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VER Selb

Der Fall Kolb

Die Anzeige des Nachbarn aus Weiden schockt den Eishockey-Oberligisten VER Selb. Einige Fans drohen schon mit Boykott.



Der Stein des Anstoßes des EV Weiden in drei Bildern: Wölfe-Spieler Dominik Kolb (blaues Trikot) fährt einen harten Check gegen Daniel Willaschek, der sich dabei eine schwere Gehirnerschütterung zuzieht. Der Schiedsrichter lässt den Check ungeahndet. Im Nachgang der Partie vom 4. Dezember hat Weiden nun aber beim Deutschen Eishockey-Bund eine Sperre für Kolb beantragt. Eine Entscheidung stand bis Donnerstagabend aus.	Fotos: Mario Wiedel
Der Stein des Anstoßes des EV Weiden in drei Bildern: Wölfe-Spieler Dominik Kolb (blaues Trikot) fährt einen harten Check gegen Daniel Willaschek, der sich dabei eine schwere Gehirnerschütterung zuzieht. Der Schiedsrichter lässt den Check ungeahndet. Im Nachgang der Partie vom 4. Dezember hat Weiden nun aber beim Deutschen Eishockey-Bund eine Sperre für Kolb beantragt. Eine Entscheidung stand bis Donnerstagabend aus. Fotos: Mario Wiedel  

Diese Überraschung hat gesessen: Die Verantwortlichen des Eishockey-Oberligisten VER Selb fielen Anfang dieser Woche fast aus allen Wolken, als ein Brief vom Kontrollausschuss des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) eindrudelte. Der Inhalt des Schreibens war ein Antrag auf Erlass eines Ordnungsbescheides - 300 Euro Strafe und eine Sperre von sechs Spielen - gegen Verteidiger Dominik Kolb (wir berichteten). Was war passiert? Im Derby zwischen den Wölfen und den Blue Devils aus Weiden am 4. Dezember hatte Kolb im zweiten Drittel Daniel Willaschek an der Bande hart gecheckt. Der Schiedsrichter ließ den Check ungeahndet, Willaschek allerdings musste verletzt vom Eis und ins Krankenhaus gefahren werden. Die Verantwortlichen des EV Weiden übersandten DEB-Ligenleiter Oliver Seeliger ein Video der Szene.

Freitag und Sonntag: Waldkraiburg im Doppelpack

Nach dem jüngsten 3:2-Sieg gegen Memmingen will der VER Selb an diesem Wochenende den nächsten großen Schritt raus machen aus dem sportlichen Tal. Und die Gelegenheit dazu ist günstig wie nie zuvor: Zwei Mal bekommen es die Wölfe mit Tabellen-Schlusslicht EHC Waldkraiburg zu tun - am heutigen Freitag (20 Uhr) auswärts, am Sonntag (18 Uhr) in der Netzsch-Arena. Ungeachtet aller Verletzungsprobleme, dem heutigen Ausfall von Ryan McDonough wegen einer Spieldauerdiziplinarstrafe gegen Memmingen und der drohenden Sperre gegen Dominik Kolb sollen zwei weitere Siege eingefahren werden gegen die ebenfalls arg gebeutelten Oberbayern. Deren bisherige Ausbeute nach 22 Spieltagen: ein Sieg und 19 Niederlagen bei 45:117 Toren. Eine Bilanz, die den VER aber nicht zu Leichtsinn verführen darf. "In Waldkraiburg ist es sehr schwierig zu spielen. Die haben nichts mehr zu verlieren und werden rennen und checken wie die Wahnsinnigen", sagt Wölfe-Coach Henry Thom. "Dort gewinnt man nicht mit einem Bein, nur weil die Letzter sind." Verletzungsbedingt sicher verzichten muss der VER auf Ben Boehringer, Florian Lüsch, Manuel Kümpel und Lukas Pozivil, bei dem nach seinem Fußbruch wieder Komplikationen auftraten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Woche zu früh kommt ein Einsatz für Dominik Müller. Neu in den Kader rücken Timon Bätge als zweiter Torwart, Daniel Worotnikow und - sollte Kolb ausfallen - Max Gimmel. Zur Verfügung stehen auch die beiden Förderlizenzspieler aus Bayreuth. A.P.

"Während des Spiels haben wir gar nicht so richtig registriert, was passiert ist. Das wurde uns erst bewusst, als wir den Spieler ins Krankenhaus gebracht haben", erklärt der Weidener Geschäftsführer Thomas Siller auf Nachfrage der Frankenpost. Willaschek habe eine sehr schwere Gehirnerschütterung erlitten, die Saison könnte für den 38-Jährigen vorzeitig beendet sein. Für Siller sei es ein verbotener Check von Kolb und "ein brutales Foul mit Absicht" gewesen. "Das hat uns nach internen Diskussionen dazu bewogen, das Videomaterial dem DEB zur Verfügung zu stellen", sagt der Blue Devils-Geschäftsführer. Er möchte damit auch die Versuche des Eishockey-Verbandes unterstützen, Angriffe gegen Kopf und Nacken der Spieler in den Griff zu bekommen. Was Siller wichtig sei: Das gute Verhältnis, das die Verantwortlichen der beiden benachbarten Clubs seit Jahren pflegen, soll durch die Anzeige nicht getrübt werden. "Wir wollen Selb nicht schaden. Uns geht es hier eher um den Spieler und das Vergehen an sich." Kolb nämlich habe schon in der vergangenen Saison durch ein Foul einen Weidener Spieler für drei Wochen außer Gefecht gesetzt. "Jetzt ist das Fass voll", sagt Siller.

 

VER-Vorsitzender Jürgen Golly sieht die Angelegenheit relativ entspannt und neutral. "Überrascht war ich aber schon von der Anzeige. Der Schiedsrichter stand ja genau daneben und hat das Spiel laufen lassen." Er selbst habe den Check im Stadion nicht genau sehen können. "Ich maße mir deshalb nicht an, zu beurteilen, ob es ein Foul war oder nicht." Von einer "perfekten Sicht des Schiedsrichters" spricht auch VER-Trainer Henry Thom. Die von Weidener Seite unterstellte Absicht weist Thom weit zurück. Kolb habe den Weidener Spieler schnell angelaufen, weil die Scheibe frei gewesen sei. Als die Scheibe dann gespielt worden war, sei es schwieriger gewesen, eine Vollbremsung hinzulegen, als den Check zu Ende zu fahren. "Das ist eine Entscheidung von 0,3 Sekunden. Das ist schwierig."

Die Weidener Anzeige beim DEB erhitzt auf jeden Fall die Gemüter vieler Wölfe-Fans. Einige drohen schon mit Boykott des nächsten Gastspiels des VER Selb am 23. Dezember in Weiden. Was freilich nicht im Sinne von Jürgen Golly wäre. "Ich halte nichts davon. Wenn es aber wirklich so kommt, war das unter diesem Gesichtspunkt nicht sehr geschickt vom EV Weiden. Die Folgen täten beiden Vereinen nicht gut."

Der VER Selb legte gegen den angestrebten Ordnungsbescheid samt Strafmaß schriftlich und fristgerecht Einspruch ein. Bis Donnerstagabend war noch keine Entscheidung gefallen, ob und wie lange Kolb nun wirklich gesperrt wird.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
13. 12. 2018
22:02 Uhr

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Andreas Pöhner

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13. 12. 2018
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