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«Verärgerte» Bayern beim Flick-Jubiläum

Die Bayern sind «verärgert». Zwar betreibt Manuel Neuer vier Tage nach dem DFB-Debakel mit Glanzparaden Frustabbau, für den Sieg zum Flick-Jubiläum reicht es aber nicht. Das 1:1 gegen den zehn Jahre lang besiegten Lieblingsgegner lässt Schwerstarbeit erahnen.



Remis
Die Spieler des FC Bayern München um Stürmerstar Robert Lewandowski (l) waren nach dem Remis gegen Werder enttäuscht.   Foto: Matthias Schrader/AP-Pool/dpa

Der von Manuel Neuer noch halbwegs gerettete Jubiläums-Abend gab Hansi Flick einen Vorgeschmack auf den schwierigen Jahresendspurt des verärgerten Triple-Gewinners.

«Wir haben jetzt noch vier Wochen mit acht Spielen, da müssen wir uns drauf einstellen», sagte Flick nach seinem 50. Pflichtspiel mit dem FC Bayern. Der herausragende Neuer und der Ausgleichstreffer von Kingsley Coman verhinderten beim 1:1 (0:1) gegen Werder Bremen die erste Heimniederlage seit einem Jahr. Doch der verpasste Sieg gegen den in zehn Jahren stets bezwungenen Lieblingsgegner ließ die nahende Schwerstarbeit in einer strapaziösen Vorweihnachtszeit erahnen.

«Aber wir lassen uns nicht einreden, dass es jetzt zu viel des Guten ist», stellte Flick klar. Als Ausrede will der Erfolgscoach die Terminhatz, die am Mittwoch mit dem Champions-League-Heimspiel gegen RB Salzburg weiter geht, nicht gelten lassen. Wie auch nicht die Ausfallliste, die durch die Verletzung von Weltmeister Lucas Hernández noch etwas länger wurde. «Wir haben noch genügend Spieler an Bord, auch wenn es auf gewissen Positionen ein bisschen eng ist», sagte Flick mit Blick auf das defensive Mittelfeld und den Linksverteidigerposten. «Da müssen wir kreativ sein.»

Gegen die mutig und diszipliniert agierenden Hanseaten fehlte es mitunter an Kreativität, dazu gab es defensive Anfälligkeiten. Neuer musste öfter eingreifen, als ihm lieb war. Mit starken Paraden hielt der nach dem 0:6-Debakel der Nationalelf so angefressene Kapitän wenigstens einen Punkt in München. «Er ist der beste Torhüter in Deutschland und auf der Welt, den es vielleicht je gegeben hat», staunte und haderte Werder-Coach Florian Kohfeldt gleichermaßen. Mit dem fünften 1:1 am Stück stellten die Hanseaten einen Rekord ein.

Als Tabellenführer in Bundesliga und Champions League bleiben die Münchner auf Kurs, doch die Zahl mühsamer Auftritte nimmt im Vergleich zur imposanten Triple-Saison zu. «Es ist ja grundsätzlich nicht schlecht, das war das erste Unentschieden, dazu haben wir eine Niederlage. Wir müssen an uns glauben, uns vertrauen», sagte Neuer, dem seine Glanzparaden beim Frustabbau nach der Länderspiel-Pleite helfen konnten. «Das hab ich im Training auch schon gemacht.»

Neuer war der einzige deutsche Nationalspieler, der vier Tage nach der Spanien-Schlappe in der Bayern-Startelf ran durfte. Leon Goretzka kam nach 19 Minuten für Hernández, der nach einem Luftduell auf den Boden krachte. «Er hat Probleme gehabt, aufzutreten», sagte Flick. Die Löw-Spieler Leroy Sané und Serge Gnabry mühten sich in der Schlussphase vergeblich um den Siegtreffer im 109. Nord-Süd-Duell.

Niklas Süle blieb wegen Trainingsrückstands ganz draußen und schaute an der Seite des länger ausfallenden Mittelfeldchefs Joshua Kimmich sowie des verletzten Linksverteidigers Alphonso Davies zu. «Wir müssen die Belastung vernünftig steuern», sagte Flick. «Aber auch die, die angefangen haben, haben die Qualität, Bremen zu schlagen.»

Offensiv kam lange zu wenig aus dem Mittelfeld, das Douglas Costa, der 17 Jahre junge Jamal Musiala, Thomas Müller und Coman formierten. Robert Lewandowski blieb ohne Durchschlagskraft. «Wir hatten zu wenig Tormöglichkeiten, das war das Manko», beklagte Neuer nach seinem 400. Pflichtspiel für die Münchner.

Auch defensiv haperte es. Javi Martínez, der den Vorzug vor dem in der Bundesliga nur für eine Minute gegen den 1. FC Köln eingesetzten Neuzugang Marc Roca erhielt, ließ sich vor dem 0:1 durch Maximilian Eggestein von Vorbereiter Josh Sargent übertölpeln. «Ein ganz, ganz billiges Gegentor», haderte Müller. «An vielen Tagen gewinnen wir solche Spiele noch, diesmal hat es leider nicht geklappt. Deswegen gehen wir sehr verärgert aus dem Spiel.»

Flick nahm vor den noch drei Königsklassen-Spielen und fünf Bundesliga-Partien in diesem Jahr die wichtige Erkenntnis mit, dass der Wille des Serienchampions aber weiter groß ist. «In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft alles versucht. Sie hat die Mentalität. Das ist das, was mir sehr imponiert», sagte der 55-Jährige. Imponierend auch seine Bilanz: 50 Spiele, 45 Siege, 2 Remis und 3 Niederlagen.

© dpa-infocom, dpa:201122-99-422489/5

Veröffentlicht am:
22. 11. 2020
18:03 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2020
18:03 Uhr



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