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VER Selb

Das Geburtstagskind stellt die Weichen

Der VER Selb setzt seinen Siegeszug in der Eishockey-Oberliga fort. Im Derby gegen den lange gut mithaltenden EV Weiden feiern die Wölfe einen am Ende klaren 6:1-Erfolg.



So jubelt ein Geburtstagskind: Dennis Schiener traf zum wichtigen 2:1 für die Wölfe, Achim Moosberger war der erste Gratulant.	Foto: Mario Wiedel
So jubelt ein Geburtstagskind: Dennis Schiener traf zum wichtigen 2:1 für die Wölfe, Achim Moosberger war der erste Gratulant. Foto: Mario Wiedel  

VER Selb: Deske (Kümpel) - Müller, Ondruschka, Kolb, Fink, Böhringer, Kremer, Silbermann - Gare, Gollenbeck, McDonald, Geigenmüller, Graaskamp, Lüsch, Schiener, Zimmermann, Moosberger, Hördler.

EV Weiden: Filimonow (Stark) - Herbst, Voigt, Schreyer, Noe, Schusser, Lehner, Bäumler - Geisberger, Abercrombie, Habermann, Heinisch, Rubes, Siller, Kirchberger, Waldowsky, Hintermeier, Wolf.

Schiedsrichter: Müns (EHC Klostersee). - Zuschauer: 2300. - Tore: 9. Min. McDonald (Penalty) 1:0, 21. Min. Noe (Geisberger, Habermann) 1:1, 31. Min. Schiener (Kremer, Fink) 2:1, 44. Min. Gollenbeck (McDonald, Gare) 3:1, 48. Min. Graaskamp (McDonald, Ondruschka; 5-3) 4:1, 49. Min. Gare (Ondruschka, Graaskamp; 5-3), 51. Min. Fink 6:1 (Kremer, Geigenmüller). - Strafminuten: Selb 2, Weiden 12.

Der VER Selb marschiert und marschiert: Gegen den EV Weiden gelang am Freitagabend der siebte Sieg in Folge - der sechste davon in der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga. Damit zogen die Wölfe am ECDC Memmingen vorbei auf Platz fünf. "Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten", sagte Trainer Henry Thom. Er war auch angetan von der "geilen Stimmung", für die knapp 2300 Zuschauer - darunter etwa 300 Weidener - gesorgt haben. "Solche Spiele sind das Salz in der Suppe", meinte Thom. Sein Trainerkollege Ken Latta von den Blue Devils Weiden war bei der Pressekonferenz zunächst etwas erregt. Vor allem wegen "einer Person mit zwei roten Streifen" (Latta). Der Schiedsrichter, den Latta damit meinte, sei dem Spiel nicht gewachsen und oft ein paar Schritte hinterher gewesen. Schuld an der Niederlage sei letztlich aber doch seine eigene Mannschaft gewesen. "Wir waren nach dem 1:1 dran, haben aber die Tore nicht gemacht."

Die Hausherren kamen stürmisch aus der Kabine. Bereits nach 15 Sekunden versuchte es Lüsch mit einem Bauerntrick gegen Torwart Filimonov. Weiden versteckte sich aber nicht, suchte immer wieder schnell den Weg nach vorne. So gab es in den ersten Minuten vor beiden Toren viel Betrieb. In der sechsten Minute schickte Schiedsrichter Müns den Selber McDonald wegen Beinstellens auf die Strafbank, die Wölfe lösten das Unterzahlspiel aber gut und kamen durch Schiener sogar zu einer Breakchance. Drei Minuten später gelang den Hausherren das 1:0. McDonald konnte nur auf Kosten eines Penaltys gestoppt werden - und eine solche Chance lässt sich der Oberliga-Topscorer nur selten entgehen. Traumhaft sicher verlud der Kanadier Gäste-Keeper Filimonov. Die Selber Führung trieb den Stimmungspegel in der gut besuchten Netzsch-Arena noch einmal weiter in die Höhe. Nach elf Minuten fast das 2:0. Dieses Mal aber hatte Wiedemann Glück nach dem Schuss von McDonald, dass die Scheibe irgendwo zwischen seinen Schonern hängenblieb.

