünen im Augsburger Stadion hatte keine 24 Stunden zuvor nicht nur bei den Bayern arge Befürchtungen ausgelöst. Auch für Joachim Löw waren die Bilder und der später bestätigte Kreuzbandriss ein Schock.

«Das ist eine ganz bittere Nachricht», äußerte der Bundestrainer in einer DFB-Mitteilung. Die Genesungswünsche im Namen «aller» beim Nationalteam verband Löw am Sonntag mit einer klaren Einschätzung der Lage: «Sein Ausfall ist auch für uns schmerzlich und beeinträchtigt die Entwicklung unserer im Umbruch befindlichen jungen Mannschaft.»

Der monatelange Ausfall des Abwehrchefs trifft Löw acht Monate vor der EM-Endrunde noch heftiger als den FC Bayern, der auch ohne den 24-jährigen Süle im Abwehrzentrum qualitativ und quantitativ ausreichend bestückt ist. Und die DFB-Auswahl? Da heißen die besten Innenverteidiger nach Löws Radikalumbruch Matthias Ginter, Antonio Rüdiger, Jonathan Tah, Niklas Stark und Robin Koch, den Löw gerade erst zum Nationalspieler beförderte. «Niklas ist ein Gesicht der jungen Spieler-Generation, der wir im Rahmen des Neuaufbaus viel Raum geben, er war ein Fixpunkt in unseren Planungen und hatte sowohl im Club als auch bei uns seine regelmäßigen Einsätze», erklärte Löw.

Niko Kovac hatte seine bösen Vorahnungen direkt nach dem 2:2 in Augsburg artikuliert. Den Bayern-Coach trieb am Samstagabend in Augsburg eher die Sorge um, inwieweit über das Kreuzband hinaus «noch andere Bereiche im Knie in Mitleidenschaft gezogen worden sind». Ein Totalschaden im linken Knie musste im ärztlichen Bulletin des FC Bayern am Sonntag zumindest nicht bestätigt werden. Die Diagnose war aber schlimm genug: Kreuzbandriss und sofortige Operation.

Schon in seiner Hoffenheimer Zeit hatte Süle vor fünf Jahren einen Kreuzbandriss im nun wieder betroffenen Knie erlitten. Damals dauerte es 203 Tage bis zum Comeback. Die neue Ruptur versetzt Löw in eine Notlage. Sie dürfte ihn zwingen, ein DFB-Comeback des im März ausgemusterten 2014-Weltmeisters Mats Hummels zumindest zu erwägen. Einer neuen öffentlichen Debatte um den 30 Jahre alten Abwehrchef von Borussia Dortmund wird sich Löw auf jeden Fall stellen müssen.

Hummels wäre sicherlich bereit zur Rückkehr. «Wenn ich irgendwann noch einmal das Trikot für Deutschland anziehen darf, würde ich mich nicht dagegen wehren», sagte er jüngst im «Kicker»-Interview. Bei «Bild» und «Sport Bild» erklärte er zu einem möglichen Anruf des Bundestrainers: «Bisher habe ich in meinem Leben immer abgehoben, wenn Jogi Löw angerufen hat.»

Unabhängig von Hummels: In Löws EM-Puzzle klafft ohne Süle die nächste große Lücke. Schließlich fällt in Leroy Sané bereits ein zweiter Topspieler wegen eines Kreuzbandrisses seit Saisonbeginn aus. Der 23 Jahre alte Außenstürmer von Manchester City wird womöglich erst im Frühjahr zurückkehren, wenige Monate vor der EM 2020.

Ob Sané bis zum Turnierstart Mitte Juni in Topform kommt, ist ungewiss. Für Süle wird der Wettlauf mit der Zeit noch kniffliger. «Ich bin sicher, dass er sich wieder herankämpfen wird», äußerte Löw: «Aber jetzt werden wir überhaupt keinen Druck aufbauen und ihn weiter bestmöglich unterstützen, das weiß er.»

Ein Kreuzbandriss bedeutet in der Regel mindestens ein halbes Jahr Wettkampfpause. Sami Khedira schaffte es nach einem Innenband- und Kreuzbandriss im Knie, den er im November 2013 bei einem Länderspiel gegen Italien erlitt, mit einem Kraftakt so eben. Er war bei der WM 2014 dabei, wurde in Brasilien Weltmeister, erreichte beim Turnier aber nicht seine Topform. Auch Löw wird sich daran erinnern.

Seit der Bundestrainer das Weltmeister-Duo Hummels und Jérôme Boateng (31) im Frühjahr aussortierte, war Süle in der Defensive die einzige Konstante. Allein Bayern-Kollege Joshua Kimmich stand wie er in allen acht Länderspielen dieses Jahres jeweils 90 Minuten auf dem Platz.

Als Löw vor den jüngsten Partien gegen Argentinien und Estland von zahlreichen Absagen heimgesucht wurde, kam ausgerechnet in Dortmund bereits die Frage nach Hummels auf. «An den habe ich jetzt nicht gedacht», antwortete Löw: «Ich habe schon vor einigen Wochen gesagt, dass wir den Weg mit den jungen Spielern erstmal gehen. Es gibt jetzt keine Veranlassung, den Mats zu nominieren.» Ob das so bleiben kann?

Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
15:19 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
15:19 Uhr



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