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VER Selb

"Das waren zwei Warnschüsse"

Thomas Manzei, der zweite Vorsitzende des VER Selb, spricht über die Pleiten in Regensburg und Landshut. Er widerspricht einem Gerücht und äußert sich zum TV-Livestream.



Interview: mit Thomas Manzei, zweiter Vorsitzender des VER Selb
Interview: mit Thomas Manzei, zweiter Vorsitzender des VER Selb   » zu den Bildern

Herr Manzei, wie groß war die Erleichterung am Sonntag, dass der VER nach den deftigen Niederlagen in Regensburg und Landshut gegen Höchstadt wieder einen Erfolg feiern konnte?

Der Beste gegen den Dritten der Meisterrunde

Die hohen Niederlagen des VER Selb in Regensburg und Landshut waren am Sonntag auch noch einmal kurz Thema bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den Höchstadter EC (8:5). "Wir sind zwei Mal überrollt worden und haben scheiße gespielt", räumte Trainer Henry Thom ein. Gegen die Mittelfranken zeigten die VER-Cracks wieder ihr besseres Gesicht. Neben den Langzeitverletzten McDonough, Pozivil, Klughardt und Nijenhuis fehlten zwar auch noch der angeschlagene Kolb und der an Fieber und Magenproblemen leitende McDonald. Aber wenn auch spielerisch längst nicht alles geklappt hat: Die Wölfe kämpften und bissen zumindest wieder - und sie kehrten mit dem elften Heimsieg in Serie zurück in die Erfolgsspur. Aus der aber könnte der VER Selb schon am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) ganz schnell wieder rausrutschen, wenn er zum Nachholspiel der am 11. Januar wegen der Schneemassen in Oberbayern abgesagten Partie beim auf Tabellenplatz eins zurückgekehrten EC Peiting gastiert.

Der neue Spitzenreiter hat 19 seiner letzten 21 Spiele gewonnen. Mit 22 Punkten aus neun Begegnungen sind die Peitinger das erfolgreichste Team der Meisterrunde, gefolgt von den Eisbären Regensburg (21 Punkte aus zehn Spielen) und - man staune - dem VER Selb, der 20 Punkte aus neun Partie ergatterte. Ob Ian McDonald in Peiting wieder zur Verfügung steht, entscheidet sich erst im Laufe des heutigen Tages. Optimistisch zeigte sich Thom, was die Rückkehr von Verteidiger Dominik Kolb anbelangt. "Wenn am Montagabend beim Training alles gut geht, ist er in Peiting dabei." A.P.

Es war eigentlich keine Erleichterung, sondern der Sieg war einfach erforderlich.

 

 

Welche Erklärung haben Sie für dieses 1:11 in Regensburg und das 0:9 in Landshut binnen fünf Tagen?

Ich habe es unter einem Totalausfall des Gesamt-Kollektivs verbucht. Das hatte vom Läuferischen und vom Einsatz nichts mit Eishockey zu tun, das in der Oberliga gespielt wird. Das war nicht unsere Mannschaft. Jedenfalls die nicht, die wir in den 17 Spielen zuvor gesehen haben. Die Spiele in Regensburg und Landshut waren mir unerklärlich. Man kann dort verlieren, aber nicht so. Es sollten zwei Warnschüsse gewesen sein. Ich denke und hoffe, dass die Mannschaft diese Warnschüsse begriffen hat. So etwas darf man sich nicht erlauben in der Oberliga. Mit Standgas gewinnt man da gegen niemanden.

 

Angeblich gab es nach den zwei Pleiten von verantwortlicher Seite auch Gespräche mit der Mannschaft und dem Trainer.

Mit dem Trainer haben wir natürlich gesprochen. Aber das geschah routinemäßig. Mit den Spielern gab es keine Gespräche. Sie sind ja auch alle Menschen, die mal einen schlechten Tag erwischen können. Unsere haben zwei erwischt. Damit soll es wieder gut sein.

 

Beim VER gab es in dieser Saison schon einige Auf und Abs. Die Mannschaft gibt den Fans manchmal Rätsel auf. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Bis auf die beiden besagten Niederlagen sehe ich eine gute Entwicklung. Die Mannschaft hat sich stabilisiert und Erfolge eingefahren. Sie ist imstande, sehr viel zu leisten. Wir glauben nach wie vor an das Team. Ich bin zuversichtlich, dass wir Platz fünf noch schaffen. Das ist unser neues Ziel. Wir werden Memmingen einen heißen Kampf liefern.

 

Wie schätzen Sie den 8:5-Sieg gegen Höchstadt vom Sonntag ein?

Obwohl mit Ian McDonald und Dominik Kolb zwei Leistungsträger ausgefallen sind, hat unsere Mannschaft verdient gewonnen. Und so schlecht besetzt ist Höchstadt ja auch nicht. Die kämpfen noch um einen Playoff-Platz und haben alles in die Waagschale geworfen. Da muss man erst einmal acht Tore schießen.