Der VER kontrollierte die Partie weitgehend, die Blue Devils blieben aber gefährlich. Nach zwölf Minuten brachte Geisberger die Scheibe vor das Selber Tor, fand jedoch keinen Abnehmer. Da war den Wölfen das Glück ein bisschen hold. In den Schlussminuten des ersten Drittels zogen die Thom-Schützlinge das Tempo noch einmal richtig an und kamen zu zwei dicken Möglichkeiten durch McDonald und Müller, es blieb aber bei der knappen, durchaus verdienten Führung zur ersten Pause.

Der Start in den Mittelabschnitt missglückte dem Gastgeber komplett. Ein Stockfehler von Geigenmüller im eigenen Drittel brachte Noe in Schussposition. VER-Keeper Deske, der zuvor deutlich behindert wurde, streckte sich vergebens. Schiedsrichter Müns, der sich einige Male den Unmut der Zuschauer - später auch den der Weidener - zuzog, gab den Treffer trotz aller Selber Proteste. Der Gegentreffer gab den Wölfen scheinbar einen kleinen Knacks. Sie antworteten zwar zunächst mit wütenden Angriffen, streuten dann aber immer öfter Patzer ein. Selbst in eigener Überzahl lief die Scheibe mehr schlecht als recht durch die Reihen der Wölfe, deren Anhang sich schon ein bisschen Sorgen machten musste. Ehe sich nach 31 Minuten auf dem Eis einer dachte, er könnte sich ja selbst ein feines Geburtstagsgeschenk machen: Dennis Schiener - er wurde am Freitag 28 Jahre jung - fasste sich ein Herz und hämmerte die Scheibe zur erneuten Führung ins Netz. Nach 31 Minuten war der VER und damit auch die Kulisse wieder da - dank des Geburtstagskinds. Und es kam wieder richtig Tempo in die Partie. Auch die Zweikämpfe wurden nun härter geführt. Schlicht und einfach: Es war wieder mehr Derby-Feeling. Auch wenn es Möglichkeiten auf beiden Seiten gab: Die besseren hatte der VER, der durchaus das dritte Tor hätte nachlegen können.

Im Schlussdrittel waren es in den ersten vier Minuten zwar die Gäste, die mehr Spielanteile hatten. Dann aber zeigte die erste Selber Reihe, was sie in den vergangenen Wochen so ausgezeichnet hat: Gare bediente McDonald, der hatte das Auge für den freistehenden Gollenbeck - und es stand 3:1 für die Wölfe.

Das war wohl wie ein Schlag in die Magengrube der Gäste, bei denen die Nerven nun etwas blank lagen. Schusser beförderte Schiener mit einem Crosscheck - den Gäste-Trainer Latta nicht als Foul sah - in den Weidener Kasten, Herbst meckerte - und beide Blue-Devils-Spieler durften auf der Strafbank Platz nehmen. Die große Chance, in doppelter Überzahl die Vorentscheidung herbeizuführen, nutzten die Hausherren bereits nach 23 Sekunden durch Graaskamp. Und weil Heinisch meinte, dem Schiedsrichter ebenfalls etwas mitteilen zu müssen, wanderte auch er auf die Strafbank.

Es ging also weiter mit fünf Selbern gegen drei Weidener - und mit dem Toreschießen. Gare machte den Gästen endgültig den Garaus, Fink zwei Minuten später das halbe Dutzend voll. Die Selber Fans waren aus dem Häuschen. Die letzten Minuten wurden dann noch zum Schaulaufen der Wölfe. Auf dem Eis und auf den Rängen.

Ihren Höhenflug fortsetzen wollen die Wölfe schon am Sonntag (18 Uhr) bei den Eisbären Regensburg. Der Spitzenreiter dürfte aber eine noch härtere Nuss werden, die es zu knacken gilt. Andreas Pöhner

VER Selb -

EV Weiden


6:1


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01. 02. 2019
23:24 Uhr

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01. 02. 2019
23:24 Uhr



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