 

Befürchten Sie dennoch, dass es heute Abend in Peiting wieder einen Rückschlag gibt?

Ich bin gespannt auf dieses Spiel beim Tabellenführer. Unter der Woche ist es ja immer etwas schwierig, aber ich gehe davon aus, dass es unsere Mannschaft Peiting richtig schwer machen wird.

 

Die Bayreuth Tigers verkündeten in den vergangenen Tagen mehrere Vertragsverlängerungen. Wie ist bei den Wölfen diesbezüglich der Stand der Dinge?

Wir haben bereits mit den Gesprächen begonnen. Die führt unser Trainer Henry Thom mit den Spielern jetzt sukzessive. Ich denke, es gibt Ende dieser oder Anfang nächster Woche eine erste Mitteilung.

 

Es war jüngst im Stadion zu hören und in den sozialen Medien zu lesen, dass sich Henry Thom nach der Saison vom VER verabschiedet. Ist an diesen Gerüchten etwas dran?

Da ist nichts dran. Henry Thom hat bei uns noch einen Vertrag für die Saison 2019/20. Wir haben uns erst vor zwei Wochen ausführlich ausgetauscht. Beide Seiten sind sich einig, den Vertrag zu erfüllen und den Weg gemeinsam weiterzugehen. Unser Trainer plant auch schon seit zig Wochen den Kader für die nächste Saison.

 

Was Ihnen sicher Sorgen macht, ist die Entwicklung der Zuschauerzahlen. Nach dem kleinen Hoch gegen Weiden in der Vorwoche kamen am Sonntag gegen Höchstadt wieder nur knapp 1100 Fans in die Halle.

Das ist tatsächlich sehr besorgniserregend. Klar, wir haben auswärts zwei Mal verloren. Aber wir haben zehn Heimspiele am Stück gewonnen. Daran kann es also nicht liegen.

 

Woran dann?

Wir wissen es auch nicht. Wir setzen uns viel mit diesem Thema auseinander, denn logischerweise müssen wir für die Zukunft planen und diese Entwicklung mit einfließen lassen. Wir können keine rosaroten Welten einplanen, sondern müssen uns mit der Realität auseinandersetzen.

 

Es läuft demnächst wieder das sogenannte Lizenzprüfungsverfahren für die DEL 2. Die Vereine müssen eine Bürgschaft von 25 000 Euro hinterlegen, bekommen die aber im Falle des Nichtaufstiegs wieder zurück. Hat der VER Selb schon einen Antrag eingereicht?

Noch nicht. Wir haben uns in der Vergangenheit immer dafür beworben, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir uns auch heuer wieder für die DEL 2 bewerben werden. Der sportliche Ehrgeiz macht das notwendig. Wir müssen im Vorstand aber noch darüber sprechen.

 

Ein anderes Thema, Herr Manzei: Sprade.TV. Diese Livestreaming-Plattform bringt alle Spiele der DEL 2 und mittlerweile auch viele Spiele der Oberliga für fünf Euro live ins Wohnzimmer. Rosenheim, Landshut, Regensburg, Memmingen und Riessersee nutzen Sprade.TV in der Oberliga bereits, Peiting überlegt für die kommende Saison. Wie steht der VER Selb dazu?

Das ist schon seit mehreren Jahren ein Thema. Wir haben uns bisher dagegen entschieden, weil wir angenommen haben, dass es uns bei Heimspielen Zuschauer kostet. Auf der anderen Seite sind die Zuschauerzahlen bei uns heuer im Vergleich zu den Vorjahren sowieso um rund 300 pro Spiel zurückgegangen. Vielleicht müssen wir das Thema nochmals aufrollen und neu bewerten. Am Donnerstag steht es auch bei der Ligentagung auf der Tagesordnung. Wir werden hören, was die anderen Vereine dazu sagen.

 

Welchen finanziellen Nutzen hätte der Verein? Bekommt er dann auch die fünf Euro, die der Fan für ein Spiel zahlen muss?

Ganz ehrlich, wir haben uns noch nicht richtig damit beschäftigt. Es war aber, denke ich, zu Beginn von Sprade.TV so, dass der Verein einen jährlichen Mindestbetrag garantiert bekommt. Plus einen kleinen Anteil der Buchungen für das jeweilige Heimspiel.

 

Der Verein müsste sich aber auch um neue Mitarbeiter kümmern, oder?

Fakt ist, es muss Leute geben, die die Kamera bedienen und das Spiel kommentieren. Wir bräuchten auch eine leistungsfähige Online-Verbindung. Es gäbe also viele kaufmännische, technische und organisatorische Dinge zu klären, sollte es ein Thema werden.

 

Wie stehen Sie persönlich dazu?

Ich war vergangenen Freitag beim Landshut-Spiel im Selber Kino dabei. Das war super. Aber es ist kein Ersatz für das Live-Erlebnis im Stadion.

Autor
Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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12. 02. 2019
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